«Z Basel under em Rhy» nennt sich die 07er Ausgabe des Charivari, was die dargebotene Story bereits bestens umschreibt. Im Jahr 2077 liegt Basel bis auf den Münsterplatz unter Wasser, was die Fasnacht seit längerem ins Exil vertrieben hat. In diesem Jahr soll sie aber – unter Wasser – in Basel stattfinden. Um den Besammlungsort Volkshaus klarzumachen, erscheint ein Taucher namens Alf, der erstaunt die vollbesetzten Reihen zur Kenntnis nimmt und sofort versucht, den Saal zu räumen. Dies will ihm trotz vieler Versuche und Erklärungen bis zum Schluss des Abends nicht gelingen.
Wie vom Charivari-Team gewohnt und geschätzt, ist diese Übungsanlage mit nur einem Schauspieler und vier unterstützenden «Fischen» ein Experiment, leider dieses Mal ein nur bedingt geglücktes. Trotz viel Wortwitz und einer grossartigen schauspielerischen Leistung ist der «Rahmen» – um im Bild zu bleiben – zu wässrig und dümpelt so dahin. Dazu werden unnötigerweise persönliche Abrechnungen präsentiert, wenn etwa über die Initianten des geplanten Fasnachtsmuseums (die notabene mal vom Mitautor Armin Faes präsidiert wurden) hergezogen wird.
Trotzdem gibt es auch im Textteil erfrischende Ausnahmen, zum Beispiel eine Evakuierungsübung, die ins Skurrilste übersteigert wird, oder wenn nach der Pause zu Schuberts «launischer Forelle» Prominente anhand von Fischen charakterisiert werden. Immer mehr wiederholt sich aber der Auftritt von Alf inhaltlich und oft hat man das Gefühl, diese Intermezzi dienten in erster Linie dazu, zur nächsten musikalischen Nummer überzuleiten.
Diese Nummern haben es dafür in sich. Wenn Kevin Klapka und Ivan Kym Rimsky-Korsakovs «Hummelflug» intonieren, die Pfeifergruppe «Schäärede» kopfüber vom Himmel her kommend Händels «Wassermusik» perfektioniert, «Déjà Vü» als Quallen den «Monty» präsentieren oder die «Improvisante» eine gloriose «Titanic»-Parodie abliefern, tobt der Applaus zu Recht. Nicht vergessen gehen sollen in diesem Zusammenhang auch die «Basstarde», die auf Pauken und Ölfässern den Saal mitreissen.
So unterschiedlich wie die Handlung präsentieren sich auch die beiden Schnitzelbänke. Mit eher banalen Versen kommt «D Buschdrummle» daher. Dazu zieht sich der Vortrag dadurch ungebührlich in die Länge, dass jeder Helgen erst im Kampf mit einem Hai vom Rheingrund gefischt werden muss. Je länger dies dauert, desto mehr wünscht man, der Hai möge gewinnen. Ganz anders «Die Penetrante», die ihre subtilen Verse, passend als Fisch verkleidet, musikalisch perfekt und erst noch mit Tanzschritten darbieten.
Alles in allem ein Charivari, dass durch die umfassende Inszenierung (Platzanweiser im «Friesennerz», Wasserspiele mit Fischen an den Seitenwänden, tolle akkustische und visuelle Wasser-Effekte auf der Bühne) das Publikum «gluschtig» macht, diese Lust aber mehrheitlich im musikalischen Bereich befriedigt. Inhaltlich spielt die 07ener Ausgabe zwar am und im Wasser, früheren Experimenten wie dem «Stärnestaub» oder der «Faschtewaihe» kann sie aber das Wasser nicht ganz reichen. Dies trotz einer recht originellen Schlusspointe, die hier natürlich nicht verraten werden soll.
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