Charivari 2007: Mit Pauken und viel Wasser

16. Januar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Mit gleich fünf Pauken, dafür ohne Trompeten, wurden die Medienschaffenden zum alljährlichen Probenbesuch in der Breite empfangen. Klar gemacht wurde da gleich eines: Nur leise Töne wird es am Charivari 2007 nicht geben. Wahrscheinlich muss man es auch etwas lauter angehen, damit man unter Wasser gehört wird, denn die Übungsanlage geht davon aus, dass der Volkshaussaal zum Zeitpunkt des Geschehens (im Jahr 2077) wie ganz Basel 24 Meter unterhalb des Wasserspiegels liegt. Ganz Basel? Nein, das Bruderholz (immer die Privilegierten!) und die Münstertürme schauen noch etwas raus.

Im Auftrag des Fasnachts-Comités erscheint im Volkshaus ein Taucher, der die Anwesenden evakuieren will, denn der Saal wird für die erste Basler Fasnacht nach langen Jahren des Exils gebraucht. Eine solche Evakuationsnummer wurde den Journalisten auch gleich vorgespielt. Sie erinnert etwas an die Darbietungen des fliegenden Personals zur Erklärung der Notausgänge und der Schwimmwesten – nur dass die Komik hier gewollt ist. Die Pantomime beginnt zwar etwas auf «Almi»-Niveau – Männer und Frauen werden durch Stilisierung ihrer primären respektive sekundären Geschlechtsmerkmale angesprochen -, steigert sich dann aber zu einer aberwitzigen Farce, die viel verspricht für den Rest des Stücks.

«Wir spinnen nicht und verlassen auch nicht den Weg, der uns in den letzten Jahren Erfolg gebracht hat», betonte Programmchef Jonas Bleckschmidt, experimentieren werde man aber, wie man dies vom Charivari gewohnt sei. So stelle die Darstellung von Wasser den Bühnenkünstler Christoph Knöll vor eine riesige Herausforderung. Dafür hält sich der diesjährige Aufwand für Gagen in Grenzen, da nebst einem Quartett von Musical-Darstellern nur gerade ein Schauspieler (Raphael Bachmann) auf der Bühne steht.

Diese Einsparung könnte auch nötig sein, den der Ticketverkauf läuft eher schleppend, wie Charivari-Obmann Daniel Thiriet eingestehen musste. Die Konkurrenz sei eben gross, aber trotzdem: «Ob wir besser sind als die anderen, wissen wir nicht. Auf alle Fälle sind wir anders!» Noch nicht den erwünschten Anklang hat auch das Angebot für Blinde und Sehbehinderte gefunden, die in den Vorstellungen vom 28., 29. und 30. Januar ohne Aufpreis via Kopfhörer von einer Schauspielerstimme durch das Programm geführt werden.

Über die Geschichte des Stücks wurde beim Probenbesuch natürlich noch nicht allzu viel verraten. Trotzdem: Das gebotene «Mimpfeli» macht Appetit auf mehr und wenn die Qualität des Rests so hoch ist, wird sich das Charivari 2007 wohl auch «verkaufen». Oder anders ausgedrückt: Es wird zwar im Wasser spielen, aber nicht in dasselbe fallen…