BSG-Schlussoobe: Viele Pralinés zum Dessert

21. Februar 2016 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Einige wahre Pralinés gab es im BSG-Jahrgang 2016 – dies zeigte sich auch am traditionellen Schlussoobe in den Rasser-Theatern. Neben den seit Jahren sicheren Werten brillierten auch die Gastbängge, vor allem das Rollator Röösli, und die musikalische Begleitung.

Den Vogel schossen dieses Jahr die Babberlababb ab mit einem Vers, der so kurzfristig ins Programm kam, dass er auf dem Zeedel oder im Programm des Schlussoobe keinen Abdruck mehr fand. Hier das lakonische, aber auf den Punkt gebrachte Meisterwerk:

Hesch Du kai Schwyzer Pass und wirdsch moll kriminell
Isch do Di Uffenthalt verby grad uf dr Stell
hoggsch denn im Gfängnis, goots ganz schnäll, kunnsch nümm druss
es schafft Di d Wärterin persönligg wider uss

Eine grandiose Bühnenpräsenz hat auch dieses Jahr Frau Länzli – für sie wurde der Begriff „Rampensau“ wohl extra erfunden. Und dieser Vers versöhnt mit dem ansonsten leider bis zum Erbrechen ausgespielten Poller-Thema:

Bim Wäsche bin i letschti ussgrutscht voll graad uf e Rugge
Im Granggewaage hani denn vor Schmäärz nur kenne zugge.
Pletzlig rieft dr Faarer miir, well äär jo doo muess längge.
Kenne syy am Spaalebärg no d Poller go versängge?

Ebenfalls eine Überdosis bekam man an der diesjährigen Fasnacht betreffend einer Neo-Nationalrätin – aber wenn es so gut gemacht ist wie bei MacVäärs’s, dann geht’s:

Sie – sid die glai Martullo Blocher
in Nazionalroot zooge isch
Het die greftig afo schreie
Und haut au mächtig uff e Disch
Mache si sich nur kaini Soorge
Drifft si au nit dr richtig Doon
Jä das Verhalte isch ganz loogisch
Denn wie dr Babbe so dr Soon

Für die Gsalzene ist diese Dame auch nicht unbedingt unter den Begriff „weiblich“ einzuordnen. Sie sorgen sich um den Frauenanteil in der SVP – haben aber auch eine Idee zur Abhilfe:

Vor de Waale fir dr Bundesroot, das loot sich nid negiere
Hett’s dr SVP an Fraue gfäält zem unser Land regiere
Dr Voorstand isch sich ainig, dass es neii Fraue bruucht
Drumm mälde si sich alli aa bi „Bauer ledig sucht“!

Noch nicht ganz die Form des bislang Genannten erreichen die Batallioonsglunggi, aber sie sind ja auch noch Neulinge, was aber kein Grund ist, die Gürtellinie so oft zu unterschreiten. Immerhin greifen sie ein Thema auf, das zwar hohe Wellen schlug, komischerweise an der Fasnacht aber nicht:

I bii e glais schwarz Kefferli, stand bim Theater uf dr Stroos
Die ganzi Stadt isch gspeerrt wäge mir, und Kaos das isch grooss
E Derrordäsche Bombesagg vo dr Isis selli syy
Derbyy bin ich em Shiva Mike sis Schminggikefferli

Ein weiterer BSG-Bangg firmiert ebenfalls als Neuling – bei genauerem Hinhören und –schauen kommt aber schnell der Verdacht auf, diesen jungen Mann noch viel jünger bereits unter anderem Namen gehört zu haben. Die Verse sind nicht mehr auf Binggis-Niveau, sondern gemäss dem Namen Giftspritzi sehr pointiert:

D Frau Clinton will ins Wysse Huus
Ihre Alte wird gsait ha: «Du kunnsch druss
Bim Näärve bisch erschreggend guet
s Dummschnuure hesch jo au im Bluet
Und s wichtigscht, jo, s liggt uff dr Hand
Vergiss die Idee mit em Praktikant !»

Ein Sujet, dass sehr oft und auch sehr vielfältig ausgespielt wurde, war die 80 Mio.-Entwicklungshilfe des Stadtkantons an die Landschäftler. Hier die Variante der Biezer:

I sitz im Bruune Mutz, e Rammel nääbe mir,
är sait är haig kai Schtutz – jä Basel sig ihm z’diir.
I laad en yy, und ha eso am glyyche Daag,
em Rammel d’Schangse gää, fir si Kulduurbyydraag.

Eine sehr originelle Variante zum selben Sujet haben die Unerheerte:

Lut WHO bekunnsch vo Wyyrscht schyynts hyffig Gräbs
Die Folg seig wirgglig draagisch niemer iiberläbs
Vo hoocher Stäärblichkait isch s Baaselbiet bedroot
Well deert d Regierig jo us luter Wyyrscht bestoot

Unter die Rubrik „härzig“ nehmen wir diesen Vers des Wildwechsels:

D SVP het miesse wie, dr Gargamel druff blange,
noch langer Zyt isch ändlig, s Widmer-Schlümpfli gange.
Mit em rächte Parmelin, sait ganz fräch s Leuthard Doorli,
ab jetz hänn mir kai Schlümpfli me, derfyyr e wälsche Knoorli!

Schön ist es auch immer, wenn jemand gekonnt Wortspiele in einen Schnitzelbank versteckt, auch wenn solche Verse leider am späteren Abend oft nicht mehr verstanden werden. Die Emigrante haben da ein Musterbeispiel:

Im Drämmli frogt mi aine drogge,
Ob är äggscht nääbe mi deerft hogge.
Äär het dunggli Hut – ych dängg nyt schlächts –
Pagg my Zyyg und rutsch noo rächts.

Zürcher Verse sind eigentlich verpönt und ein Zeichen, dass einem nichts Gescheites mehr einfällt. Bei einem Zürcher mit derart ausgeprägtem Dialekt als FCB-Trainer bietet sich das Thema aber halt einfach an. So auch bei den Laggaffe:

Dr Fischer Urs, dä macht si Sach nid schlächt,
Nei für e Zürcher, sogar nomeh als rächt,
Nur bim F-C-Z, hän si en nüm welle haa,
Für d’Nati B, sig är dr falschi Maa.

Und noch einer bekommt sein Fett ab – wahrscheinlich zum letzten Mal. Sehr lakonisch, aber wohl treffend, verabschieden die Rätschbääse unseren Stadtpräsidenten:

Dr Morin het e Brachtsidee und maint am Radioo:
Zem Wäärbig mache wuurd är z Mailand an die Expo goo
Deert singt är „z Basel an mym Ryy“, und lächled ganz charmant
Und wiider isch e Daag verbyy, wo alles abverlangt!

Toll waren auch die beiden Gastbängge Stägefässler und Rollator Röösli, letztere mit diesem herrlichen Vers:

Als Erholig vom betreute Wohne
stell ych mir vor, my Rollatoor syg e Drohne
y start im Lamm, dr Flug isch eher knapp
und im Schiefe Egg do stürz y jewyyls ab

Der Stägefässler kommt aus Pratteln, kokettiert damit und brilliert mit seinem Grossvater-Charme:

D Pratteler Schlange isch schints in Basel blibe hange
drumm bin i halt in Wald gange und ha die Schlange welle fange
10 Stund ham i nit bewegt, do chunnt de Wessels cho gaffe
Entschuldigung, wänd Si nöd bi üs choge schaffe?

Dies eine kleine Auswahl an einem Abend mit gutem kulinarischen Menu und als Dessert eben einigen fasnächtlichen Pralinés. Kurz: Es hat gemundet!