Immer am Samstag nach der Fasnacht haben die BSG-Formationen die Gelegenheit, ihre besten Verse nochmals vor Publikum vorzutragen. Da dieses Publikum zu einem grossen Teil aus Freunden und Bekannten der Bänggler besteht, entwickelt sich ein fast schon familiärer Anlass. Verstärkt wird dieses «Stübli»-Gefühl durch den Ort: Vor einigen Jahren beschloss man im BSG-Vorstand, den Schlussoobe auf Schiffen durchzuführen; statt in einem Riesensaal wie dem Volkshaus tournieren die Formationen nun auf den verschiedenen Decks und vermitteln durch ihre Nähe Schnitzelbängge zum Anfassen.
Manchmal hatte man aber eher das Gefühl, am Bahnhof SBB zu sein, so viele Verse wurden über die Passerelle gemacht. Sehr «härzig» dazu die «Schreggschruube»:
Mir singen Eych jetz no, wie wär’s
dr allerneyschti Kindervärs:
Aazelle, Bölle schelle, d’Katz goot uf d’Passerelle
kunnt si wieder hai, het si nassi Bai
Und die «Schnäggedissy» spielen zum selben Thema auf einen Bangg von der «Konkurrenz» an:
Mir Schnäggli hänn duure Bahnhoof laufe welle
Und schlyyche denn duur d Passerelle
Do dien mir ganz bleezlig druurig gnaisse
Mir dien doch nit die «Verschiffte» haisse
Ein weiteres, oft besungenes Thema, war der Linksrutsch in Basels Parlament und Regierung, zum Beispiel beim «Aigebreetler»:
Rot-Grien erlosst als erschtes e Lift-Verbott
well niemerts mee die Uffzyyg benutze wott
die halb Bevölkerig goot sälber d Wänd uff vor Wuet
während sich die anderi Hälfti ins Baselbiet absaile duetIn dr Regierig verdailt d Herzog denn jedem e Näpfli
und dr Schild bikunnt vom Morin jeede Morge e Zäpfli
Einem Regierungsrat wurde manch Abschiedsvers gesungen, kein Wunder, war er doch jahrelang ein dankbares Sujet, vielleicht aber auch ein kurzlebiges, wie «d Uffestuehler» finden:
D‘ Basler wärde immer digger, und gaischtig leehn sy nooch
Sinn Drääg und fuul schtooht in dr Zytig, vergässe soogaar d’ Schprooch
Ych haa e Tescht gmacht ay wie druurig, dää wischt kain undere Disch
Ooder isch doo ain im Saal wo noo wais wäär dr Tschuudi isch
Jemand anders wird dagegen in Basels Regierung nicht vermisst, weder vom Jungstar «Schloofkappe»:
Das Nilpfärd Wilhelm isch e Schlimme!
s Zebra läbt jetz laider nimme
y ha dä Willy zämmegschisse
do sait dää: mii bloggt jo au s Gwisse!
y ha lang gwaartet, nundedie
aber d Zanolari kunnt jo nie!
… noch von den «Schmiirfingge»:
D Franzoose sin jetz radikaal, verbiete s’religiööse
Ob Kopfduech oder Kruzifix, es git e mords Getööse
Mir fände das jo gar nit schlimm e Schleier bis an Boode
Den gseesch es nümm so ganz genau, duet d’Zanolari toobe
Dazu gab es natürlich Combino-Verse im Ueberfluss. Nicht «Näbe de Schiine» war dabei der «Edeli»:
My Babbi dää hett Ruggezee, my Mammi hett jetz Schiss
em Brueder wagglet alles jetze, em Opa sy Gebiss
My Schwester hett e Friehgeburt, d’Oma isch zimmlig gschoggt
S’sinn alli zämme halt emool ime Combino-Drämmli ghoggt
«D Gliewirmli» haben die Tram-Misere gleich mit anderen Unglücksfällen kombiniert, was dann so tönt:
Bryyserhehig-Ässverbott, bi unsre Baasler Drämli,
kunsch laufend z spoot – si schlyyche nur und faare uff Spaar-Flämmli,
denn d Leesig vom Combino-Flop, haisst Bärner Gläbberkischte,
ussrangierti Bläächkoloss, verschandle unsri Pischte,
im Geegezug bekemme die, mr hänn fescht an si dänggt,
dr himmeldruurig Fayss-Koloss, namens Bering Dieter gschänggt.
Nebst einem starken und guten Mittelfeld verfügt die BSG über zwei Bängge, die über alles hinausragen. Der eine ist natürlich der «Schorsch», der sich auch etwas Eigenlob leisten kann:
Ich find Tennis ooni Federer isch doch faad
dass är verletzt isch an dr Swissindoors isch schaad
drumm froog ich aifach e moll so: was maine Sii
gäll: ooni Federer isch wye Fasnacht ooni mii
Der andere «Star» ist die Formation «Die Gsalzene», eine vier Mann starke Gruppe, die vor allem mit einem Monstervers zur Melodie des «Kriminaltango» brilliert, aber auch damit:
D’ Medielandschaft z’ Basel isch allmäligg am vrwääse
Die neii BaZ ka bi dämm Niveau heggschtens no e Buschi lääs
e
Und wenn das Buschi gluggst und schmatzt und lallt, denn hesch esoo
No e Brogrammgweerschnitt vo unsrem Radio Basilisk bikoo
Dieses Thema gehen die «Haiggle» gar nicht ihrem Namen entsprechend, sondern eher bissig an:
Trotz Formaterhalt fählts an Format
D Ressortverdailig isch e gmischte Salat
Fuul und voll Fääler isch d Brichterstattig
BaZ, wotsch e Ärd- oder Fiirbestattig?
Heikle Themen selbst wurden ebenfalls nicht ausgelassen, so bleibt einem beim folgenden Vers der «Weggli-Buebe» das Lachen im Halse stecken:
s’isch gfährligg gosch nach Afrika
villicht grieg’sch dert d’Malaria
dr noochy Oschte muesch au miide
me duet dert und’rem Terror liide
doch s’gröscht Problem das griegsch – in Eschtrych lütte d’Glogge
gosch nach St.Pölte – denn kasch nohär nimme hogge
Interessant ist es immer, wenn ein Bangg ein Sujet besingt, das andere nicht entdeckt haben – so die «Bebbi-Buebe» von höherer Warte:
Uff em WC vom Mässdurm kasch d Ussicht gniesse
Kasch bim brinzle sogar no e Fotti schiesse
Mir zwei hänn uff d Froog – worum isch das e so
vom Architäckt die folgendi Antwort biko
Nur vo do oobe kenne normali Wääse
Am Bode das MESSE BASEL lääse
Andere wurden eher persönlich in eigener Sache, wie das «Wäschpi»…
Es schloot dr Schawinsky schyynt’s e Brugg.
Mit dr Sändig «Kunnt miini Frau ächt zrugg?»
I wissti lieber, maint dr Herr Roth,
was mach i au ass myyni goot?
… oder sportlich wie die «Rätschbääse»:
400 Basler Fans verhafte – dass die sich nit scheniere
do sott doch ooni z studiere dr WWF interveniere
400 Fans abfiere, das kennt GC nie bassiere
die miessten alli Fanclubs samt dr Mannschaft interniere.
Nicht zwangshaft festhalten musste man das Publikum am ausverkauften BSG-Schlussoobe. Mit berechtigtem Vergnügen folgte es dem Programm bis gegen 23 Uhr – und einige sollen auch in den frühen Morgenstunden noch auf einem der Schiffe gesichtet worden sein.
Weitere Informationen:
Homepage der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft



