Mit Frau Länzli und den MacVäärs’s zwei veritable Highlights, ein sicheres Mittelfeld und nur wenig nicht so Gutes – so präsentiert sich die Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG) am traditionellen Schlussoobe 2014. Umrahmt von einem feinen fasnächtlichen Programm brachten die Formationen ihre besten Verse vor einem gut gelaunten Publikum im Raum Spalenberg auf die Bühnen.
Eine regelrechte „Route“ haben die BSG-Bängg am Schlussoobe jeweils vor sich. Gesungen wird in den Theatern Fauteuil und Tabourettli sowie im Kaisersaal und im Sperber. Dies hat den Vorteil, dass man sich nicht – wie in früheren Jahren – nach einem allfällig missglückten Auftritt das ganze Jahr ärgern muss, sondern sofort eine neue Chance erhält.
Bereits seine erste Chance genutzt haben d Laggaffe, ein Neuling, der beweist, dass man auch auf sehr verschlungenen Wegen zu einer guten, aber einfachen Pointe gelangen kann:
Dr Mandela und dr Berlusconi, das tönt villicht dämlig
Sinn baidi, wenn me gnau luegt, sich doch zimmlig ähnlig
Dr Mandela z’erscht im Gefängnis , denn zum presidänt bestimme
Fascht s gliichi isch bim Sivio, nur macht är s andersch umme.
Ebenfalls zu einer Pointe auf verschlungenem Weg kommt Dr Warmduscher, gegenüber vergangenem Jahr stark verbessert:
Vyl kassiere, nyt verstyyre, daas isch groos in Moode,
Schneider-Ammann, Schwarzer, Conti – verliere soo an Boode.
Die sotte sich jetzt zrugg zieh, iiry Schuld die laschtet schwer.
Wie wärs als Stroof go gratis putze, d Woonyg vom Hans Fehr?
Auch ein Neuling ist Dr Glöggner vo Basel, der sich mit folgendem Vers vorstellt:
Basel bikunnt e neue „Place to be“
Nai, mit fürs Volk, me muess echo besser syy
Dr Vasella, Conti, Opel und Co.
In Club de Bâle wähn alli yyne koo
aber dir uns stoot d Member Card mit zum Kur
Uns fährt dr Skandal im Lääbenslauf
So halb-neu ist Frau Länzli, die im 2013 bereits einen Gastauftritt bei der BSG hatte. Sie rockt den Saal mit ihrem Gesamtpaket, bestehend aus einem Akkordeon spielenden Wäschesack, Unterwäsche als Helgen und sich selber als veritabler „Rampensau“. Und sie gibt sich gar nicht feministisch, auch wenn sie es mit einer Feministin hat:
D Alice Schwarzer het e Konto – in unsrer scheene Schwyz .
Sii hinterzieht so Schwoobestyyre – und daas nit nur e bitz.
S isch Alice – wie bim Autofaare, bi Fraue garantiert .
Dii Gäld liggd uffem Konto, laider numme falsch parkiert !
Kommen wir von den Neuen zu den bewährten Werten – und da hat die BSG einige. Zum Beispiel Die Haiggle mit einem wirklich bitterbösen Vers:
Wägge de Sklave in Katarrh mälde mir Bedänggen aa
„Hännd kai Angst“ sait d Fifa „mir schaffe draa“
Per Vertrag het sich Katarrh jetzt mit dr FIFA gainigt
„Jedes Brobleem wird verfolgt und ainzeln gstainigt“
Rassig und frech kommen Mac Väärs’s daher, die zusammen mit der erwähnten Frau Länzli die absoluten Höhepunkte darstellen:
D Sälbschthilfegruppe Zimmerlinde
Isch uff dr ganze Wält bikannt
Mobbing, Drooge, Sex bim schaffe
So Theme wäärde deert erkannt
Derbyy sin Clinton, Berlusconi
Dr Sarkozy het me au gsee
Das sin nur drei vo deene Veegel
Dr Räscht isch vo dr BVB
Zu einer sehr überraschenden Pointe finden Babberlababb:
Wo mir im Klingeli mol znacht sin go flaniere
Do wott e feschti, dunggli Frau uns zwai verfiere
Jetzt mien mir hööflig sy, sait är mir do derby
Me waiss jo nie, das könnti d Oprah Winfrey sy!
Ein Riesenthema bei nahezu allen Bänklern war eine Bank – zum Beispiel bei den Rätschbääse:
Mir wisse wäär vo Iine Alimänte zaale muess
und au wäär wäägem Raase gstrooft wird mit ere hooche Buess
mir kenne die wo gärn im Buff haimlig ummeschlieche
voruusgsetzt dass Si d Rächnig via d COOP-Bangg dien beglieche.
Eine gewisse Schadenfreude hat Die Unerhörte gepackt – sie müssen den Abend als „Eisbrecher“ eröffnen und tun dies souverän:
Dr Steinbrügg het um s Kanzleramt gstritte
Sich derbyy mit synere Kavallerii verritte
so duets aim hooch zue Ross ergoo
Wenn s Regimänt us aim Eesel duet bestoo
Schwer einzustecken hatten nebst Regierungsrat Wessels auch Ueli Maurer. So durch D Biezer:
Am Moorge frie – I gspyyr e Zitter und e Drugg
I kah nit andersch, check e Twitter, face mi Book
I ha e Mäldig: „Please confirm“ – Beträff“Hey Du!“
„I Murer Ueli – want to be a friend with you.“
Und auch Die Gsalzene nahmen sich der Verkehrsbetriebe an:
Dr BVB-Diräggter hett me gschasst und das beriert uns seer
Drbyy hett äär en doch nur wertligg gnoo – dr effentlig Verkeer
Und drzue dien sini Bluddlibilder voll ins Schwarze braiche
Denn wo zwai Schiine zämmekemme – said dr Drämmler – hetts e Waiche
Zum Schluss noch eine deutliche Forderung von den Bebbi-Buebe, adressiert an den im Saal anwesenden Hans-Peter Wessels, der sich über die vielen Verse über sich sichtbar amüsierte:
In d Stadt kasch neggschtens nimmi faare Unerwinscht isch deert di Kaare
Uns vier, uns macht das schuurig muff Jä si, das reggt uns richtig uff
Im Wessels mien mir ganz glaar saage Kei Fasnacht, ooni Waggiswaage



