Christoph Blocher polarisiert. Diese Woche auch in Basel. Und der Auftritt des prominenten Zürcher SVP-Nationalrats hat ausgerechnet in der Fasnachtsszene ein Nachspiel. Zu reden gibt nämlich die Guggemuusig Schränz-Gritte, die Teil des musikalischen Rahmenprogramms war. «Die strammen Musikanten entpuppten sich als Anhänger der ‹Liebi-Fraue-und-Manne-Partei›», argwöhnte daraufhin der Baslerstab. «Sie entlockten, dem vaterländischen Anlass angemessen, ihren Instrumenten die lüpfigen Melodien ‹Luegit vo Bärg und Tal› und ‹Sennele hiahoo›».
Gugge-Präsident Gregor Nicolitsch zeigt sich auf Anfrage von Basler Fasnacht Online überrascht von der Medien-Reaktion: «Das Engagement war ein bezahlter Auftritt ohne Identifikation mit dem Auftraggeber.» Dennoch muss er sich natürlich den Vorwurf gefallen lassen, dass sich die Schränz-Gritte mit diesem Auftraggeber weit aus dem Fenster gelehnt haben – ein Auftraggeber, der mit seiner forschen Gangart per se immer wieder aneckt. «Der Auftritt wurde schon lange im Voraus vereinbart; die Wirren über die diversen Inserate-Kampagnen in den vergangenen Wochen waren damals kein Thema», so Nicolitsch. Der Schränz-Gritte-Präsident unterstellt dem Berichterstatter des Baslerstabs eine sehr einseitige Optik: «Nebst dem erwähnten Medley mit bekannten Schweizer Melodien haben wir an jenem Abend auch Stücke griechischer und spanischer Herkunft gespielt. Gerade die heimischen Volkslieder sowie die Ansage unseres Guggemajors waren eine durchaus ironisch gemeinte Grussbotschaft an die Adresse der Partei.»
Dieser ironische Unterton scheint indes aber nicht angekommen zu sein. Doch Nicolitsch wehrt sich: «Wir hatten explizit erwähnt, dass sich die Schränz-Gritte politisch und konfesionell neutral verhalten, das ist in unseren Statuten so festgehalten.» Und er ergänzt: «Nach dem Auftritt hat der Verein die Veranstaltung verlassen.» Dennoch werden die Diskussionen weitergehen. Ob es sich, wie die Basler Zeitung in ihrer heutigen «Sushi-Bar» schreibt, um die erste Basler Guggemuusig bei einem politischen Anlass handelte, ist Spekulation.



