Luzern hat heute – 25.11.2021 – die Fasnachtsumzüge 2022 abgesagt. Das erschüttert natürlich auch die Basler Fasnachsszene!
Natürlich – jede/r von uns trägt es tief innen mit: Das Gefühl, dass wir uns alle vielleicht zu viel Hoffnung machen, dass wir 2022 unbeschwert eine Basler Fasnacht zelebrieren können. Ja, vielleicht mit 3G und Bändeli am Handgelenk. Oder dann von mir aus mit 2G. ABER EINFACH FASNACHT!
Und nun erreicht uns die Hiobsbotschaft, dass das Luzerner Fasnachtskomittee die Umzüge 2022 „schweren Herzens“ abgesagt und (vorerst) die Strassenfasnacht erlaubt hat.
Und spätestens jetzt müssen wir uns in Basel Sorgen machen: Klar, es ist im Moment noch die Entscheidung der Kantone. Aber so dermassen verschieden ticken die Luzerner Menschen ja auch nicht als wir Basler/innen. Heisst das also, dass das Basler Fasnachts-Comité auch schon solche Gedanken hegt?
Pia Inderbitzin, Obfrau Fasachts-Comité sagt: „Wir sind von der sehr frühen Absage der Luzerner überrascht und bedauern das sehr.“ Auf die Frage, wie die Situation in Basel sei, sagt sie sehr bestimmt: „Das Comité hat – zusammen mit dem Regierungspräsidenten Jans – im September gesagt, dass wir alles daran setzen, eine durchführbare Fasnacht für alle zu organisieren. Und ich kann sagen: Damit sind wir voll beschäftigt. Natürlich richten wir uns nach den epidemieologischen Gegebenheiten und nach den Vorgaben der Regierung. Wir sind gemeinsam daran, eine sichere Fasnacht zu organisieren. Das ist die aktuelle Lage!“ – Das tönt beruhigend und nicht so, als hätte das Comité bereits eine Absageformulierung in der PR-Schublade. Und somit sind wir – zur Zeit – noch etwas beruhigter als die Fasnächtelnden in Luzern.
Man stelle sich die Absurdität vor: Der geordnete Fasnachtsumzug in Luzern findet outdoor statt. Bei Temperaturen, die vielleicht im einstelligen Bereich liegen. Die 3G-Aktiven in guten Entfernung zu den 3G-Zuschauenden. Das wird dann abgesagt. Aber eine Beizenfasnacht mit der herrlichen Fasnachtsdruggedde vor dem Bierhahnen – das soll wiederum ok sein. Da fragt man sich wirklich, wie glaubwürdig das ist.
Und in Basel? Der Cortège kann doch keine Gefahr sein? Die Zuschauenden verteilen sich entlang der Route, sind geimpft oder getestet und der Waggis, der die Orangen wirft, trägt Handschuhe – und notabene eine Maske, obwohl wir die nicht so nennen mögen, hier in Basel. Die gespreadeten Viren aus den Tubas der Guggen fliegen sicherlich mehr als 2 Meter, bis sie wieder in einem Rachen landen. Und d Piccolos – naja – da könnten wir darüber diskutieren. – Wenn das Comité nun dem Luzerner Beispiel folgt und den Cortège auch storniert, dann verlagert sich die Fasnacht in die Beizen. Oder in Gruppen auf die Strasse (es ist ja dann März). Welcher Mensch aus dem GD will das dann glaubhaft erklären?
Gilt zu hoffen, dass wenigstens die Vorfasnachts-Kisten dieser Stadt ihre Planung weiter treiben können. Sie haben dafür die besten Voraussetzungen: Klar definierte Sitze, Möglichkeiten für die 2 oder 3 G-Regel inkl. Kontrolle, Maskenpflicht. Da brauchen wir keine Massnahmen oder gar Verbote.
In Gedanken sind wir bei unseren Lozärner KollegInnen. Und wir wünschen uns für Basel, dass dieser Kelch an uns vorüberzieht. Um kein Geld der Welt will man jetzt in der Haut vom dem Mitgliedern des Fasnachts-Comités stecken. Oder in jener der Basler Regierung, die letztlich einen Entscheid kommunizieren muss.
Der persönliche, vielleicht etwas naive und infantile Wunsch des Schreibenden im Namen aller Fasnachtstreibenden: „Bitte nid…“



