Es war zu erwarten: Die Swissair-Pleite – mit allem Drum und Dran – und der tägliche Horror rund um den Bahnhofplatz haben die Comité-Bänggler und ihre PISA-geschädigten Adlaten, zu wahren Vers-Orgien animiert. Doch davon später, zum Einstieg jetzt ein Vers der Gluggersegg, die einen Teil des übrigen lokalen Geschehens zusammengefasst haben:
Wenn in Basel-e-n-Arteplage im Rhy versinggt
und e Fährifahrgascht uus em Wasser winggt,
wenn dr Hamlet fidleblutt im Rääge stoht
jeedi Granggeschweschter mit em Straigge droht.
Wenn der Conti wiider grossi Reede schwingt
und dr Tschudi, glych wie jeedes Joor nyt bringt.
losst me d Minschteroorgele no Moskau goo
und s Konzäpt döönt esoo:
Glaini Pfyffe losst me gärn goo,
dasch im Lääbe und by Orgele esoo.
Grossi Pfyffe – hola-dri-oo
…die blyybe doo.
Auch d Käärnebigger haben den Basler Justizdirektor im Visier:
Si dien an jeder Kryzig z Basel Kreisel baue.
Dert mues me Schwein ha und vor allem Gottvertraue.
Dr Hama Tschudi drait syt Stunde syni Runde
und het bis hitt die rächti Usfahrt nonig gfunde!
Der Erziehungsdirektor bekommt dafür vom Schwoobekäfer sein Fett ab:
Die gueti Queen Elisabeth, die het nit vyl zem Lache:
Si het e Huffe Kinder, aber kains isch richtig bache.
Em Eyma syni vyle Kinder syge alli gscheyt –
Drfir isch dert dr Alt em Deyfel ab em Kaare gheyt!
Die Brücke von der Exekutive zur Legislative schlagen die Penetrante, die zuerst allgemein und dann im speziellen reimen:
Wenn der Basilisk e jeede wurd entloo,
wo nit rächt Dytsch kaa, es wär kuum me aine doo.
Au im Grossroot wär s vo eminäntem Nutze,
vo Hundertdryssig wurd s glatt Hundert uuseputze.Mir gän fir d Winterhilf, fir d Heks und s Rote Kryz;
Au fir d Swissair und fir d Buure in dr Schwyz.
Und s letschti Gäld dien mir fir d SVP verwände,
dass d Zanolari no ka d Sonderschuel beände.
Ob das – angesichts der neusten PISA-Studie noch etwas nützen würde, bleibt einmal dahingestellt. D Zahnstocher jedenfalls sind skeptisch:
D Lehrer syge schynts
– mer hänn sy lo befrooge –
hitte numme no Erläbnispädagoge.
Jä, s gröscht Erläbnis für e Lehrer isch es denne,
wenn vo de Schieler zirka zwai no läse kenne!
Und dann soll es sogar auch noch solche geben, die auch schreiben können, so wie der Schoofsuuri:
Wo dini Bett schlooft – Ych wisse genau,
Konkret – wo di Huus wohnt, ych schwör, i waiss au.
Ych styyg us mini Deffli – Du mi produziert,
Worum mir so krass bi däm Schueltescht blamiert?
Blamiert haben sich auch noch andere und nicht zu knapp. Stellvertretend zum Spitzensujet der Saison zitieren wir d Passe-vite:
Uff d Bängger hän mr au e Wuet.
Samt Mühlemaa und Rainer Guet.
Au d Bänggler-Seel vo uns isch quäält,
Es ryymt sich nyt – und d Pointe fäält.
Womit wir nun beim Pièce de résistance der Comité-Bänggler wären, von denen keiner das weite Feld der Airlines ausgelassen hat. Auch der Schuuflebuur nicht, der seine Verse auf einer «Original Schwyz-Air Kotzgugge» festgehalten hat:
Dasch s allerneuschte «Swiss Airlines»-Modäll,
s isch grüscharm, sicher, bequäm und schnäll,
s isch top im Design und es lauft wie Angge,
und es kaa – statt Spryt – diräggt Frangge tangge.Buurereegle:
Hütt sott me Flugzügtype baue
mit integriertem Gottverdraue.
Weitere Kostproben zu diesem schier unerschöpflichen Thema liefern d Setzlig, s Glettyse, dr Hanslimaa und die jubilierende Gasladärne:
Nid Bruggiss-AIR, nid ViIIig-AIR
und au nid Honegg-AIR,
nid Leuebärg-AIR,
Spoerry-AIR und au nid Corti-AIR,
Loepf-AIR nid und Guet-AIR nid,
es wär doch ehrlich-AIR,
by sovyl Grämpf, wo gloffe sin,
ganz aifach nur: GAUN-AIR!Diend dr Swissair-Corti schoone,
Gönnet däm Männli die 12 Millioone!
Hett ain e Gsicht wie die hässigi Pränte,
No isch das kai Lohn,
sondern e IV-Ränte!
S’maint dr Crossair Pilot: ych wogg’s,
Und mach z Pfäffike e Landig
«On the Rocks»!Wenn Sii wänn,
ass ych no wyter soll singe,
mien mir alli s näggscht Joor
e Gschänggli bringe
und denn will y no mee Gaasche,
nundefaane,
sunscht leeg yych Eych
e «Grounding» aane!Dä Namme Swiss isch wie mir finde nid grad toll.
Aber irgendwie basst dä Namme voll.
Denn wenn me s Wertli Luft so aifach wäggradiert,
Isch s näggschte Grounding au scho programmiert.
Lokalpatriotisch, wie wir nun einmal sind, darf auch dieser Vers des Singvogel nicht fehlen:
Eines Tages – so schrybtt scho der Martin Luther –
ist im Verwaltungsrat kein Platz für Moritz Suter.
Doch gottsaidank stoot wyter unde no der Satz:
S’kommt auch der Tag, da ist kein Platz mehr in der BaZ.
Zur grossen bz-Konkurrenz mit neuem alten Standort am Aeschenplatz nochmals ein Zitat des Schoofsuuri:
E züügigi Zytig die haut d Lääser um,
D BaZ het nie zooge – die zien numme um,
S isch alles wie voorhäär – dr Platz isch dr alt,
Und trotz däre Baiz – isch dr Kaffi halt kalt.
Nicht über den Aeschenplatz, aber über Aesch bi Gott schleicht sich die Kuh Elsa, die sich hartnäckig als Peperoni ausgibt, an das Thema heran:
E Trachtegrubbe us Aesch bi Gott
wo mit em Elfer
an d 500-Joor-Fyyr wott,
faahrt via neije Bahnhoofblatz,
mit syynere Gschtaltig dääre tolle,
sithäär het me si nimme gsee –
si gälten als verscholle…
Sie wissen es aus der bz: Das Chaos auf diesem neuen Bahnhofplatz ist so riesig, dass es schon fast wieder genial ist, zumindest wenn man wie die Penetrante, aber lesen Sie selbst: Anstell vo Bungy Jumping, Canyoning s isch chic;
Suecht sich jeede hit
dr allerletschti Kick.
Der neischti Supermeganärvekitzel
mit em Schatz,
flaniersch in Basel
zämme iber e Bahnhofplatz.
Aber auch die Trämler selbst kommen hier nicht ungeschoren davon. Das wissen auch d Gluggersegg:
Woo dr BVBäär am Bahnhof oobe sott
und partout nit in das Hyysli yyne wott.
Sitzt äär uff e Haafe
in dr greeschte Noot
dass ihm nit wie bym TV 3
s Programm in d Hoose goht.
Bei den Zahnstocher fährt nicht Haiggi Heier den Zweier, aber Probleme hat auch ihr Ersatzspieler:
Am Riechering, do fahrt dr Drämmler Megge Maier,
wie sichs ghöört, im Kreisel umme mit sym Zwaier.
Doch gly druffabe fluecht är uss dr Dramkabyyne:
jetz fahr y mr denn scho s dritt Mool sälber hinden yyne!
Das könnte auch auf der Strasse passieren, etwa im Baselbiet, das von den Bängglern ansonsten – trotz der Aufregungen um den Vollkanton – mehr als moderat behandelt wird. Auch bei den Stroossewischer ist der Dumme ein altbekannter Basler Regierungsrat:
Me well am Belche schyynts e dritti Reere baue,
damit sich d Auti denn no drei mol mee dien staue.
Scho jetze frait sich unsre Tschudi uff die Dritti:
är fahrt nit linggs, nit rächts, är nimmt die in der Mitti.
Nicht vom Belchen, aber von anderen Bergen weiss d Filzluus ein Verslein zu singen – und das geht so:
D Frau Fielding-Borer macht das guet,
wie si d Schwyz z Berlin verdrätte duet.
E kurze Bligg uff s Décolleté –
scho kenne die d Schwyzer Bärge gseh!
Auf ganz andere Gedanken kommen bei diesem Thema die Penetrante:
Uff der Botschaft in Berlin zaigt sii vyyl Huut.
Erreggt ganz Bundesbärn und alli wäärde lut.
Bi so vyyl schaarfe Kuurve maint der Seppi Daiss ganz schwach:
«Lieber d Frau im Bett als d Fielding uff em Dach.»
Das wärs fürs Erste. Mehr über Banken, Bundesräte, Bush, das Fasnachts-Comité und andere potentielle Grüss-Auguste – mit und ohne Schweizerkreuz auf der Brust – lesen Sie, ge- neigte Leserin, interessierter Leser, morgen in Ihrer bz.



