BGG-Sternmarsch 2012: Treue Guggen-Fans trotz miesem Wetter

2. September 2012 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Am Samstag, 1. September 2012  fand der 14. Sternmarsch der Basler Guggemusig Gmeinschaft (BGG) statt. Diese hat sich zum Ziel gesetzt behinderten Menschen aus unserer Region mit einer jährlichen Sammelaktion in Form eines «Guggen-Sternmarsches» und anschliessenden Auftritten auf dem Barfüsserplatz mit unbürokratischer und schneller finanzieller Direkthilfe zu unterstützen. Schirmherr war erneut Regierungspräsident Guy Morin.

Als um 11 Uhr das Fest auf dem Barfüsserplatz bei «angenehmen» 12 Grad begann wurden an den Ständen die letzten Vorbereitungen getroffen. So konnten beispielsweise in letzter Minute die noch fehlenden Plastikbecher in Empfang genommen und ausgepackt werden. Auf die hungrigen Besucher warteten Schnitzelbrot, Kalbsbratwurst oder Klöpfer und auf jene welche Durst hatten Mineralwasser, Bier, Wein, Gin Tonic oder Prosecco. Und das alles zu sehr kulanten Preisen. Organisator waren dieses Jahr die Guggemusik Pumperniggel.

Während es letztes Jahr am Presse-Apéro in strömen goss konnte er diesmal «open air» stattfinden. Neben den Pressevertretern (erneut war es nur fasnacht.ch) konnte Präsident Daniel Bachmann auch Guy Morin, Regierungspräsident und Schirmherr des Sternmarsches sowie André Schaad vom Fasnachts-Comité begrüssen. «Der Anlass soll kein Gruppenbesäufnis für einen guten Zweck sein, sondern den Kontakt unter Fasnächtlern fördern», erklärte Bachmann. Spendenempfänger ist dieses Jahr der Förderverein Ungehinderte Musik (FUM). Er bildet MusikerInnen mit einer geistigen, psychischen oder einer Lernbehinderung aus. Sie lernen so ihre eigene Musik zu finden und aufzuführen.

Dazu passte auch der erste Auftritt, denn die Guggemusig Merlin-Schränzer 2009 besteht aus Behinderten. Punkt 12 Uhr kamen die 15 Musiker schränzend aus der Barfüssergasseauf den Platz. Mit «Rivers of Babylon», «Das ist die Garde», «Rucki-Zucki» und dem Lied vom «Fährimaa» locken sie während zwanzig Minuten die ersten Besucher an. Und dies mit einer selten gesehenen Spielfreude und Begeisterung. Dazu kam ein herrlicher, echt schräger «Guggensound» wie man ihn heute leider kaum mehr hört. Abgelöst wurden sie von den Pumperniggel. Bei ihrem «Hello Mary-Loo» und «Goodbye My Love Goodbye» hatte sich auf dem Seibi schon erfreulich viel Publikum eingefunden. Ihr musikalischer Abschiedswunsch nach knapp einer viertel Stunde lautete «Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?».

Nach einer halben Stunde Pause tauchten endlich von der Streitgasse her kommend die Ohregribler auf. Doch bereits nach 9 Minuten räumen sie wieder das Feld. Zum Glück ertönten von weit her Piccolo- und Trommelklänge mit einem fröhlichen «Glory, Glory, Hallelujah». Mit einer rassigen «Retraite» erschien kurz darauf die J.B.-Clique Santihans, welche als Gastmannschaft nach 2011 schon zum zweiten Mal am Sternmarsch teilnahm. Kommentar eines Zuschauers: «Ändlig emool e richtige Fasnachtsmuusig». Doch er und die Zuhörer kamen nur in den Genuss vom «Luuser» und «Waggis». Dann trat die Clique bereits wieder ab.

Nun wurden die Pausen zwischen den Auftritten immer länger. Und um 14.35 Uhr kam dann zusammen mit der Frauengugge Rätsch-Beeri erstmals auch der Regen. Sinnigerweise hatte die Tambourmajorin daher auch statt des Tambourmajorstocks einen Regenschirm dabei. Auch diese Gruppe zog bereits nach zehn Minuten wieder ab. Doch bereits ertönte von Ferne die «Swiss Lady», und bald darauf marschierten, angeführt von zwei Steckenlaternen die Räpplispalter ein. Dem Regen zum Trotz spielten sie «You Are My Sunshine», dabei sassen sie zwischendurch ab und sangen einfach «La-la-la-la-la». Zur Freude der treu ausharrenden Fans dauerte ihr Auftritt 20 Minuten. Davon begeistert war auch ein kleiner blonder Dreikäsehoch aus einer Räpplispalter-Familie, welcher auf seiner kleinen Kindertrommel eifrig mitspielte. Und zumindest dem Tambourmajor der anschliessend auftretenden Gugge Mohrekopf konnte der Regen die gute Laune sichtbar nicht verderben. Und statt der zum Wetter passenden «Wassermusik»  von Händel entschied er sich für das Lied vom «Fährimaa». Mit dem Kurvensong «Fuessball das isch unser Läbe» verabschiedeten sie sich nach 10 Minuten.

Dann gab es wieder eine lange Pause, welche einem bei dem Hudelwetter gar doppelt so lange vorkam. Glück hatten dann anschliessend die Glaibasler Schränz-Brieder, denn ihr 10-Minuten-Auftritt ging trocken über die Treppen vor der Barfüsserkiche. Während 20 Minuten schränzten anschliessend die Grunz Gaischter bis dann um 16.55 Uhr mit dem kurzen, aber rassigen Auftritt der kleinen Gruppe der Orginal Chnulleri kurz nach 17 Uhr das Fest zu Ende war.

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