Rahmenstücke zwischen fein gedrechselten Schüttelreimen und schenkelklopfenden Kalauern, Fasnachtsmusik vom Allerfeinsten und diverse gelungene Überraschungen – all das macht das Charivari 2013 aus. Und die diesjährige Ausgabe darf als absolut gelungen beurteilt werden, bestehend aus einzelnen Nummern, die gut verknüpft aber zu einem feinen Gesamtwerk werden.
„Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“, soll Willy Brandt bei der deutschen Wiedervereinigung gesagt haben. Auf das diesjährige Charivari passt der Satz genauso. Das Programm besteht zwar aus einzelnen Nummern, doch sind diese in den meisten Fällen fein verwebt. So etwa, wenn nach einem makaber-derben Rahmenstück über das Altern (Kompetenz dank Demenz) die Seibi als Rentnerband auftreten, die das Spielen der „Alte“ verweigern und stattdessen perfekt „Sixty-nine“ intonieren.
Bei den Rahmenstücken kommen auch dieses Jahr zum einen die Freunde des krachenden Humors auf ihre Kosten – etwa, wenn in der bereits erwähnten Nummer erklärt wird, dass die dritten Zähne dazu da seien, ins Gras zu beissen, oder ausgerechnet der Möchtegern-Allesverhinderin Lachenmeier ein „Tattoo“ auf den Allerwertesten verpasst wird. Aber auch die Liebhaber der feinen Klinge werden keineswegs vergessen. So in der Eröffnungsnummer, als zu diversen Fahnen grandiose Schüttelreime präsentiert werden. Zur griechischen Flagge als Beispiel:
Es sotte sich die schlaffe Gschtalte
schtatt z straike moll an s Schaffe halte
(Noch) nicht richtig zusammenwachsen wollen bekanntlich die beiden Basel. Dieses Thema beherrscht auch das Charivari, so in der besten Nummer vor der Pause, als eine Gruppe Baselbieter ein Basler Zunftmahl besucht. Zum Schreien komisch hier Colette Studer als Dame vom „Daig“ und Steffi Schluchter als rustikale Matrone „vo hingefüüre“.
Und auch hier gibt es den perfekten Übergang, folgt als nächstes doch der räppende BL-Schnitzelbangg „dr Heiri“ – und der hat natürlich auch zur Fusion den einen oder anderen Vers. So befürwortet er die Fusion der beiden Basel, habe doch auch das neue Affenhaus ein Aussengehege erhalten. Dafür gebe es in Buckten (Heimat des HD Läppli) tatsächlich eine Gartenbeiz, die um zehn Uhr noch offen haben dürfe.
Ein weiteres Element, um die Einzelnummern zu einem Ganzen zusammenwachsen zu lassen, ist der durch die ganze Vorstellung laufende Running Gag „E Drummle und e Piccolo“ – mehr soll hier wirklich nicht verraten werden…
Das Glaibasler Charivari 2013 findet täglich vom Samstag, 19. Januar bis Samstag, 2. Februar im Volkshaus Basel statt. Vorstellungsbeginn ist jeweils 20.00 (Sonntag 18.00). Es sind bereits über 90% der Tickets verkauft, letzte Tickets gibt es im Basel Tattoo Shop an der Schneidergasse in Basel, telefonisch unter 061 266 1000, an allen Ticketcorner Verkaufsstellen und täglich an der Abendkasse im Volkshaus, die jeweils zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn geöffnet hat.
Mehr Bilder von der Premiere findest Du in der Charivari 2013 Galerie.



