Das Museumskonzärtli wird alle zwei Jahre in der Aula des Museums der Kulturen aufgeführt. Diesmal war die Basler Prominenz eingeladen, sich Fasnachtsmärsche zu wünschen, oder auch Lieblingsmelodien, welche dann eigens für das Konzärtli arrangiert wurden.
Im Namen des Museums begrüsste Alexander Brust, Leiter der Abteilung Amerika die Besucher. Das Museum unterstützt die Waurá-Indianer, einen der wenigen noch verbliebenen Indianer-Stämme im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Sie haben zwar keine Trommeln, dafür viele Arten von Flöten. Der Erlös des Museumskonzärtli geht auch an dieses Projekt.
Im Vorfeld des Konzerts wurden sechzehn Basler Persönlichkeiten nach ihrem musikalischen Lieblingswunsch befragt. Und erfreulich viele davon waren am Abend auch anwesend. Neben Fasnachtsmärschen wurden auch vier Wünsche geäussert, welche speziell arrangiert werden mussten. Auf einer grossen Leinwand stellten die Prominenten selber ihre Wunschmelodie vor.
Aus der Fasnachtsszene waren dies Felix Rudolf von Rohr, welcher das «Ohremyggeli» wählte, während sich René Häfliger für das Pfeifersolo «Spalebärg» entschieden hatte. Für Erik Julliard, welcher das Basel Tattoo mit Herzblut organisiert schrieb Ivan Kym den Trommelmarsch «Herzblut». Als einen wahren Fingerbrecher bezeichnete –minu das «Nunnefirzli». Aber jetzt hören wir ihn lupenrein, fügte er an. Da ABBA-Fan Raphael Blechschmidt letztes Jahr zusammen mit den Naarebaschi am Drummeli das «ABBA-Medley» aufführte war sein Wunsch klar, ebenso jener von Heinz Margot, war es doch sein Urgrossvater, welche die «Mätzli» komponierte. Peter Blome wiederum entschied sich für den «Whisky Soda». Echt nach schottischer Art wurde er durch einen Dudelsackspieler eingeleitet und im Marsch spielte er statt den Pfeifern drei Verse, darunter natürlich auch Scotland the brave. Etwas vom Schönsten ist es einen Fasnachtsmarsch zu schreiben, erklärte George «Schorsch» Gruntz. Er entschied sich für den «Vaudois».
Doch auch die andern Prominenten hatten ihre speziellen Wünsche. So etwa Colette Greder. «La Foule», ein wunderschönes Chanson von Edith Piaff stand auf ihrem Wunschzettel. Arrangiert von Cathrin Balmelli-Cattelan wurde der Marsch, wie es sich für ein französisches Chanson gehört mit Akkordeonbegleitung gespielt. Basel war an der Word Expo Shanghai und an der Olma mit «z’ Basel am mim Rhy» vertreten. Darum wählte Sabine Horvath diesen Marsch. Da Erinnerungen wichtig sind entschied sich Arthur Cohn für «Memories» aus dem Musical Cats. Der von Balmelli-Cattelan arrangierte Marsch ist extrem hoch geschrieben. Hier versteht man, warum Tambouren die Pfeiffer «Glasschneider» nennen. Caroline Rasser wiederum wählte den «fritzli» und Jaques Thurneisen den «Brandeburger» . Er findet es schön, dass Johann Sebastian Bach auch an Fasnacht vertreten ist. Dafür dankte er dem Team mit einer Standing Ovation. Einen ausgefallenen Wunsch hatte Marco Streller mit dem Tambourensolo «Mulderötzer».
Zwei spezielle Wünsche, welche ohne Pfeifer und Tambouren erfüllt werden konnten hatten Thorsten Fink mit «In the Air Tonight» von Phil Collins und Guy Morin mit dem Kinderlied «Joli Tambour». Finks Wunsch erfüllte singend und Klavier spielend Philipp Meyer. Morin dagegen entschied sich, zur Freude des Publikums dafür, das Lied selber zu singen. Der Auftritt war zwar nicht bühnenreif, doch erhielt er dafür tosenden Applaus.
Zum Abschluss gab es noch einen filmischen Querschnitt mit einigen Prominenten und dem Aufnahmeteam, ehe der Abend mit der obligatorische Zugabe «Wettsteinmarsch» ausklang.
Der lang anhaltende Schlusapplaus galt folgenden Mitwirkenden: Den Peiffer/-innen Cathrin Balmelli-Cattelan, Beat Baltis, Miriam Barth, Daniela Cattelan, Nina Kipfer, Mireille Membrini, Eveline Schönau, Colette Studer und Niggi Zittel den Tambouren Sascha Herzog und Philipp Meyer, am Akkordeon Jürg Luchsinger, sowie dem Dudelsackspieler Gregor Meyer.



