Eine grosse Überraschung hatten die „Basler Bebbi“ als Gast am Oberwalliser Tambouren- & Pfeiferfest in Bürchen bereit. Am Abend präsentierten sie dem staunenden Publikum im Festzelt die Original-Cup-Trophäe. Das Publikum staunte erst ungläubig – und war dann ausser sich.
Basler Pfeifer und Tambouren nahmen vergangenes Wochenende am 74. Oberwalliser Tambouren- & Pfeiferfest in Bürchen, oberhalb von Visp, teil. Den Anfang des Progamms bestritten Mitgliedern der Fasnachtsclique „Basler Bebbi“,den Abschluss machte das Top Secret Drum Corps.
Zumindest für einige Zeit rückte aber der musikalische Wettbewerb völlig in den Hintergrund. Plötzlich trat nämlich ein Vertreter der „Basler Bebbi“ auf der Bühne des Festzeltes ans Mikrofon und verkündete dem Publikum, man habe etwas ganz besonderes mitgebracht – etwas, das nach dem Sonntag zuvor verdientermassen seinen Platz im Wallis hat – und als gute Verlierer habe man dafür sorgen wollen, dass auch die hier versammelte Oberwalliser Festgemeinde zumindest einmal ganz nahe am „Kübel“ sein könne.
Und präsentiert wurde daraufhin… die originale Sandoz-Trophäe, der Pokal für den Schweizer Cupsieger. 
Und tatsächlich, da war er, der „Pott“, passenderweise geschmückt mit rot-weissen Schals zu Ehren des 3:0-Sieges des FC Sion im Final gegen den FC Basel – und dies notabene im „Joggeli“.
Das Publikum musste zuerst überzeugt werden, dass es sich tatsächlich um die Original-Trophäe handelt. Dann aber brach ohrenbetäubender Jubel aus. „D Hoalle iisch üsgraschtet“, kommentierte ein hörbar Einheimischer. Der Jubel über diese mehr als faire Geste aus dem Verliererkanton nahm kein Ende – und steigerte sich noch, als bekanntgegeben wurde, dass der Pokal vorerst an Ort bleibe und die Möglichkeit bestehe, sich mit der Trophäe fotografieren zu lassen. Ein Angebot, dass in Massen genutzt wurde.
Speziell stolz über die vollbrachte Überraschung zeigte sich Bebbi-Pfeifer René Häfliger, der mit Zweitwohnsitz in Bürchen schon beinahe als Einheimischer durchgeht: „Wenn’s schon mit dem Cup nicht geklappt hat, war dies sicher ein gelungenen Coup!“ Noch Stunden danach und auch am Folgetag habe er viele Male auf Nachfragen bestätigen müssen, dass es beim gezeigten Pokal tatsächlich um die Sandoz-Trophäe handle.
Dem Chronisten nicht überliefert wurde, ob und wie oft der Pokal auch standesgemäss mit Fendant gefüllt und ausgetrunken wurde. Man konnte hingegen die Bestätigung erhalten, dass kein Teilnehmer dieses Ereignis das Festzelt durstig verlassen habe.
Fotos: Markus Niethammer



