Basler Fasnachtspostkarten: Das andere Fasnachtsbuch

21. November 2012 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft bringt der Reinhardt-Verlag etwas, was man dem Fasnachtsfan unter den Baum legen kann: Ein Buch über Fasnachts-Postkarten. Am 21. November wurden das Werk  vorgestellt – passenderweise in einem Fasnachtskeller.

Von modern über romantisch bis zu nahezu antik: Die Fasnachtspostkarten decken die Epochen der Karnevalsgeschichte perfekt ab und im Buch von Jürg Plattner und Silvia Schmid-Blum sind sie verewigt. Plattner hat seine Sammlung eingebracht, Schmid-Blum die Texte verfasst. Ursprünglich sei geplant gewesen, einen Katalog zu erstellen, meinte Plattner, aber bei einer lediglich Handvoll Sammlern sei dies dann doch nicht als zweckdienlich erschienen.

So ist ein Buch entstanden, welches ein Gebiet der Fasnacht aufzeigt, dass die meisten kaum kennen. Die Fasnachtspostkarten dienten touristischen Zwecken, aber auch amourösen, so Plattner: „An den Postillon d’ámour-Anlässen beschrieb man eine solche Karte und liess sie der Dame an Tisch X schicken.“

Die nun veröffentlichte Sammlung ist laut Plattner nicht vollständig – dies sei kaum möglich. Man findet aber bekannte Zeichner der heutigen Zeit wie Roger Magne oder Däge  und auch unbekannte oder nicht mehr bekannte Künstler.  Und man lernt einiges über die Fasnacht, was man vielleicht schon wusste – dass es vor nicht allzu langer Zeit auch hierzulande „Carneval“ hiess – oder noch nicht wusste: So etwa, dass sich Fasnächtler im Kostüm fotografieren liessen, um das Foto dann als Postkarte zu verschenken.

Die Postkarten dienten also den verschiedensten Zwecken, auch als Einladung zu den damals noch üblichen Maskenbällen, als Eintrittsbillett, als Werbung für die Fasnachtsgesellschaften der auch als Rückseite des Fasnachtszeedels. Die VKB machte auf einer Fasnachtspostkarte 1900 sogar ihr Testament, da damals  wieder mal der Weltuntergang verkündet worden war.  Und auch die  Post witterte ein Geschäft. Letztmals 1947 stand während der Fasnachtszeit auf dem Marktplatz ein Postauto, in dem man Postkarten mit Sonderstempel kaufen und verschicken konnte.

Alles in allem ein vergnügliches Lesevergnügen in der kalten Jahreszeit, dass viele neue Erkenntnisse bietet – und vielleicht gerade das Richtige, um die fasnächtliche Vorfreude zu wecken.

Basler Fasnachtspostkarten. Friedrich Reinhart-Verlag, ISBN 978-3-7245-1784-9. Hardcover, 128 Seiten. Fr. 38.-. Erhältlich in den gängigen Buchhandlungen. Weitere Infos unter www.reinhardt.ch oder bei Sammlerecke-Basel (plattner-jb@vtxmail.ch)