Ob die Regierung schläft und den Eintrag der Basler Fasnacht in das UNESCO-Register der Immateriellen Kulturgüter der Menschheit verpasst, will der Basler Grossrat und BFO-Redaktor André Auderset wissen. In einem Vorstoss fragt er den Basler Regierungsrat an, was er in dieser Sache zu tun gedenkt.
Unter dem Titel Intangible Cultural Heritage führt die UNESCO eine Liste der Immateriellen Kulturgüter der Menschheit. Auf dieser Liste finden sich unter anderem heute schon 14 Fasnachten, etwa aus Belgien, Italien, aus dem Osten und aus Südamerika.
Die Schweiz – und damit auch die Basler Fasnacht – ist auf dieser Liste noch nicht vertreten. Es gibt eine – allerdings sehr umfangreiche – Liste der „lebendigen Traditionen“ der Schweiz des Bundesamtes für Kultur (BAK). Diese ist als die nationale Vorstufe zur Liste der Immateriellen Kulturgüter der Menschheit zu betrachten. Es steht aber ausser Frage, dass wohl nur ein kleiner Teil dieser nationalen Liste bei der UNESCO auch tatsächlich „Gnade“ finden wird.
In absehbarer Zeit wird auch die Schweiz der UNESCO Vorschläge für die Aufnahme wesentlicher Brauchtümer unseres Landes unterbreiten. Die Basler Fasnacht würde, wenn sie vorgeschlagen wird, wohl mit einiger Sicherheit aufgenommen. Dazu müsste Basel aber in Bern entsprechend lobbyieren.
Das Interesse scheint amtlicherseits nicht gerade gross. Die entsprechende Anfrage des früheren Obmanns des Fasnachts-Comités, Felix Rudolf von Rohr wurde vom Präsidialdepartement nicht einmal einer Antwort für würdig empfunden. Deshalb doppelte Auderset jetzt nach und stellte folgende Fragen:
- Sind die UNESCO-Liste und die nationale Vorstufe dem Regierungsrat bekannt?
- Erachtet es der Regierungsrat als wichtig, dass die Basler Fasnacht als „Weltkulturgut“ anerkannt wird?
- Wenn Nein: Warum nicht?
Wenn ja: Welche Schritte sind vorgesehen, um der Basler Fasnacht diese Chance zu eröffnen? - Ist dem Regierungsrat der Zeitrahmen bekannt, in dem die Schweiz sich gegenüber der UNESCO äussern muss?
Der Regierungsrat hat nun drei Monate Zeit, die Fragen zu beantworten.



