Barbara-Club: Auf der Finnenbahn wird marschiert

8. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wenn zurzeit fasnächtliche Klänge das Gymnasium Leonhard mit Vorfreude auf die scheenschte drey Dääg erfüllen, ist die Junge Garde des Barbara-Clubs am Werk, die in diesem Jahr ihr 50-Jahre-Jubiläum feiert. In jeweils vier bis sechs Gruppen bereiten sich die jungen Pfeifer und Tambouren fleissig auf die Fasnacht vor – denn schliesslich laufen die ungefähr 60 Jungen bereits in derselben Formation wie der Stamm, und da heisst es: Üben, üben, und nochmals üben. «Wir wollen bei unserem Nachwuchs alles abdecken, und sie sowohl musikalisch wie gesellschaftlich in die Kunst der Fasnacht einführen», betont Obmann Andy Müller.

Diesen Worten lässt der Barbara-Club Taten folgen: Denn für einen Mitgliederbeitrag von nur 200 Franken werden bei der Clique eine Vielzahl an Aktivitäten angeboten. Nicht nur legen die cliqueneigenen Instruktoren grossen Wert auf eine sorgfältige Einführung ins Trommeln und Pfeifen, die Jungen sind auch bei der Sujetkommission mit von der Partie, kaschieren ihre Larven selbst und fertigen ihr Requisit in Eigenregie an.

Die benötigten Gelder kommen ebenfalls durch das Engagement des Nachwuchses zusammen: So gibt es im Mai jeweils einen grossen Kuchenverkauf, und auch am Glygge-Grimpeli nehmen die Jungen teil. Doch damit nicht genug: Jedes Jahr findet ein Sponsorenlauf statt. Auf der Finnenbahn der Langen Erlen laufen Mädchen und Buben zwei Stunden lang so viele Runden wie möglich, damit genügend Geld den Weg in die Cliquenkasse findet. Zur Motivation dürfen die Jungen die Hälfte des erlaufenen Geldes behalten. «Die Sponsoren müssen gut überlegen, wie viel Geld sie pro Runde
sponsern», schmunzelt der Obmann. Schliesslich komme es schon vor, dass ein Kind über 40 Runden absolviere.

Besonders freut sich der Nachwuchs auf das einwöchige Herbstlager auf dem Morgenholz in Niederurnen im Glarnerland, das seit 17 Jahren von erfahrenen Lagerleitern, Sportlehrern und Cliqueninstruktoren organisiert wird. «Da wollen alle dabei sein», freut sich Andy Müller. Ein weiterer Höhepunkt des Cliquenjahres ist die Teilnahme am eidgenössischen Jungtambouren- und Pfeiferfest in der Zentralschweiz. Dass die Jungen dabei auch schon auf dem ungemütlichen Gang eines Schulhauses übernachten mussten, wo Bewegungsmelder einen tiefen Schlaf nahezu verunmöglichten, tut der Freude keinen Abbruch:

Die Junge Garde der Barbara hat schon einige Pokale gesammelt. Im letzten Jahr durfte der Obmann gar besonders stolz sein, als seine eigenen Tochter beim Pfeifen den ersten Platz errang. Auch am offiziellen Bryysdrummle und Bryyspfyffe war der Nachwuchs der Barbara schon öfters in den oberen Rängen zu finden. Ihre Trommel- und Pfeiferkunst stellen die Jungen ausserdem am «Intärne» unter Beweis. Am «Ziggi Zaggi» in der Mittenza waren die Jungen Barbara ebenfalls bereits zu finden. Daneben sorgen Grillfeste, ein Mässbummel sowie ein Sonntagsbrunch dafür, dass auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.

Highlight des Jahres ist natürlich trotzdem, wenn es am Fasnachtsmontag vier Uhr schlägt. Beim späteren Zmorge auf dem Schiff kann der Nachwuchs noch stundenlang in den Erlebnissen schwelgen. Auch in diesem Jahr spielt die Junge Garde übrigens ihr eigenes Sujet aus. «Es geht dabei um den Zusammenhalt», kündigt Obmann Müller an, «Wir wollen uns an der Fasnacht nicht selber feiern.» Natürlich kommt im Jubeljahr aber das Feiern nicht zu kurz: Neben verschiedenen Jubelanlässen und einer grossen Party geht es für den Nachwuchs in den Europapark nach Rust. Auf das volle Programm blickt die Clique denn auch mit Stolz: «Wir haben ein tolles Team und kümmern uns intensiv um die Jungen, das hat sich bewährt», erklärt Müller.

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Sowohl die Junge als auch die Alte Garde gegründet

Wenn die Alte Garde am kommenden Drummeli-Donnerstag für ihren 25.Geburtstag geehrt wird, darf ein Cliquenmitglied besonders stolz sein: Marcel Moeschlin nämlich hat selbst nicht nur die Alte Garde, sondern auch die Junge Garde gegründet. 1982 war es soweit: Im Cliquenlokal am Klosterberg wurde die Alte Garde nach jahrelangem «Prüfen, Zögern, Begeistern, Abwägen, Resignieren und Wiedererwägen» aus der Taufe gehoben. «Ein herrlicher erster Morgenstraich im 1983 mit unserer leuchtenden Laterne liess uns bis gegen 12 (!) Uhr zusammenbleiben, so dass wir dem Mändignoomidaag- Türgg ein Schnippchen schlugen und wir uns getrost erst um 17 Uhr in der ‹Glogge› treffen mussten, respektive durften. . . (was sich eine Alte Garde auch leisten darf!)», heisst es dazu augenzwinkernd in der Cliquenchronik. Von Anfang an besteht sogar die Mehrheit des Vorstands aus Frauen. «Das finde ich super», meint dazu der langjährige Obmann Urs Philipp Hug. Heute sind von den insgesamt 75 Mitgliedern noch 33 aktiv. «Wir nehmen es allerdings nicht so streng und halten die Geselligkeit hoch», schmunzelt Hug. Diese Einstellung lasse jede Fasnacht zu einem einzigartigen Höhepunkt werden.