Der Schnitzelbangg-Marathon hat bestätigt, was nach der Trockenlese zu vermuten war: Der Jahrgang 2010 ist ziemlich durchzogen.
Es ist wie immer: Frau Wirtin dirigiert im Restaurant Aeschenplatz Gäste, Personal und Schnitzelbänggler, damit alle am richtigen Platz sind – und Punkt sieben Uhr gehts los. Bereits s Bangg-Ghaimnis bestätigt, dass in diesem Jahr kein Bänggler an Gaddafi, Merz & Co. vorbeikommt. Einer dagegen ist vorbei und erhält von ihnen noch diesen Nachgesang:
Es nimmt dr Couchepin ändlig,
ändlig doch sy Huet.
Die ganzi Schwyz het Fraid,
es duet aim aifach guet!
Es isch e Gnuss,
die greeschti Nuss isch duss.
«Alors, c’est fini – fertig – Schluss!»
Zwischen Luuszäpfe und Hooseglunggi dann der jubilierende Comité-Bank d Syyddiaane, die auch im Lokalen fündig geworden sind:
Hundert Daag, die git im Gass d Basler SVP,
denn wott die scheeni Trachtegruppe
kai Verbräche mee.
Ehrlig gsait, hän mir uns gfrogt
ob ain vo däne Gselle
iiberhaupt und fäälerfrey
kaa uf Hundert zelle.
Die Verlumpte haben einen jungen Mann aus dem Publikum angeheuert, um ihre Verse pantomimisch zu unterstützen. Schwierig bei dem:
Serviert d Andrea nur im BH mit dr Lea
und het au d Bea nit vyyl me aa wie d’Andrea
und dänzlet s Moni oobe ooni mit em Vroni,
hoggt – goppelooni – zmitts drin dr Berlusconi.
Mit einem perfekten Vortrag und Versen wie diesem glänzen Die Penetrante:
S git zweeni Schwyzer Buschi
sait dr Guschti Salis.
Uff ai Lukas gits fimf Achmeds und vier Alis
und fir jeede Achmed bruuchts ai Minarett.
Drumm empfääle mir de Schwyzer: ab ins Bett!
Neben exotischen Schnitzelbänken wie dem Ostschweizer Unikum Echo vom Säntis oder den Aigebreetler, die diesen Vers brachten:
Dr Merz isch schockiert,
machten dr Gaddafi zer Sau.
D Calmy-Rey isch schockiert
wäägen em Daateklau.
Dr Muurer isch schockiert
wägg em Armee-Chaos doo.
Nit schockiert isch d Leuthard –
die luegt allewyl esoo.
Auch die im Blume-Blätzli mit Banjo- und Waschbrett-Begleitung auftretenden Schnaabelwetzer sorgen für beste Unterhaltung. In ihrem Repertoir auch ein Vers zu einem weiteren Top-Sujet:
Am Kannefäldblatz frogt ys ain:
Wie kumm ych in d Friidmatt?
Mir zaige iim dr Wääg –
hejoo, nit jeede kennt die Stadt.
Är findet weeder Schloof no Rueh,
das isch verdeggel schlimm.
Är schafft drum by dr Credit Suisse
und hett sy CD nimm.
D’ Schnapsbagge wiederum hat sich eines sportlichen Themas angenommen und singt:
Xhaka, Ben Khalifa, Seferovic, Mijatovic,
Kasimi, Nimeley, Nakic, Hajrovic.
D U-17-Wältmaischter sind heerlig.
Mir sage der SVP: «Freuet euch e bitz.
Ey – isch beschti Maanschaft, Mann,
wo’s je hets gits!»
Ein ganz und gar lokales Thema hat der Hanslimaa aufgegriffen und singt zum aktuellen Bundesrats-Foto:
Au im Bundesroot gits nyt, wos nid git.
Das Schyssdräggziigli
lauft nid im Schritt.
Das gäb Lämbbe z Basel
und zwoor gwaltig
und wie by dr Lälli e Clique-Spaltig.
Womit wird zwar noch nicht am Ende des Bänggler-Marathons angelangt wären, aber bei der grossen Pause. Über diese und ihre möglichen Ursachen wird dann in der morgigen Ausgabe noch einiges zu lesen sein.
Weitere Informationen:
Fasnachts-Berichterstattung 2010 der bz auf einen Blick



