Ausgerechnet am Jubiläum fehlen die «Drei Könige»

4. Februar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Seit dem Jahre 1754 stehen Kaspar, Melchior und Balthasar stolz und erhaben über dem Portal des Hotels Drei Könige am Rhein. Vor 29 Jahren kamen nun die «Lufthyler-Waggis» auf die Idee, die «Königlichen Hoheiten» am Donnerstag vor der Fasnacht in «Drei Waggisse» zu verkleiden. Da das Hotel umgebaut wird fehlen die Figuren aber ausgerechnet zum 30-jährigen Jubiläum. Trotzdem soll ein Teil der Zeremonie auch dieses Jahr durchgeführt werden.

Am Donnerstag, 10. Februar um 10 Uhr beginnt die Guggemuusig «Krach-Schnygge» an der Schifflände mit ihrem Platzkonzert. Wenn der Verkehr es zulässt, ist ein kleiner Umzug den Blumenrain auf und ab geplant. Gegen 10.30 Uhr gibt es für die Zuschauer Wysse oder Orangensaft, dazu Kääsküechli. Gegen 11.30 Uhr kommen die Lufthyler-Waggis, zusammen mit dem «Schorsch vom Hafebeggi II» auf dem Löschboot der Feuerwehr zur Schifflände und entern die MS Merian, wo sie von den geladenen Gästen begrüsst werden.

Begonnen hat alles 1975 im Restaurant Charon beim Spalentor. Dort gründete Pitt Buchmüller mit einigen Freunden die Wagenclique «Lufthyler-Waggis». Auf den Namen «Lufthyler» kamen sie, da viele Aktive zu der Zeit auf dem Flughafen Basel-Mulhouse tätig waren. Zwanzig Jahre lang waren sie am Cortège dabei. Dann kamen sie zur Einsicht, dass immer mehr Wagen die Route verstopften, die Staus immer länger wurden und man sprachtechnisch den Baslerdialekt kaum mehr gebrauchen konnte. Den Schlusspunkt setzte ein deutscher Tourist mit Hut und Gamsbart. Als dieser die Hand ausstreckte und sagte: «Faschingsnarr, kann ich auch ein Programm haben?», löschte es ihnen endgültig ab.

Doch zurück zur Verkleidung. Anfangs 1975 traf Buchmüller «–sten» (Kürzel für Hanns U. Christen, Basler Journalist und Schriftsteller. Anm.d.Red.). Rasch waren sie sich einig, dass sie neben den üblichen Vorfasnachts-Veranstaltungen etwas Spezielles machen wollten. Der Vorschlag von «–sten», dass das Elftausend-Jungfern-Gässlein eine Attraktion wert sei scheiterte an der Tatsache, dass keine 11’000 Jungfern zu finden waren.

Doch ganz in der Nähe lag ja das Hotel Drei Könige. Damals herrschte bei der Bevölkerung eine allgemeine «Schwellenangst» gegenüber der Nobelherberge. Kaum jemand getraute sich hinein. So entstand die Idee, die Drei Könige über dem Portal in Drei Waggisse zu verkleiden. In diesen Tagen entwich bei der Firma Sandoz blaue Farbe, welche viele Autos «umfärbte». Die Lufthyler-Waggis machten dies zu ihrem Sujet. Der damalige Chef des Polizei- und Militär-Departements Regierungsrat Karl Schnyder wollte nicht, dass die Sandoz-Feuerwehr die Leiter zur Verfügung stellt. Deshalb konnten die Lufthyler-Waggis mit den neuesten Löschzug der Basler Feuerwehr die Verkleidung vornehmen. Aus dem damaligen Anlass entwickelte sich dann eine 30-jährige Tradition.