Jenen Stimmen, die sagen, die Schnitzelbängg der Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft (VSG) seien immer schlechter als die der Konkurrenten Comité und BSG müssen sich nun etwas zurücknehmen. Die VSG hat wieder Bängg, die ein anspruchsvolles Publikum begeistern können.
Die Shows, so darf man es nennen, der «Schnapsbagge» oder des «Pfarrers vo Hääsige», rissen die Besucherinnen und Besucher des traditionellen Schlussabends beinahe zu Begeisterungsstürmen hin. Auch haben vereinzelte Schnitzelbänggler die Gabe, topaktuelle Verse zu singen, wie beispielsweise über den Rauswurf von Nati-Captain Johann Vogel durch Coach Köbi Kuhn. Andere überzeugen durch ihren musikalischen Auftritt und einen sauber gesungenen Vortrag.
Allerdings hat die VSG immer noch zwei bis drei Bängg, die beim Publikum gar nicht landen. Sie lösen weder ein müdes Lächeln aus, noch motivieren sie zum Klatschen. Auch mit dem Baseldeutsch haperte es ab und zu oder es wurde dem Versmass geopfert. Da muss die interne Qualitätskontrolle der VSG die Latte höher ansetzen, wenn die VSG ihren Schritt nach vorne, den sie zweifelsohne getan hat, nicht wieder zurück machen möchte.
VSG-Preesi Mike Schranz führte in Versen durch das Programm. Er gedachte mit einer Rose im Knopfloch dem Binggis, der am Fasnachtsmittwoch sein Leben lassen musste.
Der «Heermi vom Glaraboschde» war trotz polizeilicher «Optima»-Wirren auf Patrouille und gab den Spielern des EHC Basel eines ans Schienbein:
E Axel, e Toulup, e Pirouette,
derno e Rittbärger-so ganz e fette,
macht ein vom EHC ganz zwääg,
s`isch ihm aigentlig nur no dr Stägge im Wääg.
Die «Nachtschwärmer» hatten einen Austausch-Helgenträger dabei: John aus England. Daher riefen die Bänggler nach jedem Vers: «John, turn your Helge.» Die «Schnapsbagge» dagegen rekrutierte ihren Gitarristen in einem Tram. Dieser spielte beim Hommage-Vers an Schorsch sensationell dessen Gitarristen nach:
Mir vermisse dr Schorsch
vom Haafebeggi zwai,
dä hoggt jetzt ganz elai
bi sinere Frau dihai.
Mir fordere: «Schorsch kumm zrugg – mir wän di wieder gseh,
kauf du doch d`Spieler i – bim FCB!»
Auch die Newcomer «Plagééri> (spricht man übrigens Plagööri aus) legten in ihrem ersten Jahr einen guten Grundstein. Allerdings scheint es, als ob sie ihren Helgenträger aus dem Bünderland importiert haben, um ihm fasnächtliche Entwicklungshilfe zu leisten. Er probte am Schlussabend den Aufstand:
Wettsch du als Fremde Fasnacht macha
Hesch z`Basel aber gaar nüt z`lacha
tuasch du nit trummla und nit pfiifa
und auch nit zur Trumpeta griifa
de muasch halt midara Waagaclicka
fuuli Oranscha ummaspicka
abr i han Glück, i fassas nit
und macha mit denna
an dr Schnitzelbangg mit
sind zwei Plagööri nu zum sääga
i tarf nit singa und muass dr Helga trääga.
Wenn er die Verse noch auf «Baseldytsch» bringen kann, dann steht einer erfolgreichen Integration nichts mehr im Wege. Gute Verse hatte auch die «Staubwolgge» parat, ein Bangg von dem man hoffentlich noch viel hören wird:
Dr Blocher isch no voll im Saft,
d`SP het en nonig gschafft,
d`FDP het au kai Macht,
und Grieni nimmt är sich zem Znacht.
S`ainzig wär, dass är verschriggt
und am e Läggerli verstiggt.
Die Liste der Top-Sujets führten Barbara Schneider und die Geothermie-Beben an. Ein grosser Renner war aber auch die Pfadiübung à la James Bond im Bahnhof. Zwischen den Hampflen von Bängg pfiff und ruesste die «Gundeli Clique» und schränzten die «Grunzgaischter». Beide musikalischen Vorträge kamen beim Publikum sehr gut an. Den Abschluss machte die Tambourengruppe «Pisdig», die das Stadtcasino ein letztes Mal an diesem Abend zum Beben brachte.



