Auch das Drummeli 2010 wird «E rundi Sach»

21. Januar 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Unter dem Titel «Was läuft im Drummeli 2010 zwischen dem 6. und 13. Februar 2010 im Festsaal der Messe Schweiz?» lud das Fasnachts-Comité gestern Abend zu einer zweiten Medienorientierung in den Elchkeller, wo die Proben für die Rahmenspiele stattfinden.

«Seit der letzten Orientierung am 17. November 2009 (Basler Fasnacht Online berichtete) hat sich einiges getan», erklärte der Drummeli-Verantwortliche Adrian Kunz. Statt wie vorgesehen sechs gibt es neu neun Rahmenstücke. Und der Archäologie-Professor (Marcel Mundschin) erhält eine Assistentin (Erika «Bötschli» Giger). Dank des roten Fadens, den der Professor spinnt, wird das Publikum auch während den Umbauphasen unterhalten und soll den Ablauf so kurzweiliger empfinden. Die Gesamtdauer des Drummeli beträgt rund drei Stunden.

Unter der Leitung von Drummeli-Regisseur Michael Luisier gaben die Schauspieler in kurzen Ausschnitten einen kleinen Einblick in das, was die Zuschauer erwartet – ohne jedoch die Schlusspointen zu verraten. So traten neben dem Professor und seiner Assistentin noch ein Gemüsehändler aus dem Elsass (René Quinche) und ein Hofnarr (Niggi Reininger) mit seinem Sohn (Doris Strütt) auf.

Um was es in den neun Rahmenstücken geht, wurde auf zwei Textseiten auch stichwortartig verraten: «Wir schätzen uns glücklich, dass der Archäologie-Professor Zeit gefunden hat, im Drummeli ein wenig zu stöbern. Er wird das Eine oder Andere finden und taucht während des ganzen Programms immer wieder auf. Zusätzlich konnten wir ihn noch für zwei wissenschaftliche Vorträge verpflichten. In einer Geschichts-Lektion gelingt es ihm, auf faszinierende Weise einen Bogen von einem Ereignis der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das noch immer unsere Region bis in die Neuzeit stark prägt, zu schlagen. Das Thema ist so
aktuell, dass wir uns gut vorstellen können, dass der Herr Professor seinen Vortrag auch im Landratssaal in Liestal und im Grossratssaal in Basel halten könnte. Vielleicht gehen noch entsprechende Anfragen ein. In seiner zweiten Lektion macht sich unser Professor tiefsinnige Gedanken zum sehr schwierigen Thema Humor. Wer lacht wann, weshalb und überhaupt. Er stützt sich bei seinen Ausführungen auf umfassende Quellen.

Der Prolog widmet sich einem ernsten Thema und wir hoffen nicht, dass dem einen oder anderen Politiker etwas im Hals stecken bleibt. Das Publikum wird auch einem eher seltenen Gespräch zwischen einem türkischen Migranten (Niederlassungsbewilligung C) und einem Basler aus bestem Hause zum Thema Fasnacht zuhören können. Gewisse unterschiedliche Auffassungen sind zu erwarten. Beide sind aber sehr stark im Argumentieren, was jede Arena-Diskussion in den Schatten stellt.

Seit Jahren arbeitet eine Planungskommission im Präsidialdepartement an der Vereinfachung des Bewilligungswesens. Im Drummeli besteht nun erstmals die Gelegenheit in Form eines Zwischenberichts die Öffentlichkeit über den Stand der Arbeiten zu orientieren. Die Bürgernähe der Verwaltung ist garantiert und man darf mit Zuversicht der Weiterführung der Arbeit entgegensehen.

Die zahlreichen Einkaufzentren verändern die Kaufgewohnheiten. Es gilt Nischenprodukte anzubieten. Unser Gemüsemann aus dem Elsass gibt sich grosse Mühe und kämpft mit Salat, Kartoffeln und Kunden. Ob er zum Ziel kommt?

Mein Sohn, nimm Platz! Dieser Satz hat Kultcharakter und bezieht sich vor allem auf die Bienen und so. Erstmals wird dieser Satz in einem anderen Zusammenhang verwendet und es wird allen am Schluss dieses Musikstückes klar werden, dass es noch viel wichtigere Themen als Bienen und so gibt.

Stadtentwicklung, Begegnungszonen, Grillmeilen sind Thema des zweiten Musikstückes. Mehr als 40 Personen werden auf der Bühne stehen und dem Opernhaus des Jahres 2009 alle Ehre machen. Der Bacchanalchor aus Aesch wird wie letztes Jahr den Festsaal zum Schwingen bringen. Eindrücklich und melodiös wird gezeigt, dass Planung und Realität sich nicht immer entsprechen.»

Eine nette Episode war am Rande der Medienorientierung zu erfahren: Marcel Mundschin, der den Archäologie-Professor spielt studierte tatsächlich in jungen Jahren Archäologie. Heute betreibt er das Uhrenatelier «Rund um d’Uhr».

Doch neben den Rahmenstücken gibt es ja auch noch Cliquenauftritte, Guggensound und Schnitzelbängg. Vertreter des Comités haben alle Cliquen besucht und konnten feststellen, dass es wieder eine grosse Vielfalt von Auftritten geben wird. Die Cliquen scheuen auch in diesem Jahr keinen Aufwand, was nicht hoch genug geschätzt werden kann. Eher traditionelle Auftritte wechseln mit sehr unkonventionellen ab. So gibt es auch einige Tanzeinlagen in verschiedenen Sparten. Attraktiv sind auch die beiden
Guggenmusiken. Die Jeisi Migger versetzen die Zuhörer in einen lauen
Sommerabend des Bebbi Jazz, während die Schränz-Gritte mit ihrem vollem Guggensound begeistern werden. Und über die beiden Spitzenbängg Singvogel und Doggter FMH viel zu sagen, hiesse Wasser in den Rhein tragen.

Gluschtig gmacht? Auch wenn der Vorverkauf laut Kunz besser läuft als letztes Jahr, so habe es noch genügend Tickets.