«Scho läschtig, die viele Brootwurschtbuude! », hört man den Harlekin klagen. Man fühle sich ja wie an der Olma!
Tatsächlich steigt uns der Duft von grillierten Würsten an der Fasnacht bald an allen Ecken der Innerstadt in die Nase: auf dem Münsterplatz, in der Freien Strasse, auf dem Barfi… Mit der Liste könnte man einen ganzen Artikel füllen.
Auf den Grills brutzeln nebst Brootwirscht und Glepfer ab und zu auch triefende Merquezwürschtli. Daneben schwimmen Wienerli im heissen Wasser— alles in allem relativ phantasielos und weit weg von einem kulinarischen Höhenflug. Eine Käseschnitte auf dem Rümelinsplatz genossen ist bereits das höchste aller Gefühle.
Langsam scheint ausserdem ein neuer Trend aufzukommen: der Verkauf von Magenbrot, gebrannten Mandeln und Maroni. Da reibt sich der Bebbi die Augen und fragt sich: «Bin ych an dr Herbschtmäss?»
«Volle Beizen? Nein danke!»
Ein Gang durch die Stadt zeigt aber: Den Leuten scheint die Verpflegung an den Ständen durchaus zu munden. «Mit einer guten Wurst bin ich völlig zufrieden», meint etwa eine junge Frau, die sich auf einer Holzbank vor den Buden des Münsterplatzes niedergelassen hat. Hier unter freiem Himmel könne sie erst noch dem fasnächtlichen Treiben zusehen. «Sich in eine übervolle, verrauchte Beiz setzen? Nein danke!»
Voll sind die Beizen allerdings. In der Hasenburg etwa kann sich schon glücklich nennen, wer an der behelfsmässig eingerichteten Theke beim Eingang vorbeigekommen ist, um die sich eine Menschentraube gebildet hat. Im ersten Stock werden die Läberli mit Rösti sogar auf der Treppe genossen.
Wohin man auch geht: Überall tritt man sich am Abend in den Beizen gegenseitig die Füsse platt. Dabei gibt man sich in vielen Restaurants Mühe, zusätzlichen Platz zu schaffen. Im Rollerhof wurde etwa im Hinterhof ein Zelt aufgestellt, und im Hotel Basel hat man drei zusätzliche Bars eingerichtet und auf der Strasse Tische aufgestellt. Tatsächlich schätzten es viele Leute, bei dem herrlichen Wetter draussen zu sitzen. Die Konsumfreude der Besucher habe aber unter dem Prachtswetter keineswegs gelitten, meint so mancher Beizer.
Den Leuten reicht ein Schnitzel
Die meisten Beizen führen an der Fasnacht ein reduziertes Angebot an Speisen, das sich ebenfalls von Beiz zu Beiz kaum voneinander unterscheidet: Salate, Schnipo, Steaks, Teigwaren, Läberli und die gleichen Würstchen wie an den Buden. So könne schneller und einfacher gekocht werden, erklärt Guido Schmidt von der Geschäftsleitung des Café Huguenin. Spezielleres Essen hätten sie auch schon angeboten, doch sei dies nicht gelaufen. «Die Leute wünschen an der Fasnacht eh nur Schnitzel», meint Schmidt.
Natürlich dürfen auch in keiner Beiz Mählsuppe, Kääs- und Ziibelewaie fehlen. In den meisten Beizen wird die Suppe noch nach altem Rezept selber gekocht: Das Mehl wird im Ofen oder auf dem Herd geröstet bis es braun ist und dann mit kaltem Wasser abgelöscht. Wem das Portemonnaie an der Fasnacht nicht allzu locker in der Tasche sitzt, sollte sich jeweils vergewissern, ob die Beiz nicht eine spezielle Fasnachtskarte mit entsprechend höheren Preisen führt.
Doch auch an den Buden kann gespart werden: Die Preise für 3 dl Mineralwasser schwanken hier zwischen Franken 2.50 (Hauptpost) und vier Franken (Barfi).
Am billigsten isst man aber in einem Cliquenkeller (Ambiance inbegriffen). Zwar zeugt hier das kulinarische Angebot auch nicht gerade von übersprühender Phantasie, und die Mehlsuppe stammt meistens aus dem Beutel. Dafür ist sie hier für etwa Franken 3.50 um einiges billiger als in der Beiz zu haben.



