Basel kommt – den enttäuschenden Leistungen des lokalen EHC zum Trotz – in dieser Saison doch noch zu einem Eishockey-Highlight: Am 4. April (Spielbeginn: 17 Uhr) stehen sich in der St. Jakob-Arena die Staine Oilers und Bebbi Yysbääre gegenüber. Hockey-Feinschmecker wissen: Es ist bereits das zweite Aufeinandertreffen der beiden Teams, die sich aus Mitgliedern der Alten Stainlemer und Basler Bebbi rekrutieren. Diese verfolgen ein durchaus realistisches Ziel: «Wir wollen mehr Zuschauer haben, als dies an einem normalen Meisterschaftsspiel des EHC Basel der Fall war», erklärt Dänny Schärli gegenüber Basler Fasnacht Online (BFO). Geht es nach seinen Vorstellungen, so werden diese Zeuge, wie sich seine Bebbi Yysbääre erfolgreich für die schmerzliche 4:8-Niederlage im vergangenen November auf der Kunsteisbahn St. Margrethen revanchieren.
Schärli und «seine» Bebbi Yysbääre? Das ist für einmal bewusst keine Übertreibung: Der begeisterte Hockeyaner ist nämlich Präsident, Coach, Sportchef, Kassier, Materialwart und nicht zuletzt Goalie jenes Teams, das seit der ersten Begegnung «viel versprechende, junge Talente sowie routinierte Eishockey-Cracks» gewinnen konnte. Letztere – so der Tipp Schärlis an die Zuschauer – erkenne man an den ausgelatschten Schlittschuhen. Doch auch Bewährtes zaubern die Yysbääre aus dem Hut: «Ich denke dabei insbesondere an den Parade-Abwehrblock mit Urs, dem Silberrücken, Urs, der Eiche, und Urs, dem Amboss», so Schärli; Kennern der Szene ist diese Defensiv-Linie auch als «Bärenriegel» bekannt. Und weiter lässt er sich in die Karten blicken: «Die Stürmer-Blöcke haben sich für diese Revanche mit Tikhonov in einem sibirischen Trainingscamp optimal vorbereiten können. Kalinka!»
Die Staine Oilers sind davon wenig beeindruckt. Dennoch warnt Teamchef Remo Vecchi, der aus terminlichen Gründen beim Rückspiel seinen Platz Stefan Winteregg überlassen muss: «Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus, das Spiel wird nicht auf die leichte Schulter genommen.» Wie Recherchen von BFO ergaben, diente nicht zuletzt das geschickt getarnte Fasnachts-Sujet «Kusch oder Päng… mer schaffe bis zem Doot» einer optimalen Vorbereitung. Im Nachhinein scheint der inhaltlich-kritische Ansatz nur Deckmantel für ein dreitägiges (Kraft-)Trainingslager gewesen zu sein. Wir erinnern uns: Die Alten Stainlemer verzichteten am Cortège aufs Musizieren und rollten stattdessen Fässer durch die Innerstadt oder hämmerten, was das Zeug hielt. «Die 120 Kandidaten haben buchstäblich bis zum Umfallen gearbeitet», verrät Vecchi – die Team-Selektion sei entsprechend schwer gefallen. Dennoch wurden beim zweiten Mannschafts-Zusammenzug (nach aussen als Bummel getarnt) erneut alle berücksichtigt: «Wir haben nochmals an der Kondition gefeilt.» Wer letztlich den Sprung ins Team geschafft hat und sich somit auf Glatteis begibt, wurde im Detail nicht bekannt – allerdings fehlen den Staine Oilers zwei wichtige Teamstützen (wegen Schulterverletzung respektive Probetraining bei den Mailänderli).
Den Formstand der Yysbääre abschätzen zu können, ist schwierig. «Die Vorfasnacht und Fasnacht hat uns grossen Auftrieb verliehen», bestätigt Schärli – dies allerdings vorallem im mentalen Bereich. Ob dies für die Revanche ausreichen wird? Die Antwort dazu muss auf dem Eis erfolgen. «Die Niederlage vom November lassen wir nicht auf uns sitzen», so Schärli, «durch Kampfgeist werden wir die Zuschauerkulisse zu begeistern wissen.» Die Klingen – pardon Hockeyschläger – sind jedenfalls gekreuzt: «Mit der Erfahrung aus dem Hinspiel sowie dank der seriösen Vorbereitung schauen wir dem Spiel gelassen entgegen», erwidert Vecchi. Der Eintritt zum Eishockey-Saison-Highlight 2004 in der St. Jakob-Arena ist frei, alle Fasnachts- und Sport-Fans sind sehr willkommen. «Wir wollen den Beton-Kessel zum ersten Mal bei einem Eishockey-Match zum Brodeln bringen», so der Oilers-Teamchef – und ergänzt: «Bisher ist dies ja nur dem Top Secret Drum Corps gelungen…»
Weitere Informationen:
Homepage Alti Stainlemer
Homepage Basler Bebbi



