Es waren schlaflose Nächte und eine nie erloschene Liebe zum Charivari: Diese Kombination haben bei Armin Faes dazu geführt, dass er nun Nägel mit Köpfen gemacht hat. «Wir werden dafür sorgen, dass diese wunderbare Veranstaltung mit frischem Wind in den Segeln in die Zukunft fahren kann.» Zusammen mit den alt Vorstandskollegen Rico Tarelli und René Roth hat sich Faes entschlossen, den «Glaibasler Charivari-Verein» zu gründen. Gestern Abend hat nach Informationen von Basler Fasnacht Online eine Aussprache mit dem aktuellen Vorstand um Daniel Thiriet stattgefunden, die offensichtlich nicht ohne Emotionen abgelaufen sei. Fakt ist, dass mit dem heute kommunizierten Entscheid eine Zäsur gemacht wird und folglich ein «neues» Charivari mit neuen (allerdings altbekannten) Köpfen entsteht.
Ziel des neuen Vereins ist es, 2011 wieder ein waschechtes Charivari im Volkshaus zu veranstalten. Dabei hat sich Faes prominente Hilfe an die Seite geholt: Programmverantwortlicher wird kein Geringerer als Basel-Tattoo-Produzent Erik Julliard. «Für mich gehört diese Veranstaltung zum unverzichtbaren Inventar der Basler Fasnacht», sagt Julliard, der selbst sechs Mal als Akteur auf der Charivari-Bühne gestanden war. Die Zeit drängt: Im April 2010 will das neue Team bereits Strukturen und Eckpunkte des Programms vorstellen. «Sicher wird der Vorstand durch geeignete Leute ergänzt», erklärt Faes, «gleichzeitig wird ein neues, starkes Charivari-Team aufgebaut.» Es würde nicht überraschen, wenn aus der «Ära Thiriet» in diesem Team niemand mehr dabei sein wird. Fakt ist, dass sich Faes in der Vergangenheit irritiert gezeigt hatte, dass der aktuelle Vorstand im «Stöckli» (so nennt sich der Verbund der ehemaligen Charivari-Vorstandsmitglieder) nie um Rat nachfragte, als die finanzielle Schräglage absehbar wurde.
Die Kleinbasler Vorfasnachts-Veranstaltung Charivari wurde 1976 gegründet und feierte unter Faes als – damals noch einzige – Alternative zum Drummeli grosse Erfolge. 2010 musste es aus finanziellen Gründen gestrichen werden, nachdem verschiedene Sponsoren abgesprungen waren.



