Die 8. Ausgabe des Basel Tattoo bringt königlichen Glanz, rhythmischen Schwung, präzise Formationen, zauberhaften Tanz, charmanten Gesang, hochprofessionelle Musik, piperischen Hochgenuss und einen gelungenen Gag ans Rheinknie. Die Gäste der Premierenvorstellung waren begeistert.
Bereits die Overture versprühte ein Gefühl von Wohlgefallen, als eine kleine berittene Garde vor einem Musikcorps in die Arena einmarschiert ist. Musikalische Unterstützung fanden sie mit der Swiss Army Stage Band, unter der Leitung von Major Christoph Walter und dem Basel Tattoo Chor und schafften es problemlos die erwartungsfrohen Gäste so richtig in das Programm einzustimmen.
Alsdann ertönten die ersten Dudelsäcke aus dem offenen Kasernentor und in farbigen Rauch gehüllt schritten mehr als 200 Pipes und Drums vor das Publikum. Ein eindrückliches Bild, welches mit dem formierten Symbol eines vereinten Baslerstabes gipflete. Eine allfällige Fusion der beiden Halbkantone macht also auch vor dem Basel Tattoo nicht Halt. Die faszinierenden Klänge der Massed Pipes and Drums sorgten für die ersten Beifallsstürme.
Die weiteste Anreise hatten in diesem Jahr The Royal Corps of Musicians aus Tonga. Vom Musikcorps aus dem Südpazifik erwartete man eigentlich ein etwas exotisches Spiel, dem kamen sie jedoch nicht nach. Mit der Titelmelodie aus „Jäger des verlorenen Schatzes“ oder „Starwars“, mit „Mama Mia und Thank you for the Music“ von ABBA oder „Johnny be good“, brachten sie ein eher westlich orientiertes Repertoire. Einzig „Tau’olunga“ brachte ein wenig Ferienstimmung in die Arena umso mehr als die entzückenden Inseldamen in ihren traditonellen Kostümen einen Brauttanz dazu aufführten.
Weiterer royaler Besuch, im weitesten Sinne, kündigte sich anschliessend an. Die berittene Formation der Band of The Life Guards gelangte unter den Klängen von „Aida“ in die Arena. Ungewöhnlich nervös zeigten sich jedoch die Pferde, die einerseits offenbar mit dem Asphalt nicht gut zurecht kamen , andererseits sich am Applaus des Publikums erschreckten. In der Vorpremiere erreignete sich sogar ein Zwischenfall, als ein Pferd ausglitt und den Reiter kurz unter sich begrub. Beide waren aber offensichtlich unverletzt geblieben. Alsdann forderte René Häfliger, Speaker des Basel Tattoo, die Gäste auf, den Beifall auf ein Minimum zu reduzieren.
Mit Nervosität hatten die Pferde der Mounted Fanfare Band of the Carabinieri aus Italien offenbar nicht zu kämpfen. Souverän und anmutig transportierten sie ihre musizierenden Reiter in die Kulisse. Die bekannten italienischen Melodien wurden schon bald vom Publikum mitgesummt und es kam so etwas wie „la dolce vita“ auf. Ein wunderbares Momentum für Auge und Ohr. Höhepunkt war schliesslich das gemeinsame Spiel dieser beiden berittenen Formationen mit dem aus der Feder von Giuseppe Verdi stammenden Stück „Nabucco“. Respektvoll zurückhaltend wurden sie schliesslich mit zartem Applaus verabschiedet.
Pferde müssen sich erleichtern. Um diese, ledich von den Rosenzüchtern beliebten, Pferdeäpfel aufzulesen, fuhren in der Folge 5 Kehrmaschinen, gelenkt vom Präzisionsteam der 3. Städtereingungskompanie des Kantons Basel-Stadt in die Arena. Unter der musikalischen Begleitung der Swiss Army Stage Band brachten diese das Kasernenareal in Formation fahrend und unter pyrotechnischen Effekten, wieder auf Vordermann. Wie es sich für eine Militärveranstaltung gehört, stieg der Teamleader, Christan Messerli, aus seinem Fahrzeug aus und verabschiedete sich mit Handanlegen vom Publikum, bevor sie das Gelände wieder gemeinsam verliessen. Ein gelungener Gag, der mit viel Applaus bedacht wurde.
Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Tattoos stand nun auf dem Programm. Mit der Musique de la Brigade de Sapeurs-Pompiers de Paris, präsentierte sich eine Musikgesellschaft, welche noch vor kurzem auf der Champ Elysee für den französischen Präsidenten gespielt hatte. Nicht unbegründet wie sich zeigen sollte. Michael Jacksons „Thriller“, wurde nicht nur musikalisch hervorragend umgesetzt, die Interpreten bewegten sich auch so wie man es aus dem Musiktrailer her kennt. Auch der „Gangnam Style“ des südkoreanischen Rappers PSY wurde gekonnt und lustig umgesetzt. Ein überaus rhytmisches „Waka-Waka“ gefolgt von einem „Cancan“ rundete einen hervorzuhebenden Programmpunkt ab. Singender Weise mit der „Gilberte von Courgenay“ verliessen sie schliesslich die Arena und nicht nur ihre goldenen Feuerwehrhelme funkelten in die Basler Tattoonacht.
Bereits zum dritten Mal durfte heuer His Majesty the King’s Guard Band & Drill Team aus Norwegen am Basel Tattoo begrüsst werden. Ihr Markenzeichen sind die blauen Uniformen mit den mit Pferdehaaren besetzten Melonen. Ein weiteres Markenzeichen ist aber auch ihre überragende Präzision bei der Ausführung ihres Exerzierens. Atemberaubend und fasst etwas beängstigend, wenn man bedenkt, welcher Aufwand für eine solche Vorführung betrieben werden muss. Hervorragend unterstützt wurde das Drill-Team musikalisch von der eigenen Guard Band. Immer wieder ein Genuss.
Die Solopiper Finlay MacDonald aus Schottland und Matt Maclsaac aus Kanada stimmten ihre Dudelsäcke nun zu einem weiteren Genuss ein. Die Basel Tattoo international Highland Dancers, zusammengestellt aus den besten, hochgradig erfahrensten Tänzerinnen aus der ganzen Welt, durften nun ihr Können präsentieren. Wunderbar anmutig gleiteten sie über den Paradeplatz und glänzend begleitet durch die beiden Dudelsack-Koryphäen und der Swiss Army Stage Band, verschmolzen die Bewegungen mit den eindrücklichen Lichteffekten.
Mit bekannten Klängen vom 5. Kontinent stellten sich alsdann The Band of the South Australia Police in Szene. In der Auswahl ihrer Stücke durfte „Waltzing Matilda“ natürlich nicht fehlen. Stimmgewaltig zeigten sich auch die 2 Sängerinnen und 1 Sänger die gemeinsam „I Still Call Australia Home“ performten.
Genau so beeindruckend schritten abschliessend The Band of Her Majesty Royal Marines durch das Kasernentor. Powervoll wirkt ihr Spiel, Powervoll und präzise aber auch sanft und einfühlsam. Vor allem beim Superhit von Rad Steward „Sailing“ mit welchem die Garde in Form eines Ankers durch die Arena schritt, wurde auch diese Qualität sicht- und hörbar. Das Stück „Canbarra“ hingegen kam wiederum Pompös daher und die Trommelvirtuosen der Band begeisterten dabei mit ihrer Schlegelakrobatik. Ein glamouröser Abschluss eines abwechslungreichen Programms.
Das Finale begann mit dem Einmarsch der verschiedenen Musikcorps, welche jeweils mit einem der Nationalität entsprechenden Musikstückes in Empfang genommen worden ist. Zu den Musikcorps gesellten sich danach die Massed Pipes and Drums, sodass die Hälfte des Kasernenplatzes farbenfroh gefüllt war. Mit einem Ditscherlidu wurde nun das Stück „I am Australien“ angespielt. Alsdann stand Fabienn Louves im Mittelpunkt. Die Stimmgewaltige Luzernerin durfte das Lied „Rotwiss“ vortragen und hat sich zweifelsohne in die Herzen der Gäste gesungen. Nach „Wochenend und Sonnendschein“ sowie „Im Örgelihuus“ durfte sich das Publikum für die Nationalhymne von ihren Sitzen erheben. Diese wieder einnehmend lauschte man schliesslich dem einsamen Piper auf dem Kasernenturm. Nach zwei weiteren musikalischen Glanzlichtern erschien Nelly Patty zusammen mit einem Sänger der australischen Policeband. Im Duett sangen sie „Comme d’abitrude, besser bekannt unter dem Titel „My Way“. Hühnerhaut zum Abschluss des Finals.
Mit dem Basler Marsch verabschiedeten sich schliesslich die Musikcorps vom Basler Publikum, während die Massed Pipes and Drums traditionell die Arena mit „Black Bear, Scotland the Brave und Highland Laddie verliessen.
Das Basel Tattoo 2013, prächtig und glamourös, mit vielen Highlights und Farbtupfern. Geniessen sie ihren Besuch auf dem Kasernenareal anlässlich dieses faszinierenden Events.
Für die Frühvorstellungen am Sonntag,(14:00 Uhr) sowie Mittwoch, Donnerstag und Freitag (jeweils 17:30 Uhr) gibt es noch letzt Tickets, die via Telefon 061 266 10 00 oder im Shop an der Schneidergasse sowie am Ticketschalter auf dem Eventgelände erhältlich sind.
Das Schweiz Fernsehen stahlt das Basel Tattoo 2013 erneut in der Primetime aus:
Am 31. August 2013 um 20:10 Uhr, SRF1.
Weitere Informationen auf www.baseltattoo.ch



