Comité-Bängg Schlussoobe. E Gnuss!

24. Februar 2013 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Das Basler Stadt-Theater und das Schauspielhaus platzten aus allen Nähten. Zumindest einmal im Jahr dürfen sich die beiden Häuser über einen Publikumsaufmarsch freuen, nämlich dann, wenn die „Comité-Bängg“ ihren Schlussabend zelebrieren. 27 der 28 Formationen (ausgerechnet Doggter FMH musste zum Doggter!) gaben sich auf den beiden Bühnen ein abschliessendes Stelldichein und kein Gast musste sein Kommen bereuen.

Eröffnet wurde der Abend mit den „Jeisi Migger 1926“. Sie sind ihrem Ruf treu geblieben und musizieren, wie es sich für eine alte Gugge gehört. Kakophonisch schräg, im Dixi-Style mit Klarinette und Waschbrett, sorgten sie vorab für die beschwingte Einstimmung.

Gewohnt wortgewandt begrüsste im Anschluss Dieter Moor in breitem „Baseldytsch“ und natürlich in Versform, die Gäste auf der grossen Bühne. Bereits seine Ausführungen sorgte beim Publikum für Lacher und spontanen Applaus und er leitete so auf die Schnitzelbängge über, welche nun Schlag auf Schlag folgten.

Bei den Themen und Persönlichkeiten, welche in diesem Jahr vielfach und von fast allen „Bänggler“ berücksichtigt worden sind, handelte es sich um: Baschi Dürr, Christoph Mörgeli, Ueli Maurer, Vreni Schneider, Anita Lachenmeier, der Papst, BaZ, BVB mit Farbe und Anzeigetafeln, Flucht aus dem Wooghoof, Heilsarmee, die Schweizer Ski-Nazi und natürlich der Pferdefleischskandal. Wobei die Pferdeverse, auf Grund der Aktualität, ihren Weg auf die „Zeedel“ nicht gefunden haben. Die anwesende Politprominenz musste jedoch auf eine Persiflage ihrer Person verzichten. So Anita Fetz am Nebentisch, Karl Schweizer, Eric Nussbaumer oder Carlo Conti. Einzig „Stapi“ Gui Morin, wurde das eine oder andere Mal mit einem „Bangg“ beglückt. Dafür konnte sich mein Tischnachbar von der NZZ, der eigens aus Zürich gekommen war, über viele Verse freuen, bei welchen sein Kanton oder dort befindliche Personen eine zu erwähnende Rolle spielen.

Do findsch wyteri Schnitzelbanng Helge

BVB

 Gaslatärne
Fir was e Blackbocks isch, das wisste Ihr doch au
Die zaichnet Flugzygdate uff und zwor genau.
Jetzt gits au sottigi, do ka me gar Nyt gseh
Die sinn an jeder Haltstell vo de BVB!

Polyvalänte
In Basel wählt me meerheitligg eher Richtig Rot,
Falls die grad wider wäffele, duets au Grien zur Not.
Das ziet me bi uns duure, sälbscht s’Drämmli söll Grien sii.
Gsee hän mir scho lang keins meh, lut Aazeig kunnts denn glii.

Fäärimaa
Küürzlig wott y uff s Tram – y hätt mirs könne spaare
Die eerscht drey han y grad lo duurefaare
Ych styyg denn ins vierte, in das volle, pralle
Bi de andere hett mir das „Grien“ nit soo gfalle

Schloofsuuri
D Aazaigedaafle wo in der Stadt jetz kasch gsee
Sotte mir kenne saage weeles Dram y soll nee
Das hett mi verwirrt – no kunnt denn die grooss Erliichtig
Aa joo – das isch jo die neii Wienachtsbeliichtig

Baschi Dürr

 Glettyse
Vom Baschi Dürr het me vorhär gsait
Är sebi z schwach fir Schutz und Sicherhait
Doch kuum im Amt, do stuun ych au
Scho brennt d Villa Rosenau

Hanslimaa
300-Dausig griegt dr Baschi im Joor – jo und?
Das sin umgrächnet rund 150 Stai in dr Stund.
Fir sovyyl Stutz und ooni sichtbaare Nutze
Gieng ych au jeede Frytig – im Roothuuss go butze!

Peperoni
Der Baschi Dürr dä het – lut Zyttig
Sy Butz- und Weschdaag als am Fryttig
Är glettet, kocht, staubt ab und butzt – ych ha dä unterschetzt
Dasch ändligg Aine, wo sich au fir dr Rächt vom Maa yysetzt.

Heiri
Sii, das find ych scho dr Hit: Dä Baschi cha wäsche
cha Windle wächsle, butze, är git em Buschi d Fläsche
Nääbebyy striggt är fir d ART und choche cha är au.
Wenn dä jetzt no regiere cha, denn isch dä glatt e Frau

Christoph Mörgeli

 Pierrot
Unsere Christoph Mörgeli,
macht dr Uni Sörgeli,
är haigi ständig gnörgelet,
drum hän sin jetzt enstsörgelet.

Blauäugigi
D Gfängis in dr Schwyz sin voll – es het kai Muus me Platz
me waiss nit was me mache soll – e Katz isch kei Ersatz.
Was hän denn dir für Sörgeli – sait uffsmool e Hälle
Im Hirni vo däm Mörgeli – gits luter lääri Zälle.

Strossewischer
Jetz duet der Mörgeli Gedangge fabriziere
Und denn für d Schwyz in Yymachgleeser konserviere
Die will er als Kurator im Museum sammle
Wo die als Sondermüll denn vor sich aane gammle.

Schlyffstai: Gueten Abend gute Nacht  Brahms
Im Museeum wird’s Nacht. Waisch was dr Mörgeli macht?
Im Inschtitut e herrlig Rue – do hesch scho immer gmait, s’isch zue
Will was dä SVP-Prophet doziert, e Studänt vo hit nit interessiert
Däm sys Wältbild passt akkuraat zu syne staubige Exponaat

Ueli Maurer

Schunggebegräbnis
E Lehrer isch kai Metzger, e Senn isch kai Bängger
E Pöschtler isch kai Schryner und e Schugger kai Dängger
S isch e Coiffeur kai Botaniker
E Zöllner kai Mechaniker
Und e Muurer, sappermänt
Isch kai Bundesbreesidänt!

Spitzbueb
Dr Dragovic haut mit vyyl Gschigg
Em Ueli Muurer voll in s Gnigg.
Dä drait sich um und maint in Rue:
„Dr Christoph schloot vyyl feschter zue!“

 Stächpalme
Dr Dokter sait zum Ueli Maurer:
Ueli, du wirsch immer sturer.
Du hesch fascht vierzig Grad Fieber und e Huffe Dräck im Bluet
D Abwehrchreft si futsch – dir däät e Gripe-Impfig guet

Anggewegglimaitli
Der Maurer het kai Info griegt
Eb dä Gripen-Vogel wirgglig fliegt.
Ich wurde do dr FCB froge,
Denn däne Ihre Vogel isch gfloge.

Dr Papscht

 Penetrante
Äär drätti zrugg äär sig so mied, däät nur no Zittere
Per ändi Monet, genau am achti , duet äär twittere.
Doo litet d Merkel aa, s isch nooni halber niini,
Si iibernääm dä Job, si miech en vo em Zniini.

Peperoni
Wo der Paapscht-Spyoon underem Bett
Drei alti Playboy gfunde het,
Frogt dä Stuubegnächt verstuunt: „Was isch denn das für e Blunder?“
„My Sohn, vermuetlig isch das wiider ains vo dääne Wunder.“

Ski Nati

Glettyse
Wenn Ski-Stars rasant dr Hang ab spuure,
Bruucht’s zem d’Zyt bestimme hochpräziisi Uhre.
Doch wenn d’Schwyzer Manne sich dr Hang ab zwänge,
Duet e Wand–Kaländer längschtens länge!

Gaslatärne
E schwiizer Schyrennfahrer duet im Starthuus warte.
Nach aim uss China sotti är als Näggschte starte.
Denn sait dr Starter: Sy stöhn nid uf mynere Lischte.
Tourischte derfe erscht nach Rennschluss uf die Pischte.

 Dromböösli
Unser Land het hochi Bärge, Schnee hän mir ganz viil
Doch d Fäärer vo dr Nazi kömme nie ins Ziil.
Damit mir Schwyzer wiider gwinne, hän mir en’Idee
D’Heilsarmee uff d’Pischte, S’Gold-Vreny an ESC.

Veritas Brieder
Carlo Janka und Konsorte dien nüm um d Medaille fahre
Well bim Azug heg me das Joor halt e bitzli miesse spare
Das isch nit e mol so schlimm well sunscht amme ungefähr
10 Sekunde vor em Fahrer scho si Goschdym dunde wär

 BaZ

Dootebainli
Lut BaZ duet z Baasel uf de Stosse d Gwalt regiere
Kasch nur mit Bodyguard und Waffe go spaziere
Miir hänn kai Angscht, doch mir versteen die BaZ, denn –nur so im Verdraue:
Wäär ych dr Somm, wuurd ych mi au nimm uuse draue.

Dreydaagsfliege
I ha mer letschti gsait, kumm kauf dr wider mool e BaZ
Noo bin-i an Kiosk und ha se gsuecht am alte Platz
Do sait mir die Kioskfrau: nai, die wirsch du do nit finde
Die hämmer syt Dezämber bi de Schmuddelheftli hinde.

Fäärimaa
Sie reagiert soo fyyn, die ney Fääry, doo spüür ych guet
öb grad Ebbe isch z Rotterdam – oder Fluet
und sie isch typisch für Basel, nämed sy Platz
ässed Sie es paar Läckerli und läsed Sie d BaZ

Schwoobekäfer
E Stinggdier het z Amerika, im Oschte wie im Weschte
E miserable Ruef, wel s ebe alles duet verpeschte
Bi uns het sone Stinggdier ganz e anderi Bedytig:
Das wird vereert als Chefredaggter vo dr Basler Zytig!

 Wooghoof

Stroossewischer
Im Zolli Froggt der aint Gorilla sy Kolleeg:
„Hey sag, findsch s au so toll, das neye Ussegheeg?“
Dä macht e suure Stai und duet ans Gitter lähne,
„Mer hätte vill me Uslauff dört im Wooghoof ääne.“

 Syydaane
Im Wooghoof wird jetz noonemool ganz dyyr renowiert:
Gäng und Diire wärde braiter und e Rollstuellift montiert
In Wääg zur Kuchi ins Noochberhuus kunnt Belyychtig dryy.
Behindertegerächt mien drum lut Gsetz au Fluchtwääg syy.

Dr Singvogel
Sii mien läider uf my erschte Väärs verzichte
Ych ha döört welle vo däm Wooghoofussburch brichte
Do säit my Helgebueb, er fändi das perväärs
Ych bringi jeedes Joor efang die glyyche Värs.

Schnaabelwetzer
Und s Drämmli grien und s Roothuus root, dr Rhyy dä fliesst verbyy
Und d Heerbschtmäss kunnt, dr Regierig blyybt und alli dööse yy
Syt vyyle Joor laufft z Basel nyt – und Zyt, die blyybt do stoo.
Nur ab und zue isch ain persee im Wooghoof nimmy doo.

 Kunterbunt

Pierrot
S het sicher ain mit Sicherhait
yber d Sicherhait in Basel ebbis gsait
Numme waiss me nimm mit Sicherhait,
Wär het <Basel sygi sicher> gsait.

Peperoni
Y han e tolle, neie Färnsee kauft,
Wo sälber luegt, was jetzt grad lauft
Dä kontrolliert alli Brogramm und macht derbyy nie schlapp
Und wenn d Frau Lachenmeier kunnt, denn stellt dä sälber ab.

Wägwyyser
Für vyl isch Ehrespalebäglemer e Wunsch
Jo, mir frooge uns, wie uff die Tafle kunnsch
Em Moritz Sutter sy Rezäpt, das könnt uns laite,
Zerscht machsch – Hello und denn masch plaite!

 Schwoobekäfer
Dr Santiglaus isch mit dr Ruete zem Vasella ko;
Dä het verzellt: ych ha jo nur, was ych verdient ha, gno
do sait dr Santiglaus: Was Du verdiensch hesch mit em Zogge,
Das zell ych Dir scho ane. Aber denn kasch nie meh hogge!

 Wanderratte
Schlaffi Buchdeggi, Hasescharte, Silberbligg,
Krumme Rugge, Iberbiss, z’kurz und digg
Kunsch uff d’Wält mit sottige Erbfakore,
Hesch in dr Gsellschaft scho verlore
No verreggter isch’s aber, wirsch hochwohlgebohre
Und erbsch im Grosspappe syni Ohre

Singvogel
Me daarf in Zuekunft kaini Doppelnamme haa:
Nümm Schneider-Ammann, Hueber-Hotz, Vetsch-Boodemaa.
Me muess sich halt entschäide, und dasch doch käi Schand:
Nümm Meier-Bluem, nümm Müller-Frey, nümm Basel-Land.

Die dargebotenen Verse waren allesamt amüsant, die einen etwas dezenter, die anderen mit Schenkelklopfercharakter. Die absoluten „Spitzebängg“ waren die üblichen Verdächtigen. Dr Pierrot, d Stoossewischer, s Glettyse  und dr Schwoobekäfer im ersten Teil, d Schlyffstai, dr Heiri, dr Peperoni und dr Spitzbueb im Zweiten. Oben ab flog jedoch dr Singvogel, welcher mit seinem Monster-SBB-Värs, den Theatersaal so richtig zum beben brachte.

Gratuliert wurde auch noch, nebst dem „Hanslimaa“, welcher bereits seit 35 Jahren auf der Route ist und hierfür eigens einen Sanitätskoffer von „Schweschter Erika“ überreicht bekommen hat, wurde auch dem Publikum gedankt, dass die „Schnitzelbänggler“ mit ihrem Applaus motiviert auch künftig tolle Verse zu schmieden.

Als zweite Fasnachtsmusik machte sich eine Herde Zebras auf, die Gäste mit dem „Nonnefürzli“ und abschliessend mit dem Wettsteinmarsch zu unterhalten. Dass ein hautenges Zebrakostüm aber auch für Lacher sorgen kann, hat wohl der eine oder andere „Lumbbesammler“ sch(m)erzaft zur Kenntnis nehmen müssen.

3 Stunden „Schnitzelbängg“ im Schauspiilhuus und im Theater und in keiner Minute kam Langeweile auf, so richtig unter dem Motto: „Comité-Bängg loose…e Gnuss!“