Ein Blick hinter die Kulissen des diesjährigen Drummeli, 24 Stunden vor dem ersten Vorhang, gibt Einblick in eine sehr aufwändige Produktion. Aufwändig vor allem für die Techniker der Messe Basel und die der Musical-Produktion „we will rock you“.
Bereits im vergangenen Frühjahr wurde mit den Machern des Musicals Fühlung aufgenommen und eruiert, welche technischen Elemente aus dem Bühnenprogramm in die Drummeliveranstaltung übernommen werden könnten und was hierbei zu berücksichtigen ist, erklärte Toni Bürgisser, Technik-Verantwortlicher der Messe Basel. Ebenfalls mussten die Vorstellungen der Cliquen berücksichtigt und abgeschätzt werden, was mit dem bestehenden Equipment zu realisieren und was nicht möglich ist.
Als das Musical anlief, konnte sich auch die Regisseurin, Bettina Dieterle, einen Eindruck verschaffen, wie man die professionelle Technik optimal nutzen kann und wie mit dem etwas beschränkteren Platzangebot umgegangen werden kann.
Der Nachteil, das Drummeli in die bestehende Musicalkullisse zu integrieren besteht darin, dass die Züge oberhalb der Bühne für die Drummelirequisiten nicht zur Verfügung stehen, da sich daran bereits gut 24 Tonnen an Teilen des Queen-Musicals befinden. Die Cliquen müssen ihre Requisiten also jeweils selbstständig zubringen und abtransportieren und dies innert nützlicher Frist.
Eine weitere Herausforderung hatten die Video-Verantwortlichen zu bewältigen. Die Leinwand wird mit 4 Beamer bestrahlt, woraus es schliesslich ein Gesamtbild zu generieren gilt, welches eine entsprechende Qualität hervorbringen soll. Bis Anhin wurde mit 2 Beamer gearbeitet.
Die Cliquen wurden daher aufgefordert ihr Bildmaterial in einer vorgegebenen Auflösung und Bildgrösse beizubringen. Alsdann mussten die Filmbeiträge mit Computerprogrammen auf die Projektoren eingestellt werden. Alleine für diesen Arbeitsgang haben die Techniker rund 36 Stunden investiert. Die Bildqualität hängt jedoch auch mit der Leinwand zusammen. Da diese freischwebend ist, kann das allenfalls zu Überschneidungen der Bildbereiche führen. Diesbezüglich darf man gespannt sein, wie sich dies innerhalb des Programms verhalten wird.
Ein Mehrwert verspricht sicherlich das Licht, welches ausnahmslos vom Musical übernommen wird. Die verschiedenen Scheinwerfer bieten grosse Möglichkeiten, da einfach viel mehr intelligentes Licht zur Verfügung steht, schwärmt Brügisser.
Auch beim Ton könne man aus dem vollen schöpfen. Einzig einige zusätzliche Mikrophone mussten beigebracht werden, ansonsten werden auch hier die Gerätschaften des Queen-Musicals genutzt.
Das Platzangebot auf der Bühne ist auf Grund der bestehenden Kulisse und der umfangreichen Technik etwas eingeschränkter als in den vergangnen beiden Jahre. Dies wird sich jedoch nicht nachteilig auswirken, ganz im Gegenteil, wie Andre Schaad vom Fasnachts-Comité sagt. Mit den verschiedenen Vorhängen, welche zur Verfügung stehen und den Lichteffekten, die zu realisieren sind, können vor allem bei den Rahmstücken, wertvolle Effekte erzielt werden.
Das ambitiöse Vorhaben die bestehende Technik einer Musicalproduktion für das Drummeli 2013 zu nutzen hatte zur Folge, dass das technische Personal im Gegensatz zu den beiden vergangenen Jahren verdoppelt werden musste. Während die Verantwortlichkeit für Ton, Licht und Bild jeweils durch die Messetechniker gewährleistet wurde, kommen in diesem Jahr die Techniker der deutschen Produktionsfirma für das „we will Rock you“ Musical hinzu. Die Personenanzahl, welche in der Technikregie und an den Bildschirmen im Hintergrund sitzen belaufen sich daher auf etwa 25 inkl. des Bühnenpersonals.
Das Einvernehmen zwischen den professionellen Techniker des Musicals und denjenigen der Messe und dem Comité, war jederzeit ausgezeichnet, bestätigte André Schaad. Gemeinsam hat man an der Umsetzung geschliffen und ist zu einem spektakulären Ergebnis gekommen. Eine Zusammenarbeit, die es in dieser Konstellation möglicherweise nie mehr geben wird, ist es doch nicht selbstverständlich, dass eine Profit-Veranstaltung zwei Wochen pausiert, um den Basler ihr Drummeli zu gönnen.
Aussergewöhnlich wird es aber bestimmt auch für die Musical-Macher. Sie haben trotz ihrer Internationalen Tätigkeit sicherlich noch nie über 1500 Mitwirkende während eines 3 Stunden dauernden Bühnenprogramms gesehen. Die Technik steht, das Drummeli 2013 kann also starten. In 24 Stunden geht’s los.



