Frischer Wind im Conzärtli

18. Januar 2013 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Es gibt einiges Neues bei der ältesten Basler Vorfasnachtsveranstaltung. Ein Drittel des Ensembles ist zum ersten Mal dabei – und schon wieder gibt es einen Umzug in ein neues Veranstaltungslokal. Die „Lyyche“ sind ausnahmslos männlich wie Eymann, Blattmann und Häusler. Und heute ist Mordnacht.

Es ist für den Regisseur des Conzärtli (bitte immer mit „C“) nicht einfach, ein komplettes Ensemble auf die Bühne zu bringen; dies musste auch der aktuelle „Macher“, Mathias Werfeli, erfahren. Das Bologna-System sei schuld, welches im Januar eine grosse Prüfungs- und Prüfungsvorbereitungszeit vorsehe. Trotzdem ist Werfeli zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr die traditionelle Altherren-Frage „Gitt’s e Conzääärtli?“ mit dem ebenso traditionellen „Jo, wie allewyl!“ beantworten kann. Dies mit einer Truppe, die zu gut einem Drittel aus neuen Kräften besteht.

Neu ist auch der Veranstaltungsort. Nach dem Auszug aus dem Stadt-Casino (weil sich die Besucher eines gleichzeitig stattfindenden klassischen Konzerts – dieses mit „K“ – beschwert hatten), fand man für zwei Jahre im Grossen Festsaal der Messe Unterschlupf. Da dieser nun Geschichte ist, verlegte man das Zofingerconzärtli in den Saal San Francisco des Kongresszentrums. Damit stehen auch weiterhin rund 1’000 Plätze zur Verfügung und – wie Zofingia-Präsident Christoph Burckhardt sehr betonte: „Wir sind zwar jedes Jahr ausverkauft – aber immer erst am Schluss.“ Man kann also bis zum letzten Tag noch Tickets kaufen.

Frauenlos ist dieses Jahr das „Lyyche“-Trio. Prominent aber allemal mit dem Armeechef André Blattmann, Erziehungsdirektor Christoph Eymann und FCB-Präsident Bernhard Heusler. Alle fühlten sich geehrt über ihre ungewohnte Rolle, merkte Regisseur Werfeli an.

In der Nacht auf morgen wird wieder „gemordet“, d.h., die seit 1942 nahezu unveränderten Plakate angebracht. Dies hat in der Vergangenheit auch schon zu Ärger mit Hausbesitzern und einen jeweils veritablen Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei geführt. Man will aber keinesfalls jemanden ärgern oder gar schädigen, sagt Burckhardt. Zum einen sei der verendete Fischkleister biologisch abbaubar; ein Kessel heisses Wasser und ein Schwamm reichten in der Regel, um die Plakate spurlos zu entfernen. Und man müsse sich auch nicht selbst die Hände schmutzig machen. Mail oder Anruf genügen, und der Aushang werde umgehend beseitigt. Hier die Koordinaten:

077 496 42 55
mordnacht13@gmail.com

Es gäbe übrigens durchaus Hausbesitzer, die sich darüber freuten, in der Mordnacht berücksichtigt zu werden, ergänzte der Zofingia-Präsident.

Nun gilt es also, sich einen der begehrten Eintritte zu sichern. Das Billett ist gleichzeitig Programmheft – und dieses mit lesenswerten „Presserückblicken“. So etwa „Regierungsratswahl: Nach Regen und Traufe nun die grosse Dürre“ oder noch etwas spitzer: „Prävention gegen häusliche Gewalt: Pappkarton-Figur von Tanja Soland wird an alle Haushalte verteilt.

 

Zofingerkonzärtli 2013: 31. Januar – 2. Februar im Kongresszentrum, Saal San Francisco, Vorstellungsbeginn 20.00 Uhr. Preis Fr. 35.-. Vorverkauf (auch samstags) bei der UBS am Marktplatz.