Im Sortiment von Johann Wanner habe es exakte Kopien des von ihm angefertigten fasnächtlichen Weihnachtsschmucks, behauptet Markus Jeanneret, Inhaber der Santa Claus GmbH. Die Basler Fasnachtsfiguren hätten nun mal ein ziemlich festgelegtes Aussehen und seien deshalb auch nicht patentierbar, entgegnet der Basler „Weihnachts-Papst“. Man habe die grosse Ähnlichkeit zu den Konkurrenzprodukten aber auch zur Kenntnis und diese aus dem Sortiment genommen. Fasnächtliches – so Wanner – gebe es bei ihm aber auch für den diesjährigen Weihnachtsbaum.
Basel erfreut sich des Frühlings, die Fasnacht ist seit geraumer Zeit vorbei und bis Weihnachten ist es noch lange. Trotzdem geben die beiden festlichen Zeiten gerade jetzt zu reden. Ins Rollen gebracht hat dieses – von beiden Seiten glücklicherweise mit einem gewissen Humor behandelte – Thema Markus Jeanneret, der nach eigenen Angaben seit 2004 fasnächtlichen Weihnachtsschmuck verkauft. Kürzlich habe er aber im Weihnachtshaus von Johann Wanner solchen Schmuck entdeckt, der seinen Produkten aufs Haar gleiche.
Weit davon entfernt, deswegen beleidigt zu sein, hält Jeanneret diese „Kopien“ für einen Ritterschlag: „Ich bin stolz darauf, dass wir von Wanner kopiert werden, das zeigt mir, dass ich nun einer der Grossen in diesem Geschäft bin. Wanner war in Basel immer ein Original, wenn es um Weihnachtsschmuck ging. Nun bin ich das Original – und er kopiert mich. Damit hat er mich quasi aufs Siegerpodest gehoben. Ich danke ihm für diese Ehre!“
Johann Wanner selbst sieht die Sache gelassen: „Ein Harlekin ist eben ein Harlekin, egal welcher Künstler ihn macht. Die Unterschiede werden nicht gross sein“, erklärte er gegenüber Basler Fasnacht Online. Er habe früher sogar mit Jeanneret zusammengearbeitet, aus diversen Gründen aber später beschlossen, eigene Wege zu gehen. Und Wanner gesteht ein, dass einige Exemplare des fasnächtlichen Weihnachtsschmucks den „Santa Claus“-Modellen doch etwas sehr geähnelt hätten: „Wir haben diese Muster deshalb ausgemustert.“ Wanner verspricht aber, dass alle die den Weihnachtsbaum 2012 mit Fasnächtlichem schmücken wollen, auch bei ihm auf ihre Kosten kommen würden.
Die Frage „Kopie oder nicht“ könnte auch noch bei anderen Motiven aufs Tapet kommen – und eben nicht beantwortet werden, gibt Wanner zu bedenken. So sei das Spalentor eben das Spalentor und auch das Münster könne nicht viel anders dargestellt werden, als es in Wirklichkeit ausschaut. Tatsächlich hat auch Jeanneret in seinem Sortiment ein detailgetreues Basler Münster für den Tannenbaum – und noch mehr: „In exklusiven Kooperationen mit Künstlern wie Ted Scapa und Freddy Oettli sowie dem bekannten Tattoo Artist Orlando wurden zudem weitere traumhafte Weihnachtskreationen erschaffen.“
Man darf also gespannt sein, und Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Nach – natürlich völlig subjektiver – Meinung des Schreibenden schiesst aber im Moment Johann Wanner den Vogel ab: Beim Weihnachts-Papst gibt es für den Christbaum eine Figur des echten Papstes im bekannt schönen „Goschtym“ – allerdings ohne Larve, Piccolo oder Trommel.



