Eröffnet wurde der Abend im bis auf den letzten Platz besetzten Theatersaal und Schauspielhaus durch das B.F.O. (Basler Fasnachts-Orchester) mit einem Medley aus «In The mood» und «Läggerli», bei welchem besonders die fünf Piccolos brillierten. Für weitere Fasnachtsmusik sorgten die Lumbbesammler (elf Pfeifer, drei Tambouren und ein Dirigent). Mit dem «Pfyfferli» holten sie die Besucher nach der Pause in den Saal zurück und mit einem rassigen «Wettsteinmarsch» setzten sie den Schlusspunkt eines genussreichen Abends.
Wie allewyl begrüsste Dieter Moor mit lustigen Versen das Publikum. Da seine Rede so begeistert, dass er immer wieder durch spontanen Beifall und laute Lachen unterbrochen wird sei sie hier ungekürzt angefügt:
Si drängele beraits im Gang,
Barat fir ihre Schwanegsang,
Wo mir hit Zobe derfe gniesse
Und won ys wird die Fasnacht bschliesse.Me darf sich uf e bunte Maje
Vo aller gattig Sujet fraje.
Wenn jede Herbscht so Wahle sin.
Isch das fir d Schnitzelbängg e Gwinn.Do wurd s jo aber grad no fähle,
Dass alli Schwyzer „Schwyzer“ wähle!
Dr Karl II., dä fasst e Bärtli
Und Bundesbärn blybt Frehnerlis Gärtli.Dä Frehnerli wurd gärn probiere,
E Lobby-Gruppe z präsidiere.
Die aber schynt de Lingge z stingge,
Wo gege d Frehner-Gruppe gingge.Drum dien em Frehner syni Knabe
Dr Lobbyischt vom Morin abe.
Eso macht Ain dr Ander schlächt –
Wohrschynlig hän si baidi rächt!Im nägschte Herbscht sin wiider Wahle;
Das sin denn no die kantonale.
Do mues me im Regierigsrot
Dr Gass ersetze, wenn das goht.Als Transfer kunnt, als sinnige,
Dä Faller jetz us Binnige.
Dä hofft dängg standhaft, Alle gfall er –
Sunscht wird är halt zem Dure-Faller.Doch s soll nit nur politisch grache;
Au Anders loggt zem kritisch lache:
Em Zolli sin d Gorilla wichtig,
Drum isch fir die e Villa richtig.Am Spalebärg wird ibel grabe;
Luegsch ständig in s Gegribel abe.
Und well si au drnäbe grabe,
Fallsch iberall in d Gräben abe.Em Julliard, däm Kasärne-Star,
Sait d Frau: Ych gseh das stärneklar!
Gang, mach no e Kasärne-Foti
Fir wenn me si entfärne sotti!Ych wintsch e Oobe voll vo Gnuss
Und kai verklemmte Ryssverschluss!
Als erster Bangg begannen die drei Schnaabelwetzer mit einem Thema welches immer wieder besungen wurde:
Alzhaimer gheert in Foormekrais vo gaischtiger Demänz.
Die maischte drifft s im Lääbesherbscht, heggscht sälte scho im Länz.
Der aige Namme isch ewägg, au s Datum kunnt verkeert
und aafoo duets, wenn d nimmi waisch, ass diir e Zytig gheert.
Mit Fernglas und riesigem Fotoapparat, welcher als Helgeträger diente nahmen die zwei Paparazzi das Publikum ins Visier. Und meinten:
Dr Hanspi Gass dä goot scho bald in d Bangsioon
Und bykunnt denn ohni z schaffe glych e Lohn.
Syni Ämtli blyybe sicher au no stoo,
jä wieso will dä denn überhaupt scho go?
Die vier Wäägwyyser behandelten das selben Thema:
Der Carlo Conti, der Eymann und der Morin Guy,
jä, die blyybe und si blyybe – sin no lang drby;
der Gass macht s richtig – är verlosst dä Laade,
no eppis schaffe in sym Lääbe ka nit schaade.
Einer von der Gasladärne musste sich entschuldigten, er habe fast keine Stimme mehr. Trotzdem nahmen sie in einem Vers Bezug auf ihr Kostüm:
Ohni Atomstrohm solle mir in Zuekunft lääbe.
Dä Entschaid vom Bundesroot isch nid dernääbe!
Das ka uns nit in ärnschti Schwiirigkaite bringe,
well mir jo Gas in unseri Lämpli hänn bim Singe!
Da die Gasladärne schon seit 35 Jahren aktiv ist erhielten sie fünf Flaschen mit «Flüssig-Gas» übereicht.
Es folgte mit den drei d’dromböösli der zweite Neuling und meinte:
Z Basel liebsch dr FCB,
dr Zolli, s Minschter, d Fääri,
au unser aller Comité,
wenn das nit z Basel wääri.
Au d Drämmli vo dr BVB,
e ächte Basler Schatz.
Und wott das ebber anderscht gsee,
a isch «Läggerli was BaZ».
Wie üblich begrüssten die zwei Glettyse das Publikum mit «tatä, tatä, tatä». Sie blieben ebenfalls in Basel:
Mir Zwai dien dääglig, dass mir nit roschte,
Z’Fuess im Konsi unser Ässe sälber poschte.
Uff ai Mool schreyt my Schatz, my Himmelryych:
Ych ha-n-e Kotlett gfunde, dasch fascht so alt wie-n-yych!
Der Hanslimaa schaute über die Grenze zu unserem nördlichen Nachbarn und fand:
Z Koblänz hän si e Blindgänger gfunde,
und dä kenne entscheerfe in e baar Stunde.
Jetzt wett y gärn wisse wie so eppis goot,
denn mer hän au non e baar im Regierigsroot!
Zur Melodie «Hinterem Minschter» sangen wie gewohnt bravourös die drei Schlyffstai. Hier einer ihrer langen Verse:
Vor dr Kasäärne schtoot e Büvette elai und macht e suure Stai:
Will die Büvette wär im Grund gno gärn nimme elai.
Do e nei Büvette, deert e nei Büvette,
das gääb z’Basel denn e komplett nei Facette.
Hätt’s gnueg Büvette wäär-i efters deerte als dehai.
Mir wuurde wette, e Pallette vo Büvette wäär dr groosi Hit.
Kenntsch frei vo Vignette e Zigarette rauche ooni Stritt.
Vor dr TioToi-lette gäb’s e Menschekette,
vo de Serviette isst me chic Crevette.
Nai, wär das herrlig, e Büvette-Schwemmi! Das wänn d’Lyt!
Nur vor em Minschter schtoot kai Büvette & au sunscht isch alles zue,
Will d’Minschter-Pfaffe maine: «S’Allerwichtigscht isch totaali Rue!
Kaini Klarinette oder Minarette,
Stroossemuusigstätte oder Läärmkassette».
S’zaigt aimool mee: Dä Club hett au nimm vyyl mit Lääbe z’tue.
Und weiter ging es mit der selben Melodie wenn das Anggewegglimaitli meinte:
Bim Song-Contest het d lys Assia
Näbe all däne Junge kai Chance ghaa.
Bim Coop wär das it pasiert,
Dä hät si als Frischflaisch umdatiert.
Der dritte Neuling, d’Venezianer befasste sich mit Fussball:
AC Bellinzona in Tabello tuoto bueno.
Als Beroter het dr Hakan im Tessin no biz Problemo.
Ticinesi vrstön nur schwer, was dr Hakan als duet meine,
doch das Problem isch ihm bekannt, au do vrstoht en keine!
Doch das Thema versteht auch der Pierrot und meinte dazu kurz und bündig:
Dr Glainschti isch groos uusekoo,
dasch zmindescht bim Shaqiri esoo,
es miest vilicht dr Mallama,
au emool e Balle ha.
Er ist seit 25 Jahren dabei und erhielt als Dank dafür eine wunderschöne Wappenscheibe.
Nach ihm kamen die Blauäugige und sie meinten zur grossen Diskussion um neue Flugzeuge:
Dr «Tiger» wurdi nümme bysse, är kaufi drum dr «Gripe»,
denn s alti Flugi syg verschlisse, saage siessi Lippe.
Ueli! D Flugi sin doch glyych – die mache vyyl z vyyl Grüsch
Und für dr Grieg mit Oeschtryych – länngt dr Didier Cuch.
In Basel dagegen bliebt Dr Spitzbueb:
Ych gsee dr Hanspi Gass vo wyt:
«Hanspi, tschau, was isch fiir Zyt?».
Do schreit er zrugg – das isch nid glooge:
«Do muess y zerscht dr Wessels frooge!».
Danach war Pause und so hatte man Zeit Bekannte zu grüssen und kurz mit ihnen zu plaudern.
Den zweiten Teil eröffnete der Schwoobekäfer mit einem Blick nach England:
Syt sächzyg Joor beschticht ys d Queen mit iirem coole Gmiet.
Was mainsch, was die fir Schlesser het, und alli voll mit Hiet!
Syt sächzig Joor läbt die im Schloss mit Disziplin und Stil
Und spiilt si mit em Prinzgemahl, no spiilt si s Hietlisspiil.
Über den Weltuntergang im Dezember machten sich d’Syydiaane ihre Gedanke:
Die ganzi Esoterikwält
spiilt jetzt grad verruggt:
D’Maya händ fir zwanzigzwelf
dr letscht Kaländer druggt.
Unsere Metzger us em Coop
macht sich wenig druus,
är verkauft syy Frischflaisch
iber alli Daate uus.
Dann rappte der Heiri in alter Frische und erzählte:
Uff em Märtblatz unde frogt my e Schwoob, e so ne Immigrant:
Erkläre mir mal den Unterschied zwischen – Stadt und Baselland.
Waisch, sag ych, dasch aifach, das liggt doch uff dr Hand:
Bi eus saiche d Säu an Bode, in dr Stadt an d Hüüserwand.
Was einem im Tram so passieren kann, das berichteten die Drey –Daags-Fliege:
Es faart e Zääner übers Land
Uff graader Streggi voll in d Wand
«So wie mir Rammel Drämmli fiere
Düe mir dä Kchanton regiere»
Bi dr BLT maint ain vom Kaader
So schön entglaist sunscht nur dr Baader
Mit grossem Beifall empfangen wurde der Peperoni. Er hatte einen grossen Wunsch.
Standard & poor’s from USA:
Kill the Spanish Tripple A.
Do maine die, das hesch dervoo, jetzt isch es abverreggt.
Oh hätt doch dä Columbus die dert ääne nie entdeggt!
Auch er zieht seit 25 Jahren an der Fasnacht singend von Baiz zu Baiz. Dafür gibt’s auch für ihn eine prächtige Wappenscheibe.
Zurück in die Schweiz mit ihren Problemen brachten uns Die Polyvalänte als vier Affen und sangen:
In Bettwil dèèrt wehre d’Mensche sich geege d’Asylante.
Es käme Diebe und Vergewaltiger mit all ihre Verwandte.
In Basel kenne mir s’Problem – e subtili Variante:
s’Asylhaim BaZ am Aescheplatz isch voll mit rächte Ziircher-Immigrante.
Dann ging es in die Sprechstunde vom Doggter FMH, welcher auch gerne mal ein Arztgeheimnis ausplaudert:
Dr Hakan Yakin muess hochgradig Legastheniker sii,
Suscht wär dä doch nit bi Bellinzona derbii.
Dä maint doch sicher – suscht wär er bliibe.
Er heig bi BARCELONA unterschriibe.
Diagnose von Schwester Erika:
D Mamme Yakin sait ganz cool:
Er isch nie guet gsi in dr School.
Der vierte Neuling an dem Abend sind die drei Veritas-Brieder. Sie fanden:
Dä Blocher isch e alte Maa,
Wo nur dr coop no hälfe ka.
Bitz Marinade rund um d Schnuure,
Denn goht au dä als Frischflaisch duure.
Die Stächpalme kam sogar mit ihrem besten Französisch auf die Bühne:
Je suis Micheline, la belle.
Mon charme est eternel.
Mein meterbreites Lächeln lieben die Schweizer halt schon.
Schad, muss ich nun gehen – wegen Kieferluxation.
Wie es einem gehen kann wenn man versucht den Griechen zu helfen, das mussten die Penetrante erfahren:
Fir dass die Wirtschaft bi de Grieche wiider laufft,
hänn mir wie lätz der ganze Summer Feta kaufft.
Derzue no Eel, Oliive, Wyy, jä sii s het gnutzt;
nit de Grieche, aber uns het s duurebutzt.
Ein in Basel vieldiskutiertes Problem brachten die Schooffsuuri zur Sprache:
Gseen ich z Baasel e Schugger, no froog en denn glyy,
Heer Lehmaa daarfs hitte e Käffeli syy?
I kenn jede mit Namme, – jä doo haani Stiil,
Es git jo vo däne au wiirgglig nimm vyyl.
Die Dootebainli fanden es habe auch sein Gutes wenn im Dezember die Welt untergeht:
Im 2012 ischs mit dr Wält verbyy,
Drum wird das jetze au die letschti Faasnacht syy.
Das isch zwoor druurig, doch s git ebbis wos ys lyychter macht lo z goo:
Mir gheere nie mee:«Iinestäche, umeschloo . . .».
Grossen Applaus erhielten auch die Stroossewischer. Mit treffenden Pointen begeistern sie immer wieder.
Er het zem Spaare
Immer gärn d IKEA gha
Doch dasmol lüttet är enttüscht nach Schwede a:
«Es fehlt ein Schrübli und die Muttern sind die Letzen,
ich kann das Flugi soo nicht selber zemmensetzen!»
Bleibt als Schlusspunkt noch der Singvogel. Er fandt:
E Huffe Lüt vo Sissach, Schönebuech und Flüeh
duets als wie meh uf Basel ins Vergniege zieh.
Si göhn ans Rhyybord, ins Theater, zue Bekannte.
Was isch do falsch am Ussdruck Abentüürmigrante?



