Fasnachts-Zyschtig: Es strahlen Kinder,Guggen und Laternen

28. Februar 2012 | Von | Bilder: Dennis Rhein und Olly Klassen | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Nach dem – mehr oder weniger – organisierten Teil der Fasnacht am Montag konnte das „wilde“ fasnächtliche Treiben am Dienstag unter ebenso tollen Wetterbedingungen stattfinden. Am Nachmittag strahlten die Kinder, die von diversen Guggen und Wagencliquen mitgenommen wurden. Die Guggenmusiken selbst genossen zusammen mit den „Zyschtigs-Ziigli“ der Cliquen die Sonnenstrahlen und am Abend sind die hell strahlenden Laternen nochmals die Stars auf dem Münsterplatz.

Schon seit einigen Jahren ist am Fasnachtsdienstag in der Innenstadt kaum weniger los als an den anderen beiden der „scheenschte drey Dääg“. Aber das ganz ist unorganisierter, wilder, ja manchmal gar anarchistischer. Es ist die Zeit der Kreativen, etwa wenn ein in der Fasnachts-Szene unter dem Namen „Coma“ bekantes Duo zusammen mit einer Freundin im (icht knallroten) Gummiboot durch die Gassen trommelt und pfeift. Das Ganze unter dem Motto „MSDZAWZDUS“ = Mir sin die zwai ainzige wo z dritt unterwägs sin.

Schon am Abend zuvor genossen die Fasnächtler die Kür des Gässelns. Bildliche Eindrücke dazu in unserer Galerie.

Zurück aber zum zweiten Fasnachtstag. Vor allem gehört der Dienstag-Nachmittag den Kindern. Und wenn man die „säälig“ lächelnden Binggis und das Strahlen ihrer Augen sieht, so weiss man, dass es einem um den Nachwuchs und die Zukunft der Fasnacht nicht bang werden muss. Auch hier einige Eindrücke in Bildern

Immer mehr entwickelt sich auch die Wagen- und Requisitenausstellung im Kasernen-Areal. Dies vor allem hinsichtlich der Bewirtung durch die Aktiven selbst. Gab es früher ein Glas Weisswein, so werden heute schon Spiegelei mit Speck oder Raclette angeboten und auch die Expressomaschine gehört nahezu zum Standard. Am wichtigsten bleiben aber die Wagen selbst und die Sprüche darauf. Etwa bei den Mischtfingge zum Thema Carneval in Venedig

Dä Carnevale in Venedig isch doch e Saich
die hänn jo nit emool e Morgestraich

Wie so viele haben sich die Klybegg-Chnulleri dem Thema sparen verschrieben. Hier der originellste von vielen guten Sprüchen auf dem Wagen:

S Rhybord miess me besser nutze
am Morge dien dr Morin und dr Kessler butze

Mit einem Drämmli, halb in BVB-grün und halb in „Ziiri-blau“ kommt der Wagen der Ammedysli daher – das mit dem Sujet „em Lai sy Greessewaan“. Als veritables Chalet derjenige der Rhymühli Waggis, wo man zum Sujet „Swissness ysch Business“ reimt:

Uff uns Schwyzer duet me gärn spugge
andersch ischs bym Krützli drugge
will me erfolgriich ebbys verkaufe
duet’s mit wyssem Krütz vyl besser laufe

 

Die Vielfalt der Wagen ist unglaublich. Bei den Basler Gwäggi ist es eine Rikscha, bei den Pischtefäger eine Akropolis und die Buurelümmel stilisieren die Mittlere Brücke und fürchten deren Abriss:

Dr Wessels maint“ Mr nämme d Brugg ewägg
Fir my Verkehrskonzäpt wär das e Schlägg:
So faart mr kaine mee an Kaare
wo nimme iber d Brugg derf faare

Wer Zeit hat, ein Blick zur Kaserne lohnt sich – genau so wie derjenige zum Münsterplatz, wo heute abend wieder die Laternen funkeln.