Leicht esoterisch angehaucht gab sich das Dummpeterli, die kulinarische und fasnächtliche Einstimmung auf die „scheenschte drey Dääg“ dieses Jahr im Restaurant St. Alban-Eck. Wirt Andreas Plüss servierte die Köstlichkeiten auf Tellern und auf der Bühne statt als Dummpeter als „Guru-Peter“ und teilte mit dem Publikum die Vorahnung, dass alles positiv herauskommen werde. Der Abend selbst war tatsächlich mehr als positiv – sowohl, was das Kulinarische betraf, wie auch die Darbietungen auf der Mini-Bühne des „Dalbe-n-Egg“.
„Wo bleibt das Positive?“ fragte seinerzeit schon Erich Kästner – und Andreas Plüss nahm sich dies anscheinend sehr zu Herzen. Er stellte die 5. Ausgabe des Dummpeterli unter das Motto „s Glas isch halbers voll, mir dängge posytyyv“. Und damit traf er den Nerv der gut sechzig Gäste, die wohl alle genug hatten von Negativ-News über Griechenland, den Euro und unglücklich agierende Politiker. Und mit Positivem fing der „Guru-Peter“ schon bei der Begrüssung an, fand er doch beim anwesenden Bürgergemeinde-Urgestein Sonja Kaiser als sehr positiv, dass sich diese um die Verminderung des Ausländeranteils in Basel verdient mache – mit vielen Einbürgerungen.
Das Dummpeterli besticht durch eine Kombination aus Essen und Fasnachts-Show. Die sechs ausgezeichneten Gänge (fantastisch etwa der Schmorbraten oder der Dessertteller, um nur zwei Highlights zu nennen) werden eingerahmt von Schnitzelbänken und Fasnachtsmusik. Letzeres durch die Tambourengruppe Stickstoff und die Dummpeterli-Clique, die etwa einen sehr rassigen „Uncle Sam“ aufs Parkett brachte oder einen „Rossignol“ überraschend mit Pauke. Dass auch sonst die musikalisch richtigen (und damit positiven) Töne durchkamen, dafür sorgte Barbara „Kurtli“ Kleiner, noch bekannt als eine Hälfte der „Basler Elstern“ mit dem leider verstorbenen Werner Vögelin.
Einen grossen Anteil am Programm hatten die Schnitzelbank-Formationen, die gerne das Dummpeterli als einen letzten Test vor der Fasnacht benützen. Natürlich konnten diese das Motto „Think positive“ nur begrenzt einhalten, mussten sie doch naturgemäss Missstände aufzeigen und Fehltritte auf die Rolle schieben. Positiv ist aber das zu Tage tretende Niveau des Jahrgangs 2012. Auch wenn einschränkend gesagt werden muss, dass beim Dummpeterli natürlich die „Spitzebängg“ antreten: die Qualität ist enorm hoch und verspricht vieles für die nun kommende Fasnacht.
Selbstverständlich sollen nun keine Pointen verraten werden, werden uns diese doch nun in den kommenden Tagen überraschen. Gewürdigt werden sollen die Auftretenden aber doch. Den Anfang machten die Gsalzene mit einem Monstervers, der den Namen wirklich verdient. Die Gaslatärne erklärten nebst anderen guten Versen, dass sie wegen ihrer speziellen Energieform den Atomausstieg nicht zu fürchten hätten. Bei der Ständerlampe führten die sensationellen Helgen schon zu Lachstürmen, und die Dypflischisser hatten bereits einen Vers über das Bayernspiel im Programm. Die Gwäägi und d Schlyffstai konnten an ihren Versen schon am Charivari feilen; sie sind noch besser geworden, so weit dies überhaupt möglich ist. Der Spitzbueb gefiel mit seinen trocken-lakonischen Pointen und der Schynhailig, der erst trommelte und dann sang (!), mit den leider heute fast nicht mehr zu hörenden Zweizeilern. Und als Dessert genoss man dann noch die Striggedde, die unter dem – berechtigten – Motto „Verbotte guet“ den Langvers an den Anfang stellten und gegen die vielen Verbote wetterten – ein Knaller!
Nicht vergessen werden sollen zwei weitere Höhepunkte. Aus dem Zofinger-Conzärtli wurde der Prolog vorgetragen – ein Meisterwerk. Einen heitern bis wehmütigen Stimmungspunkt setzte Ruedi Ruch mit Liedern aus der „Niederdorfoper“. Dies, die Bängge und die Fasnachtsmusik liessen die rund fünf Stunden im Nu vorbeiziehen und schafften zweifellos das, was sich Andreas Plüss und sein Team vorgenommen hatten: Auf die Fasnacht einzustimmen – und allen Anwesenden ein rundum positives Gefühl zu vermitteln. Auf mindestens noch weitere fünf Jahre Dummpeterli!



