Fasnacht 2012: Keine Spur von wegen «S glemmt»!

10. Februar 2012 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Vertreter vom Fasnachts-Comité, den Schnitzelbank-Gesellschaften Comité-Bängg, Basler Schnitzelbangg Gsellschaft, Basler Schnitzelbangg Gsellschaft BSG, Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft VSG, Bebbi Bängg und Bängg fir Basel, sowie von den Guggen die FG und IG informierten die Medien im Stadthaus über ihre Aktivitäten an der Fasnacht 2012.

Comité-Obmann Christoph Bürgin zeigte sich erfreut über die vielen Medienvertreter, obwohl es bei der Information um keinen Millionen-Transfer sondern um die Fasnacht gehe. Seine Ausführungen stellte er unter das Motto «S glemmt nit». So etwa beim Drummeli, welches zu 95 Prozent ausverkauft ist. Nur für die Vorstellungen von Montag bis Donnerstag hat es noch 480 Tickets. Diese können aber nicht mehr via Internet, sondern nur bei «Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus mit Musik Wyler», Aeschenvorstadt 2 und beim Comité bezogen werden. Dann werden rund 10’600 Besucher die Vorstellungen besucht haben,  nicht mitgerechnet die Hauptprobe, welche die Jungen Garden günstig besuchen können. Dank der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Fasnachts- Comité, der Messe Schweiz und der Firma Käfer steht ein attraktives Verpflegungsangebot für Aktive und Publikum zur Verfügung. Im Musical Theater besteht im Foyer und auf der Galerie die Möglichkeit etwas zu trinken oder zu essen. Das farbige Programmheft bietet für weniger Geld (CHF 5.-) Informationen über die Cliquenauftritte. Auch das Titelblatt des traditionellen Fasnachtsführers Rädäbäng (CHF 8.-) wurde modernisiert. Er ist unterteilt in allgemeine Informationen und solche über die Sujets jeder einzelnen Gruppierung welche am Cortège teilnimmt. Am Drummeli gibt es ein einmaliges Kombiangebot: Drummeliprogramm und Rädäbäng für 10 Franken.

Auch bei den Anmeldungen hat es «gar nit glemmt». Keine Spur von Fasnachtsermüdung. 484 Einheiten (zwei mehr als letztes Jahr) werden an beiden Nachmittagen den Cortège absolvieren. Alle Sujets sind im Rädäbäng aufgelistet. Es sind über 130 verschiedene, darunter erfreulich viele lokale Sujets wie die Entwicklung von Basel, der Abfall, die Werbeaktion von Basel Tourismus in Moskau, der Ziegelwerfer im Gundeli, Rhein und Fähren, die Titanwurz und der Sexkoffer. Auch Rentnerin Martha kommt zu fasnächtlichen Ehren, ihre Gartenschlauchaktion in der Ochsengasse wurde sechs Mal als Sujet gewählt. Doch Geld oder eben kein Geld ist klar die Nummer eins der Sujetrangliste. 37 Einheiten beschäftigen sich mit dem Euro, der Finanzkrise, dem starken Schweizer Franken oder dem Rettungsschirm. Hinzu kommen 11 Einheiten, die sich speziell Griechenland widmen. Fünf Mal sind zudem die Finanzen im Kanton Basel- Landschaft ein Thema. Den zweiten Platz nimmt die lokale und nationale Politik ein. Energie/Atom und Kriminalität sind punktgleich auf dem dritten Platz. Auffallend ist, dass die 38 Stammvereine 29 verschiedene Sujets haben.

Carlos Methner, Verantwortlicher für die Strassenfasnacht berichtete, dass das Fasnachts-Comité mit der Verkehrskommission den Cortège 2011 analysierte. Nach vielen Stunden haben sich die Beteiligten einstimmig für zwei Neuerungen entschieden: Einerseits soll mit einem vierten Comité-Standort am Grossbasler Brückenkopf (Schifflände) die Route entflochten und die Ballungen an den bisherigen drei Comité-Standorten verringert werden. Andererseits konnten sich die Einheiten für den Cortège 2012 nicht für einen Punkt, sondern für einen der vier Sektoren anmelden.

Die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz wird grösser, da die Allmendverwaltung eine zusätzliche Fläche bei der Allgemeinen Lesegesellschaft Basel zur Verfügung stellt. Somit kann das enge Platzverhältnis etwas entschärft werden.

Am Fasnachtsmittwoch um 17 Uhr findet am Blumenrain vor dem Sekretariat des Fasnachts-Comité zum zweiten Mal die «Schääsede» statt. Mit dem Treffen soll daran erinnert werden, dass die Chaise ursprünglich ein wichtiger Bestandteil der Basler Fasnacht war.

Auf dem Kasernenareal können am Montagabend und am Dienstag 27 Wagen und über 40 Requisiten besichtigt werden. Auch hier gibt es verschiedene Verpflegungsstände. Organisiert wird die Ausstellung wiederum von der Wage-IG.

Das Comité betreibt auch dieses Jahr die traditionellen Comité-Inseln. Auf dem Marktplatz, dem Claraplatz und alternierend auf dem Barfüsserplatz (Montag/Mittwoch) und auf dem Münsterplatz (Dienstag) können Besucher den Rädäbäng, die aktuellen «Zeedel» und natürlich Fasnachtsplaketten kaufen.

Da Pia Inderbizin vom Ressort Nachwuchsförderung verhindert war – sie musste eine Delegation vom Kanton Appenzell Ausserrhoden, welche in Basel weilte über die Basler Fasnacht orientieren – berichtete Urs Weiss über Aktivitäten im Nachwuchsbereich ausserhalb der Fasnacht. So findet bereits zum 23. Mal am Freitag und Samstag nach der Fasnacht im grossen Zelt auf dem Barfüsserplatz mit «Die erschti Lektion» eine Einführung für Kinder und Jugendliche statt. Sie können sich dort über die verschiedenen Jungen Garden der Stammvereine informieren und erfahren, wo die jeweiligen Übungslokale sind, was der Unterricht kostet und welche Aktivitäten während des Jahres neben den Fasnachtsvorbereitungen und der Fasnacht stattfinden. Am Freitag, 2. März 2012 dauert die Aktion von 13.00 Uhr bis  17.00 Uhr, am Samstag, 3. März  von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr. Daneben hat «Die erschti Lektion» dieses Jahr zum elften Mal den dritten und vierten Primarschulklassen aus Basel die Möglichkeit geboten, in den Arbeitskellern der Cliquen oder im Schulhaus ihre eigenen Larven zu kaschieren. Dank des Engagements der Cliquen konnten vergangenen November 20 Schulklassen von dem Angebot profitieren. Für 400 Kinder ging so der Wunsch nach einer eigenen Larve in Erfüllung. Zudem organisiert die Arbeitsgruppe alle zwei Jahre einen Instruktorenkurs. Der letzte Kurs fand im August/ September statt

Anfang Januar hat das Comité verschiedene Cliquen gebeten, Steckenlaternen zur Verfügung zu stellen, um die Loggias des UKBB fasnächtlich zu beleuchten. Bis zum Ende der Fasnachtswoche leuchten nun in den Abendstunden und am frühen Morgen jeweils 40 Steckenlaternen. Ein Augenschein lohnt sich.

Als erster der Gilde Schnitzelbängg war Walo Niedermann von den Comité-Bängg an der Reihe. Für die Fasnacht haben sich 28 Bängg angemeldet, welche in 18 Restaurants, vier Kleintheatern und den Jurylokalen Theater Basel und Schauspielhaus singen. Nach der Fasnacht findet am Donnerstag, 22. März wieder ein Schnitzelbank-Schnupperanlass statt, wo aktive Bänggler über das Versemachen, die Pointenfindung etc. orientieren. Seit 92 Jahren sind die Vertreter der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft BSG unterwegs, wie Takashi Sugimoto mitteilte. Elf Banggformationen werden in 20 Lokalen auftreten. Am traditionellen Schlussoobe im Fauteul, Tabourettli, Kaisersaal und im Basler Keller treten alle Formationen nochmals auf. Für die Bängg der Verainigty Schnitzelbangg-Gsellschaft VSG findet am 11. Februar ein Vorsingen zur Qualitätsprobe statt, so Pascal Roth. Ihr Schlussoobe ist am 11. März. Bei den Bebbi Bängg sind laut René Vögtlin sieben Formationen on the road. Am Montag und Mittwoch zwischen 19 und 20 Uhr kann man auf der mobilen Freiluftbühne am Fischmarkt ein paar Gruppen geniessen. Zwölf Formationen sind bei den Bängg fir Basel unterwegs. Sie werden auch am Zyschtigsbryys im Atlantis auftreten und, so Thommy Wöhrle hoffentlich wieder vordere Plätze belegen.

Beatrice Weber von der Freyi Guggemuusig orientierte über den Sternmarsch und den FG-Auftritten am Guggenkonzert auf dem Marktplatz. Zudem verwies sie auf die Aufforderung im Rädäbäng: «Mer wänn Euch doo no ebbis saage, bim Spiile sott me  d Larve draage!». Und Markus Vögtli von der Gugge-IG verwies neben den Konzerten auf dem Seibi auf die IG-Pause-Baiz welche am Fasnachtsmontag und –Mittwoch im Innenhof vom Schmiedenhof auf Besucher wartet.

«Zehn Referenten in 45 Minuten, das ist Rekordverdächtig», mit diesen Worten schloss Bürgin die Medienorientierung.