BSG-Schlussoobe: Viel BVB, Baustellen und «Bolizey»

16. März 2025 | Von | Kategorie: Nachrichten

Erwartungsgemäss beherrschten die Themen BVB (es schneyelet), Baustellen (Kellers Streiche) und die Rekrutierungsprobleme der Basler Polizei (Eymann sucht Schugger) auch bei der BSG die Verse. Manche fanden unter den Augen von Bundesrat Beat Jans an diesem stimmungsvollen Schlussoobe in den Rasser-Theatern aber auch sehr überraschende Sujets.

Da haben die Bänggler halt schon einen grossen Vorteil gegenüber den Cliquenfasnächtlern. Während Letztere ihr Sujet im Herbst beschliessen müssen, um mit Laterne, «Goschtym» und Larve rechtzeitig fertig zu werden, können die Bänggler auch Themen verarbeiten, die sich deutlich später manifestiert haben. Und da ist eine BVB, die vor ein paar Schneeflocken kapituliert, natürlich ein gefundenes Fressen – so auch beim Gnallfrosch:

Es schneielet es beielet, es hett e huffe Schnee
Vergässe was me jezz do macht, jä das hett d BVB.
Ganz iiberrascht vergoot ne s Lache.
Jezz mien si no e Duurchsaag mache:
Do isch d Laitstell vo dr BVB.
Es schneit, es hat ein bizzli Schnee.
Wir entschuldigen uns für die prekäre Laag.
Für uns ischt heut ein schlechter Tag.
Sie müssen iire Strecke nun halt laufen.
Aber bitte vorhäär noch ein Billjee kaufen

Eine gelungene Kombination bieten d Laggaffe mit einem anderen, sehr präsenten Sujet:

Mit em ESC, und dr Euro vo de Fraue,
Hänn mir bitz Angst, Basel könnt das no verhaue,
Glück für d BVB, mir wänns no nit verschreie,
Sotts dä Summer, vrmuetlig wenig schneie.

Von den früheren Regierungsräten Schnyder und Striebel erzählt man sich, sie hätten für jeden «Bangg» der sie zum Thema hatte, jeweils auf einem Blatt einen Strich gemacht und an der ersten Sitzung nach der Fasnacht ihre Strichlisten verglichen. Das können Esther Keller und Stephanie Eymann nächsten Dienstag im Rathausq auch so handhaben – mit leichter Tendenz zu «Stephi». Aber auch «s Eschti» bekommt ihr Fett ab – so hätte d Giftspritzi wohl diesen Vers gesungen:

S Eschti Käller (möcht y erwäähne) isch e Schatz
All Oobe griegt die in mym Nachtgebätt Blatz
Nit wäg em Lächle oder will si s «R» kha rolle
Wäg de Baustelle dängg – dääne vyyle, tolle!
Will die syt Joore nit verschwinde
Kha d Schwiigermueter unser Huus nimm finde

Wieso aber „hätte“? Ausgerechnet auf den heutigen Tag legte die Grippe den Bänggler flach. Da sämtliche Verse aber im Programm aufgeführt sind, müssen wir auf seinen Beitrag nicht verzichten. Der giftgrüne Bänggler feiert übrigens «10 Joor Värs-Laboor» – um so bedauerlicher sein Ausfall.

Auch die Skandaalnuudle arbeiten sich am Baustellen-Klassiker ab:

Fäärnweermi isch – daas syyg bedoont
Nid wenn dr Minu im Ussland woont
Nai, me leggt diggi Laitige under d Strooss
Abgsee vo de Baustelle ischs famoos
Bim Roothuus het daas nid funggtioniert
Bi soo vyyl haisser Luft isch d Laitig explodiert

Aber zurück zu «Eschtis» Konkurrentin: Eymann und die vielen «Baustellen» in ihrem Departement waren schon mannigfaltig Thema in den verschiedenen Vorfasnachtsveranstaltungen – und natürlich auch auf den Brettern der Kaisersaal-Bühne. Wobei man sich fragt, ob sich d Frau Fasnacht wirklich mit dieser Motivation bewerben sollte:

Jä sie, mi Maa isch sexuell gseh klinisch tot
Für mi Sexualverlange gsehn i leider rot
In dr Verzwiiflig han i dänggt, so unterdesse
I bewirb mi glaubs als Basler Politesse

Ebenfalls immer ein Klassiker-Sujets ist die von Basels Politik betriebene Vernichtung von Parkplätzen, was die Rätschbääse zu folgendem Vorschlag bewegt:

Gwissi Aarte sind in Baasel vom Uusstäärbe bedroot.
Uns’re Zolli soorgt derfir, dass Noochwuggs do entstoot.
Drum wird mit Huffe Gäld, mir hän däm fascht nit draut,
e Gheeg fir die zwai letschte, Baasler Parggblätz baut.

Auf nationaler Ebene findet sich die 13. AHV erstaunlich oft als Sujet. So bei den Hoofnarre:

E nöis Goschtüm mit edlem Stoff, lueget uns zwei Buebe aa.
Unsri Schnidere het alles gää, mir sin agleit, o, la, laa!
Und zahlt hän mir’s, du glaubsch es nid, das isch dr Supergau!
Dank em Schwizervolk, em Vater siner–13 AHV!

Schon etwas wirtschaftskritischer sieht das dr Schmelzpunggt:

Dr Bonus vonere 13. AHV het uns schogghiert
Wär soll daas zaale, daas gheert korrigiert
Sottig Boni tien mir sunscht fir Topmanager reserviere
Wo s au schaffe e gaanzi Grossbangg z ruiniere

Und dann gibt es die Bänggler, die ein Sujet entdeckt haben, auf das andere nicht gekommen sind. Nach einer Vielzahl von ESC-, Schugger- und Keller-Versen eine Wohltat – in diesem Sinn Merci, Frau Länzli:

S Trinkwasser isch versiicht vo Basel bis uf Ziiri
Mit em faine Inhaltsstoff, Trifluoressigsiiri
Sit ich das waiss und spiir, do mechti positiv ergänze
Dien d Kuchi, d Weschmaschine und au iich vo inne glänze.

Ganz im Gegensatz – nicht von der Exklusivität her, sondern von der Sauberkeit – ist das Kuchi-Daaberettli sich des neuen Ballettdirektors annimmt:

Der ney Ballettchef dät als, ‘s duet verwirre,
De Kritiker Hundsdrägg ins Gsicht schmire.
Worum s’en drotzdäm z’Basel agstellt haige:
Me well au uf der Bihni Schyssdrägg zaige.

Aus Zwingen hat man in der BSG die Lumpesammler integriert, die nicht nur mit ihrem mitreissenden Refrain «Jä Nai lösch…» begeistern, sondern auch mit folgenden Vers – auch wenn das hoffentlich nie Thema wird:

Mit 96 Millione, dr Cramer isch in Not
Do seit dr FIFAntino: “I zeig euch wie das goht
Me muess halt e chli mischle und het’s no zämme glatt
Und im nöchste Johr – fingt’s denn bi de Saudis statt!”

Höhepunkt eines BSG-Schlussoobe der Neuzeit sind jeweils die Gesalzene – vor allem wenn sie zu ihrem Monstervers ansetzen, der jeweils nur eine Lösung für alle Probleme der Welt kennt: «die Gesalzene in Bundesrot». Dieses Jahr ist ihr Werk aber einem Mann gewidmet, der sie an Selbstbewusstsein noch übertrifft:

Dr Donald isch ganz generell
e biirebitzli griminell
Zum allí Haftstroofe verbiesse
wird er 200 wärde miesse

Bereichert wird der BSG-Schlussoobe auch immer  durch Gastbänke. In diesem Jahr sind dies s Daameryschli, Fäldschnäggli (mit einem grandiosen „mimimi“-Vers) und s’ spitzig Ryssblei (der mit dem Hundeli auf Rundeli im Gundeli). Für die erkrankte Giftspritzi sprang spontan d Schnapsbagge ein, die eigentlich als Gast der Veranstaltung beiwohnen wollte. Für den nachfolgenden Vers musste bei der Ehefrau um Erlaubnis nachgefragt werden:

Me sait nüm Mammi, sondern Person, wo ain geboore hett

Me sait nümm Papi, sondern Person wo ain uffglärt hett
Me sait nüm Kinder, sondern Persone, wo ich zügt ha – was jo stimmt
Und nümm Ehefrau, sondern Person, wo aim d Freud am Läbe nimmt

Alles in allem, die BSG bot dem Publikum ein feines Programm, dass kulinarisch mit einem Dreigänger und fasnächtlich mit der Pfeifergruppe Piccognito perfekt unterstützt wurde. Ein Genuss auch für die anwesende Prominenz, angeführt von Bundesrat Beat Jans, Regierungsrat Lukas Engelberger und Landratspräsident Peter Hartmann.