Mi Fasnacht! – Teil 1

19. Februar 2024 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wir haben rund um den Cortège ein paar Menschen angesprochen und sie gefragt, was für sie die Fasnacht bedeutet. Was ist für sie: „Mi Fasnacht“.

Gegenüber vom Restaurant Schnabel sitzen zwei Damen. Es sind die Ex-Baslerin Tanja und ihre Freundin Eveline. Sie stammen aus Feldkirch in Österreich. Auf die Frage nach der Bedeutung der Fasnacht antwortet Tanja: I ha jedes Joor drei Daag Heimweh. I bi sit 20 Joor nümme doo und es isch an dr Fasnacht ganz schlimm. I kumm den haime und lueg zue. Tanja hat bis vor 20 Jahren selber Piccolo gespielt und musste dann aufhören. Das hat sie nie ganz überwunden. Eveline ist stolz darau, ihre Freundin zu untersützen: „Ich darf dann einfach drei Tage nichts in der Öffentlichkeit sagen. Denn bei uns heisst die Fasnacht halt der Fasching und man wirft Konfetti…“ Kennen wir. Solange sie aber eine traurige Baslerin tröstet, sehen wir darüber hinweg.

Ein paar Strassenzüge weiter treffen wir auf Rita. Auf die Frage: „Was bedeutet Dir die Fasnacht?“ schaut mich Rita streng an und sagt: „Do froggsch die Lätzi!„. – Naja, ich finde ihre Geschichte, die sie mir dann erzählt, ergreifend und nicht falsch. Rita ist eine aktive Pfyfferin und muss pausieren. Ihre Diagnose war nicht gut und sie musste sich einer Behandlung unterziehen, die nicht einfach war. „I ha 50 Joor luggelos Fasnacht gmacht. Und jetzt hogg i s erscht Mool am Rand und lueg zue! Es verrisst mi fascht. Fasnacht isch für my mi ain und alles! Und s näggscht Joor, Rita? – Denn bini wider derby. Das ganz sicher!“ – Unser Wunsch an Rita: Alles Gute und bis nächstes Jahr, im Goschdym!

Die nächste Runde ist grosses Kino: Das stehen 4 ältere Damen um einen Stehtisch und plaudern und trinken. Auf meine Frage, was ihnen die Fasnacht bedeutet ist die Antwort schnell und klar: Puuri Noschtalgie! Antoinette, Helene, Erika und Greti schwelgen in der Vergangenheit. Sie waren Mitglieder der ersten, unabhängigen, reinen Frauenclique in Basel (in den 60ern…): D Costümfratze (schreib es aber mit C.!). Wir waren 40 Frauen. Aha, und warum habt ihr aufgehört? „Wenn Du die Larve abziehst, und darunter kommt noch was Schönes raus – dann ist alles ok. Wenn aber nicht….  Viele der ehemaligen Mitstreiterinnen treffen sich noch öfters ausserhalb der Fasnacht. Helene erzählt: Ich bin eine Lozärnerin und habe dazumal ein Inserat in der Zeitung gesehen. Ich habe angerufen und gefragt, ob ich auch mitmachen kann, wenn ich kein Baseldytsch spreche? Die Antwort war ja, mit zwei Bedingungen: D Märsch lerne und drei Daag d Schnuure halte!

Niklas steht mit seinem Kollegen am Barfi. „D Fasnacht isch für my s Highlight im Joor. I has no immer im Härz. I bi joorelang e Dambuur gsi inere groose Stammclique und ha deert miesse uffhöre. Will er denn nie mehr trommeln, der Niklas? „Jo sicher, I waiss nur nonig wo und wie. Aigentlig wärs scheen imene glaine Zygli. Aber d Erinnerige an där Riisehuffe wo mir gsi sinn, dä isch no doo. I wiird glyy wider drummle!“ – Viel Glück, Niklas und ein gutes  Zurückkommen zur Fasnacht.

 

Fortsetzung der Serie: „Mi Fasnacht“ folgt.