So langsam steigt das Fasnachtsfieber: In den Stunden davor wurden die Laternen eingepfiffen, die Wagen eingeweiht, sich gegenseitig besucht und überall war der gemeinsame Wunsch zu vernehmen: E scheeni Fasnacht!
Man muss nicht lange suchen, um zu spüren, dass die Fasnacht unmittelbar vor der oft genannten «Türe» steht. Auf dem Petersplatz sind diverse Laternen aufgestellt, auf der Claramatte pfeifen die «Wiehlmys» ihre Laternen ein (und suchen fast schon verzweifelt Tambouren) und im Hinterhof des «Schönen Haus» am Nadelberg werden die «Lampe» der Stainlemer Alte Garde begutachtet.
Letztgenannt sind ein gutes Beispiel dafür, dass man aufgrund des Eintrags im Rädäbäng nicht wirklich auf den Inhalt des Sujets schliessen kann. «Araabi vorwärts marsch» heisst es, ausgespielt werden aber die «Tschütteler», die sich auf die alten Tage ihre Füsse in Saudiarabien oder Katar vergolden lassen. Sensationelle Sprüche finden sich auf der Laterne, etwa der:
Y frogg my, isch dr CR siibe
ändlig mit sym Zaaldaag zfryyde
Dann zurück ins Kleinbasel, wo etwa beim Matthäusplatz (Nein, der ist nicht nach einem Fussballer benamst) Wägen eingeweiht werden. Dabei ist es üblich, dass Schnitzelbänke und diverse Guggenmusiken als Gäste ihr Ständchen bringen. Und wenn die dann schon mal mit Instrumenten unterwegs sind, dann ziehen sie auch spielend weiter, zum Beispiel zu ihrer Stammbaiz. So treffen wir vor dem Schafeck die «Kilts Basel» die zu Ehren der Wirtin Gordana aufspielen. Dies auch zur Freude eines guten Teils der «Hunne» – zumindest derjenigen mit guter Kondition, denn die hatten gestern schon ihre «Anpirschede», bei der das Sujet kompetent von einer Stadtführerin (Name der Redaktion bekannt) erläutert wurde. Es soll dabei auch eine namhafte Menge Alkohol vernichtet worden sein…
So duftet es in der ganzen Stadt schon kräftig nach Fasnacht, die Vorfreude steigt und auch das Fieber. Letzteres leider auch im negativen Sinn: Von allen Seiten hört man, dass diverse Formationen am Morgenstraich und am morgigen Cortège nicht in Vollbestand antreten werden. Diverse Viren haben da ganze Arbeit geleistet. Ihnen ein «Pfui», allen anderen eine recht schöne Fasnacht!



