Fasnacht 2024 (I): 11’000 Darsteller brauchen eine Plattform

2. Februar 2024 | Von | Kategorie: Nachrichten

Am Cortège kommt man bei der Basler Fasnacht nicht vorbei, betonte das Fasnachts-Comité heute an der der traditionellen vorfasnächtlichen Medienkonferenz. Basel habe eine Sujetfasnacht mit über 11’000 Darstellerinnen und Darstellern – dies brauche eine adäquate Bühne, eben den Cortège. Nicht viel ändert sich an der Route. Erfolg zeigt die Nachwuchsarbeit des Comité: Die Befürchtungen eines «Corona-Knicks» hätten sich nicht bewahrheitet.

Nach der unorganisierten Fasnacht 2022 hatten sich viele Aktive erhofft, künftig auf den nur mittelmässig beliebten Cortège verzichtern zu können. Patrice Cron, Routenverantwortlicher beim Comité, gab solchen Ideen eine klare Absage: «Basel hat eine Sujetfasnacht und das Ausspielen der Sujets braucht eine Bühne. Diese Bühne ist der Cortège durch die Innerstadt. Wenn wir die Einheiten auf dem Flughafen paradieren lassen würden, gäbe das eine Veranstaltung bis weit nach Mitternacht.» Ausserdem brauchen die Wagen und Chaisen den Cortège.

Am Cortège selbst ändert sich gegenüber dem Vorjahr kaum was. Am Kunstmuseum-Kreisel habe man die Verkehrsführung etwas angepasst, meint Cron. Die drei Comité-Standorte sind am Steinenberg, an der Clarastrasse und auf der Wettsteinbrücke. Dazu kommt der Kontrollpunkt Schifflände.

Die Einheiten können beim Comité Wünsche betreffend Abmarschpunkte abgeben, und diese Wünsche konnten laut Cron grösstenteils erfüllt werden. Der Routenverantwortliche appellierte an die Formationen, diese Punkte und Zeiten nun aber auch gut einzuhalten, damit der Cortège flüssig abläuft.

Es ist aber auch ein riesiger Tatzelwurm, der sich am Montag- und Mittwoch-Nachmittag durch die Innerstadt wälzt. Daran ändert auch nichts, dass der Cortège sieben Formationen weniger zählt; es sind immer noch 430 Einheiten. Laut Comité-Obmann Robi Schärz ist der Rückgang ziemlich gleichmässig über die pfeifende und trommelnde wie über die schränzende Gilde verteilt. Laut Schärz pausieren viele Formationen, dies sei aber nicht ungewöhnlich.

Viele der Mitmarschierenden sind junge und jüngste Fasnächtler, was die Nachwuchs-Verantwortliche beim Comité Kathrin von Bidder an der Medienkonferenz sichtbar freute: «Wir befürchteten einen Knick, bedingt durch Corona, aber diese Befürchtung hat sich nicht erfüllt.» Man wolle sich auf diesen Lorbeeren aber nicht ausruhen, sondern als «Koordinator, Netzwerker und Ermöglicher» dafür sorgen, dass der Basler Fasnacht der Nachwuchs nicht ausgeht. Eine Aktion, die dabei sicher viel Freude verursacht, ist jene, dass alle Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen im Kanton gratis eine Kupfer-Plakette erhalten, zusammen mit einer Karte, auf der «Frau Fasnacht» den Jüngsten viele Informationen vermittelt.

Und zum Schluss kommt auch dieser Artikel nicht ohne den grossen Wunsch des Fasnachts-Comité für den Morgenstraich: «Lasst es dunkel werden!» Lichtsünder würden nach der Fasnacht eine Besuch des Comité erhalten.