Fümoar lässt an der Fasnacht schnuppern

1. März 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten

Der Verein Fümoar hat für die Fasnacht eine spezielle Schnupper-Mitgliedschaft kreiert. Mit einer eigenen Karte, die gratis für die „drey scheenschte Dääg“ abgegeben wird, soll dem Problem begegnet werden, dass sich in den Fümoar- Lokalen während der hektischen Fasnachtstage kaum kontrollieren lässt, wer als Mitglied eintreten darf und wer nicht. Auch Fasnachtskeller können an der Aktion teilnehmen.

„Fasnacht ist Anarchie, ist auch Widerstand gegen die Obrigkeit“, betonte Fümoar-Sekretär Thierry Julliard an der Medienorientierung von heute morgen. Es sei weder für Wirte noch für das Personal der Mitglieder-Lokale zu kontrollieren, wer reindarf und wer nicht. Man habe deshalb mit dem Bau- und Verkehrsdepartement das Gespräch gesucht, um eine Lösung für die Fasnachtszeit zu finden, sei aber abgeblitzt, mit der Begründung, der Verein Fümoir sei unerheblich. „Ist ein Verein mit 175 Mitgliedslokalen und rund 125’000 Mitgliedern unerheblich?“, war dazu die Frage von Julliard.

Als eigene Lösung habe man nun eine „Schnupper-Mitgliedschaft“ kreiert. Von Sonntag-Nachmittag vor der Fasnacht bis Donnerstag-Morgen danach sei diese gültig. Die Karten werden in den Fümoar-Lokalen gratis abgegeben. Mit der Entgegennahme der Karte verzichtet man laut Julliard explizit auf den Passivraucherschutz; dies sei auf der Rückseite auch so aufgeschrieben.

Die Cliquenkeller, die dies möchten, könnten für eine symbolische Gebühr von dreissig Franken ebenfalls von Sonntag bis Donnerstag Fümoar-Mitglied werden und die Karten abgeben. Man werde die Cliquen aber nicht aktiv angehen, sondern auf deren Anfragen warten, betonte Julliard. Die entsprechende Homepage lautet fümoar-basel.ch.

Julliard und Fümoar-Präsident Mario Nanni hoffen, dass so ein tolerantes Mit- und Nebeneinander von rauchenden und nichtrauchenden Fasnächtlern möglich wird. Beide forderten die Raucher auf, auch während der Fasnacht die Rauchverbote in den übrigen Restaurants und Kellern zu respektieren. Dies – so Julliard – sei ein wesentlich effektiverer Passivraucherschutz als nicht durchsetzbare Verbote mit administrativen Kontrollen, die nach der Fasnacht höchstens mahnende Briefe zur Folge hätten.