Rund 80 kleinere und grössere Kunstwerke vereinigen sich zur diesjährigen Laternenausstellung auf dem Münsterplatz. Die ganz aktuellen Sujets (sprich: Ukraine) konnten natürlich noch nicht berücksichtigt werden und einigen Laternen merkt man auch an, dass sie aus einem der Vorjahre «recycelt» wurden. Viele wurden aber auch extra für diese spezielle Fasnacht gemalt und spielen heikle und berührende Themen perfekt aus.
Noch bis Mittwoch, 12 Uhr,kann man die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz besuchen. Besonders eindrucksvoll ist dies natürlich nach Einbruch der Dunkelheit. Wobei – das fast schon romantische Feeling wird immer wieder abrupt unterbrochen durch bitterböse Sujets und bissige Verse auf den Laternen. So reimen etwa die Naarebaschi auf ihrer eindeutig aus 2020 recycelten Laterne mit dem Sujet «D Melody fangt jede ii» sehr pessimistisch:
Jedes Kind wo nit ystoht
isch e glaine Fasnachtsdood
und
Es isch aifach nur zum Hüüle
Niemer kah meh d Fasnacht fühle
Die Rätz haben bereits mit Erinnerungslücken zu kämpfen:
No zwai Joor Pause, es isch fatalWie foot er aa, der Festival?
Määh kah s Dängge delegiereUnd sorgloos s Lääbe fiireUnd sotts am Änd in d Hoose gooStoot määh als Unschuldslämmli doo.
Piccolo-Stund per SkypeWird kai neue Hype
Baustell verlengeret, bis s Gäld uusgoot.
En Aidaagsfliege maint: das wottiE sone Lääbensduur wie s Trotti
Kai Frauestraik, kai KlimahyschterieBi uns herrscht d Säägmääl-Monarchie
Kasch fliessend ‚guete Morge‘ sageDerfsch au e Sennehemmli drage
Dr Ängelbärger joodelt gärnzämme mit em Berset z BärnD Frau Eymaa joddelt lyyslis Lied vom SchuggermyysliEs jöödelet d Frau Källerdr Juchz vom BäumlifällerDr Jans joodelt gar nit scheenaber in de heggschte Deen
Wär zletscht lacht, macht Fasnacht
Der Bericht wird mit weiteren Impressionen angereichert – die Kollegen sind noch «uf dr Gass».



