Dismool hett fascht kaine Mieh, so richtig am Säuglöggli z'zieh

26. Februar 1996 | Von | Kategorie: Nachrichten

Im Jubeljahr des Schnitzelbank-Comités, das heuer sein 75jähriges Bestehen feiert, tauchen zwar viele neue Bänggler-Namen auf, doch nicht alles, was neu heisst, ist auch neu. Das gleiche gilt für die Sujetlieferanten und die Pointen, die zum Teil in alt bewährter Frische, aber mit aktuellem Bezug, zu neuem Leben erweckt werden.

«Sitt 75 Johr schribbt d’Zyttig im voruss d’Bänggler-Krittig! Unsri nit…!», lässt s Glettyse die reproduzierenden Fasnächtler von der schreibenden Zunft wissen. Die übrigen 30 Bänggler und Bänggler-Gruppen, die in diesem Jubiläumsjahr beim Comité, mit von der Partie sind, haben aber auf einen Boykott verzichtet und das Rohmaterial für die erste Trockenlesung geliefert, die primär einen Überblick über die Sujets geben soll. Die Kritik kommt zumindest bei der bz erst dann, wenn auch das Zusammenspiel mit Helgen und Vortrag bewertet werden kann, und sie besteht aus einem einfachen Prinzip: Wer sich da nicht bewährt, wird einfach nicht erwähnt.

Nun aber zum vergnüglicheren Teil und gleich ein erstes Mal zum Jubiläum, das seinen Niederschlag bei vielen Bängglern auch in einem Vers gefunden hat, etwa bei der Striggede, die gleich einen Link zu einem anderen Jubiläum hergestellt haben:

Syt 100 Jöhrli Roche,

mir dangge fir dr Hueschtesaft

und d’Bluetverdinnigsmittel,

d’Anti-Proschtata und d’Kraft!

Mir dannge au fir d’Forschig

in der Geriatrie und so!

Dangg all däm sin die Greise jo,

in unsrem Comité, no do!

Auch andere Herrschaften in Rom etwa sind noch da und liefern die Pointen am laufenden Band. Den Pfäfferschoote für diese Kombination:

S verfasst dr Hailig Stuehl scho wiider soone Schrybe

me liess, statt safer Sex, dr Sex safer lo blyybe.

Und das isch s’Gäl vom Ai hänn die dört unde gfunde,

wär Bischof wärde will, wird vorhär underbunde.

Isch das jetze, froggt d’Frau Maier,

s neuscht Koch-Rezäpt für verloreni Aier?

Wie das konkret tönt, expliziert ein Teil der klerikalen Sängertruppe Nunnefirz in diesem Jahr als Kaater noster unterwegs so:

Jetz wird so het dr Papscht beschlosse

sy Stuehl ans Internet aagschlosse,

und döggelisch Verhietig yyne

erschynt e Bliemli und e Biine.

In jeder Hinsicht konkreter reimen d Spyyrhind zu diesem unerschöpflichen Thema:

Dr Voogel nimmt e Päggli Gummi

und maint är sig jetz nimm so bleed.

Dr Chef haig sowiesoo e Dummi,

eb är mit oder ooni deet.

Zer Tarnig hoggt er imme Gloschter

und dänggt als Bappe het mes schwäär.

Dr Kocher glemmt syyne in e Tooschter,

dasch s Zeelibaat so ungefähr!

Zum gleichen Thema, aber mit einer raffinierten Variation, singen Big & Ben quasi als Überleitung zum nächsten Sujet:

E ganz beriehmte Dom stoht z Rom,

au z Basel herrscht e Dom-Syndrom

syt em BVB-Kon-Dom.

Klar, dass nicht nur die BVB-Jubiläumsaktion mit dem pfefferminzigen grünen Verhüterli, sondern auch das Fest als solches und im Kontext dazu der Streik der Trämmler die Bänggler ganz mächtig inspiriert hat. D Filzluus hat zudem noch eine Idee der SBB aufgegriffen:

D Idee im Zug e Sproochkurs z gää

miesst d BVB grad au ibernää.

D Fahrgescht wäre sicher froh

ändlig e Drämmler dyttlig z verstoh!

D Spyyrhind erweisen nicht nur dem Running-Gag der Gluggersegg, em Haiggi Hayer, die Reverenz, sondern stellen auch noch die Verbindung zu einer unrühmlichen Polizeiaktion gegen die Velofahrer her:

An dr Haltstell Kunschtmuseum

stehn mir voll vo Nostalgie

zem grosse Drämmli-Jubileum.

En alte Waage kunnt verby.

Mer styge zvorderscht in e Zwaier,

do schreyt dr Drämmler: Es isch Straigg

nadyrlig ischs dr Straiggi Hayer

lauf und stiil der doch e Bike!

Besagte Gluggersegg kennen aber nicht nur den Haiggi, sondern auch die anderen Pappenheimer. Ein paar von ihnen kommen in diesem Vers vor:

Dr Stutz und Suter + Suter

hänn mitenander Mais.

Wo sin denn die Millione?

Me sott mit blaue Bohne

die Esel danze loo,

denn wääre d Glaibiger froo.

S Gäld het der Stutz verloore,

no voor em Moorgeroot,

isch är, so kunnt ys z Ohre,

nimme Regierigsroot.

Für Betty & Bossi ist das knapp dem Konkurs entronnene Unternehmen gleich der Auftrittsvers: Mir haisse halt jetz emool Betty & Bossi,

S giengt au Sodom und Gomorrha

oder Martini & Rossi.

Das spiilt e kai Rolle,

das macht kai Differänz;

numme Suter + Suter,

das kämt nie in d Gränz.

Der Gartezwärg in diesem Jahr der farbige bz-Vorzeigenarr zum Bänggler-Jubiläum reimt zum gleichen Thema:

S verschänggt ain Millione

so mit linggs, ohniy z’gnaisse,

muesch nur sage, dass de Suter

oder Suter duesch haisse.

S Bangghuus vo dr Queen,

das het grad Kippi gmacht.

S wird jetzt äng firs Bethli,

s git nur Cheese zem Znacht.

Au d Kantonalbangg z Sooledurn,

die hänn doch ebbis lugg,

gheit s Gäld zem Fänschter uus

und griegt nyt me zrugg.

Jetzt basse d Bangge pletzlig uff,

fir Bulver leggsch jetz fascht no druff.

Wenn jetz e baar Millione bruuchsch,

sait ain im Bruune Mutz,

no bausch en Altersheim

und gohsch zem Christoph Stutz.

Mir hänn zue unsere grosse Freud

do kirzlig saage gheert:

Es haige die Yyshailige

in Basel sich vermehrt.

Dr Pankraz und der Servaz

und dr Bonifaz sinn froh:

Jetz isch als vierte Hailige

au no der Cornaz koo.

Und da gibt es doch noch einen, dessen Name nicht so geläufig ist. D Zahnstocher haben da etwas entdeckt:

Im Blaue Huus hänn mir per Zuefall an ere Fiehrig

s Grücht vernoo, dr Tschudi ghöör no zur Regierig

und hänn e Zeedel gseh, vergilbt an syynere Düüre:

Bin gleich zurück, komm vor den Wahlen wiider füüre.

An der Glogge geschtert z Oobe

s hett ys alle fascht aine gää

hänn mir dr Karli Schnyder gsee,

jä nai, was macht au dää.

är haig jetzt schyynts, het är uns gsait,

fir der Haiwääg zrugg

e Gländer zum sich heebe

uff dr Wettstaibrugg.

Die von vielen ungeliebte Brücke taucht auch im folgenden Vers der Daigräschte auf, deren Schlusspointe aber auf eine noch weit grössere Pleite zielt:

Au Nyynzäähundertsäggsenynzig

singe mir im Chor:

Syt Fimfesibzig Joor het s Comité,

scho graui Hoor.

Fir uns vom Daig, do isch dis Joor

jetz s vierte do im Saal,

fir d Wettstaibrugg en allererschts

und s letscht fyrs Café, Bâle!

Die angeblich lustige TV-Sendung der Medien-Platzmonopolisten aus Kleinhüningen, die auch in der bz noch nie gute Noten bekommen hat, kommentieren d Peperoni so:

Was me so iber Fraue sait,

wo blond sin Sii, das duet mer laid.

Das sin doch alles Voorurdail,

nyt do draa isch wohr.

Und zuedämm het im Café Bâle

nit aini blondi Hoor…

Weder blond noch auf den Mund gefallen ist diese Madame, von der d Stächmugge folgenden Dialog mit einem Kollegen aufgeschnappt haben:

Der Delamuraz maint an der Sitzig:

Chègere Ruth, Zut!

Ton wonderbra est vraiment brut!

Sii sait vite et vif: Mon cher Jean-Pascal,

Dyn Charme, dää muess y loobe!

Au Diir däti sone Stützdings guet,

aber es bitzeli wyyter oobe!

D Chemie-Fääger nehmen den abgetretenen helvetischen Kassenwart aus Dornach nochmals aufs Korn:

Mer singe jetz em Otti Stich

zem Abschiid no e Fyne

und brämse ihm zem letschte Mool

so richtig aine yyne.

Mer hänn ys dänggt, däm stuure Spaarer

fahre mir an Kaare,

am beschte grad esoo:

indäm mir unsri Pointe spaare.

Von bundesrätinlichem Ungemach berichtet der Rumpelstilz, der auch gleich zu einem weiteren Sujetlieferanten überleitet:

Dreyfiessli het anere Bundesroot-Rais

schnäll hinder e Bischli miesse.

Stolperet und muess das

mit eme Baibruch laider biesse.

Wenn jede Fähldritt Folge hätt,

denn wär das kai Vergniege,

do miesst dr Niggi Schoellkopf jo

en IV-Ränte griege.

Zu letzterem bemerkt der Haiwoogschangi lakonisch:

Hesch Du ebbis geege d Schwoobe?

Denn bisch e xenophoobe.

Schtoosch Du aber uff Tamile?

Denn bisch e xenophyyle.

Saisch, dass tirggischi Brobleem di zwiggi,

denn bisch dr Schoellkopf Niggi.

Kombinieren kann nicht nur Nick Knatterton, auch d Käärnebigger und der Banggomat bringen spielend verschiedene Sujets unter einen (Vers-)Hut:

Mir finde, dass die Käfersammlig

wunderbar isch.

Doch hämmer ai Problem,

wo laider noonig glaar isch:

Wie mir die drey Millione

Käferli und Fliege

zum Pfarrer Felix

in d Elsbethekirche griege.

Do mache im Soog vom Tomasetti

e par wäg de Käfer vo Minche dr Netti.

Me wett se in Basel, mit Würge und Bange,

doch laider sin die am Zoll blyybe hange.

Jetz kenntsch si entsoorge, s wär affegeil,

iber d Müllabfuehr zwische Basel und Weil.

Mit dem grossen Kanton beschäftigen sich auch der Pierrot und d Zahnstocher, an dessen Pointe sich der Einfall der Kaffi-Mihli fast nahtlos anhängen lässt:

E suure Buur blockiert

mit aim vo de Traktore

uss Protäscht e Migros-Metzg

und friert an d Ohre.

Mit em Zwait-Traktor

und mit de Subventione

macht sy Frau

im Migros-Lörrach d Kommissione.

Wo dr Christo dr Rychssdaag verpaggt

hets mi vor Fraid scho fascht verjaggt.

Y ha scho gmaint, är syg derby

und paggi alli Schwoobe y.

Y ha kirzlig das Ykaufswäägeli doo

fir dr Aigebedarf haimlig mitlaufe loo.

Jetz muess y no gschwind

imme Schlosser brichte

mainsch y well

uff die zwai Frangge Depot verzichte.

Neben den happigen Prämienerhöhungen der Krankenkassen sind auch die Tarife der Post ein erklärungsbedürftiges Thema, wie der Hanslimaa weiss:

Worum, froggt dr Hansli dr Bappe,

koschtet d Achtzgermargge

jetz nynzig Rappe?

Das isch halt, well 80 Rappe und zäh,

scho s näggscht Joor

muess ai Frangge gää.

Als quasi vorläufiger Schlusspunkt treten nun zwei Phantome auf, vorgestellt vom Helgelimooler:

S Phantom der Oper, s isch allerhand

stammt us Lieschtel im Kanton Baselland.

Und als Double, wenn s emool miessti sy,

springt dr Christian Miesch us Titterte y.