Dismool machts fascht ain elai – dr Schorsch vom Haafebeggi zwai

17. Februar 1997 | Von | Kategorie: Nachrichten

Was naheliegt, ist für die Bänggler offenbar kein Thema: Die Fusion von Ciba und Sandoz hat kaum Pointen abgeworfen, die über die Nennung der wichtigsten Exponenten hinausgehen. Auch die Lokalpolitik gibt – sieht man von Stutz ab – kaum überraschende Pointen her. Einsamer Spitzenreiter ist BSG-Bänggler Schorsch, der in diesem Jahr bei der «Konkurrenz» zu ungewohnten Ehren kommt.

Die Schorsch-Hausse hängt selbstverständlich eng mit jenem schnauzbärtigen Fussball-Lehrer zusammen, der für kurze Zeit als Trainer der Fussball-Nationalmannschaft für unrühmliche Schlagzeilen sorgte. So reimen etwa die Verschiffte:

Us däre Fuessball-Nationalmannschafts-Misere

Kasch au als Laie none ganz e Huffe leere

Dä Jorge, dä hätte mir im Mai grad wieder hai do

Und derfiir dr Schorsch vom Hafebeggi zwai gno.

Beinahe atypisch, aber in seiner ursprünglichen Bedeutung taucht er auch bei Betty&Bossi auf:

D Greenpeace het im Rhyhaafe under X Schlappe

gnau dää mit däm Gen-Soja-Schroot kenne schnappe.

Wär dääne dä Wingg gää het, waiss zwoor kai Bai;

mir vermuete der Schorsch vom Haafebeggi zwai.

Von der Gentechnologie zu ihrer Quelle ist es sowohl gedanklich wie geographisch nicht weit. Die neu als Bangg auftretenden Penetrante nennen Ross und Reiter:

Es git kai Sandoz me und au kai Ciba-Gygi;

will s Zämmeschaffe aifach effiziänter syygi.

D Schtadtgärtnerey will mit dr BaZ jetzt fusioniere;

die wänn das Kääsblatt nonem Drugg grad komposchtiere.

Was darunter zu verstehen ist, lässt sich beim klerikalen Kaater Noster nachlesen, der mit diesem Vers gleich zu einem politischen Thema überleitet:

Si hirne und forsche mit Dampf – gopfridstüüdeli –

in de baide Basler Gentechbüüdeli

Mir glaube, die maine, d Alternative

zer Genschutz- sygi Genstutz-Initiative.

Womit wir beim zweiten Running-Gag dieses Schnitzelbangg-Jahrgangs wä-ren. D Chemie-Fääger schleichen das Opfer allerdings von ganz hinten an:

Der Jörg Hess wird Doggter h.c. losst me uns wisse.

Em Zinggernaagel hän sy glatt der Nobälpryys noochegschmisse.

Der Ainzig wo doch gschafft het griegt nit emool e Schmutz:

‘s git bi de Wahle nur uffs Dach, drum Adie Christoph Stutz.

In bester Bänggler-Manier kommt auch der Vers des erstmals auftretenden Gratzbürschtli daher, das zu diesem Thema reimt:

Entschuldige Si my Haltig, y has im Rugge

Nit chronisch, s kunnt vom vyle Bugge

Doo han y no e verstuuchte Duume:

y bi im Stutz go hälfe s Büro ruume.

Zum Ursprung dieses Unternehmens merken der Hanslimaa und d Schmir-my-ab an:

Am 1.Mai wird nit grampft wäg däm roote Bändel

am 1. Auguscht hesch frey wägen uuralte Händel

und am 1.Dezämber fyyrt me z Basel jetzt «anyway»

em Christoph Stutz sy «Independence Day».

Wo der Stutz am Zyl aakunnt, sin siibe vornedra.

Drum mien mer näbem Tschudi jetzt dä Lewin au no ha.

Ych ha das mit em Sport vergliche und fir mii so dänggt:

Im Stutz hätts mit eme Nasepflaschter eventuell no glänggt.

Besagtem alt ÖKK-Direktor und neo-Regierungsrat Ralph Lewin hat der bereits am Monster aufgefallene, ebenfalls neu in der Szene aufgetauchte Singvogel eine letzte humanitäre Handlung als Krankenkassendirektor unterstellt:

Der Lewin isch e faire und loyaale Maa.

Als letschti Handlig het är

bi der ÖKK entschiide,

dass me dört trotz Präämiestuefe zäh

em Stutz sy Psychotherapie wurd übernaä.

Wie die Folgen der Wahlen etwas zu mindern wären, hat der Pierrot erfahren, der weiss:

Die Buurgerligge welle schynts drum bätte,

falls si iiberhaupt no ebbis z’bätte hätte,

asses nur no Regierig haisst, wenns goot,

und nimm so bedoont Regierigsroot.

Auch der Kaffimihli passt diese Farbe nur partiell:

Vyl Rooti het s im Roothuus jetze.

Y due zwor lang nit alli schetze.

Am allerliebschte vo de Roote

sin mir die neye Zwanzgernoote!

Zu diesen Roten gehört auch die neue Baudirektorin Barbara Schneider. Das hat den Banggomat auf eine nicht ganz so neue Idee gebracht:

Mir schleen Eych vor, me sotti probiere,

mit de Landschäftler-Rammel z’fusioniere.

So kennt men au d’Synergiee nutze,

und hätti mehr Gälder zem verbutze!

Au bim Regiere gäb’s nyt me z’zwänge;

do wurd nämlig – ai Frau Schneider länge

Womit wir endgültig im Baselbiet wären, das selbstverständlich sein fasnächtliches Fett abbekommt, etwa von der Gasladärne, die freundlich reimt:

Bim Märthalle-Brand hänn d’Landschäftler-Gselle

noochberschaftlig – hälfe welle!

Gly druff aabe brennt in Lieschtel e Bangg,

und d’Basler seggle – so quaasi als Dangg!

Do schreit der Füürwehr-Hauptme Büürli

«gönget doch hei – dasch euses Füürli».

Von einem ganz anderen Füürli, das als veritable Knallpetarde zum Hit der Strassenfasnacht geworden ist, berichten d Käärnebigger:

Si dien am Banntag z Lieschtel ummenander schiesse.

Me hätt scho lang die dumme Schiesser biesse miesse.

Bis wytt in d Regio teent das Böllere und Knallere.

Me hett s sogar im Roothnus z Basel gheere schallere.

Die möglichen Folgen davon besingen d Gluggersegg zur Melodie des alten Heintje-Hits vom «Heitschi Bumbeitschi»:

Nimm flueche, nimm suffe, nimm schiesse,

do kaa me s jo wirggligg nimm gniesse.

By dääre Entwigglig vergoot aim jo d Luscht,

die verbiete-n-is sicher gly d Hoor uff der Bruscht.

Saag ys, Heitschi Bumbeitschi Bum Bumm,

findsch dä Banndaag in Lieschtel au dumm.

Quasi als Intermezzo hier ein Vers der Striggete, die dem Erdrutsch am Basler Rheinufer bei der Pfalz diesen Vers gewidmet hat:

Der Chef vom Muratori Alessandro rieft: «Guet Nacht!

Was hesch Du uff dr Pfalzbaustell nur mit der Muure gmacht?»

Do sait är: «Capo, loos, ich ha nur grande Bickel gnoh –

und iinistagge, ummasloo, duuretsieh und aabaloo….»

Neben den Fis(kal)imadenten einer alt Bundesrätin sind auch der Rinderwahnsinn und die Bauern für den Gartezwärg ein Thema:

My Frind, dr Zwärg Otto, kunnt grad by allne verbyy

und sammlet fir s Kopps noo-n-e Almoose y.

Well d Rindvycher spinne, mache d Bure Krawall.

Drumm speere d Kieh zobe jetz d Buure in Stall.

Auch für den Helgeli-Mooler, der in diesem Jahr offenbar von einem Cola-Konzern gesponsert wird, sind die Bauern ein Thema. und der Vers der Unvolländete führt gleich ein weiteres Sujet ein:

Wenn d Buure z Bärn dien demonstriere,

dien si zwai so Deggeli mit sich fiehre.

Si bruuche si denn als Brilleglas…

das schützt si gäge s Träänegas!

Dr Christe Bänz, dä pfliegt dr Agger mit de Händ;

Wenn är am Mälche isch, denn waggle Kieh und Wänd.

Au vor em greeschte Muni goht är nit in d Gnej –

Zue Träne riehrt en numme d Bärner Bolizej!

Ihre Kameraden aus Basel und insbesondere jene im «ausbruchssicheren» Waaghof werden auch zur Kasse gebeten. Beim Strytzi tönt das so:

Im Alarm-Yfiehrigskurs-Kurs,

froggt der Schugger Meier Urs

sy Chef vom Wooghof,

was das roote Liecht bedyttet.

Dä het sy Sagguhr fiire gno,

und isch druffaabe hailoos froh,

wo s’gottseidangg in däm Momänt

in d’Pause lyttet.

Zum gleichen Thema – mit Variationen – der fasnächtliche Kommentar von Passevite, der Stächmugge und dem Glettyse:

D Schugger hänn jetz Namens-Schildli.

Die im Wooghof mit eme Bildli.

So waiss der Portier an der Steine,

wär Ussgang het – und wär e kaine.

D Basler Schugger griege gly scheeni Schildli,

Mit Namme, Unterschrift, zletscht emänd no mit Bildli!

«Dasch s Maximum!» rieft doo der Meier 3,

gsehschen d Händ scho zimftig ryybe,

«Jetz kan i ändlig d Buessezeedel fäälerfrey unterschryybe!»

Die neye Buesse gehn vyl z’wyt:

Die bringe finanziell doch nyt!

Will kain vo däne Schuggergselle,

Ohni Hilf uff drey ka zelle!

Die Schweizer Bobfahrer können das zwar, aber lesen Sie, was den Pfäfferschoote dazu eingefallen ist:

Der Schwyzer Bobmannschaft

isch s Schiggsal zwai Stund hold gsi:

S isch viermool Kupfer,

viermool Silber, viermool Gold gsi.

Jetz mien si alles wiider ummegää bis dato…

Machet e Lätschli drum und schiggets em d’Amato!

S Schlimmscht an däm Verdikt vo oobe:

der WM-Titel erbe d Schwoobe.

Von ebenso erfolgreichen Schweizerinnen und Schweizern berichtet der Pierrot, und der Singvogel leitet im gleichen Sinne über zu einem weiteren «Star» unter den Bänggler-Sujets:

Unseri Spoortler sinn scho guet,

do spyyrsch halts Aidgenossebluet,

Türkilmaz, Hinggis, Donghua Ly,

do kasch voll stolz no Schwyzer syy

Im Bläsischuelhuus wirft d’Frau Stämpfli

wärend der Handi

e Bligg uf ihry multikulturelly Bandi

und dänggt sich:

Philippinos, Spanier, Türgge, Baasler,

aber gottsai-gottsaidank

kai Harry Haasler.

Vom Hasler zum Haas ist es zumindest phonetisch eigentlich nur ein kleiner Schritt, doch d Daigräschte machen einen grossen Umweg und meinen:

Als brave Burger muesch di bald vor em Herrgott schämme.

In d Elsbethe goot me nur no mit em Fido zämme.

Em Hailand isch hitt nyt me z dyyr,

au nit e Draumtheater-Fyyr:

S Phantom, der Bischof Doggter Haas,

liist der Rossmischt zämme!

Keine Frage, die Themen sind noch längst nicht erschöpft. Einiges, was im Schnitzelbangg-Jahrgang 1997 steckt, steht oder fällt jedoch mit den Helgen, Kostümen und vor allem mit dem Vortrag. Darüber morgen mehr, wenn der Bänggler-Marathon mit 33 Nummern vorbei ist. Als Vorgeschmack auf das, was noch kommt, d Spyyrhind:

Und sie tanzten einen Tango,

s Dritte Ryych und d Schwyyzer Bangge.

Gäld und Gold gäärn zue sich haim gnoo,

Mentsche steen vor gschlossne Schrangge.

D Gschicht isch halt no nit ganz umme.

S brennt e schandbaar beeses Fyyr aa

Eel dryy lääre dien die Dumme:

D’Amato und Delamuraz.