Beim Comité am Steinenberg kommt als erste Stammclique die Neii Richtig vorbei, eine derjenigen mit dem Sujet «Aendzyt». In rote Kapuzengewänder gekleidet ist der ganze Zug, die Pfeifer als vergeistigte Flöten, die Tambouren klopfen sich den Geist aus dem Leib. Der Barbara-Club erscheint als orange Putztruppe, die schaut, dass Basel sauber bleibt. Auf Geld- und Seelenfang begeben sich d Rhyschnoogge, dies im Hinblick auf die Jahrtausendwende. Das Personal der Clique besteht aus orange-blau gekleideten Klosterbrüdern, die aber schon deutlich Weltuntergangsstimmung zur Schau tragen.
Ums Regieren und die Art, wie das die sieben Regierer in Basel tun, besonders mit den Chefbeamten, geht es der bunt daherkommenden Märtplatz-Clique. Silbrig-glitzernd erscheint der wunderschöne Zug der Spezi-Clique, futuristisch durchgestylt von A bis Z, respektive von Vortrab bis Wagen. Weltraum-Schrott der Russen, ein glänzend ausgespieltes Sujet. Weil grad die Sonne scheint, glänzt das Sujet doppelt so schön.
«Miir geen d Wand uff», heisst es bei der Sans-Gêne. Das sensationsgeile Schweizer Fernsehen im Vortrab, dann das Spiel als eine eiger-geile Gesellschaft, bunt und urchig gewandete Bergsteiger, alle angeseilt und miteinander verknüpft am Seil wunderbar.
«Männer sind Schweine», ruft uns die Wettstai-Clique zu aber auf baseldytsch: «Männer sinn Sey isch das so ney?» Entsprechend sau-mässig kommen sie daher, mit treffend modellierten Sauköpfen. Herrlich. Auf dem «Börse-Rönn» befinden sich die Verschnuuffer, kopflose Wesen, mit Händy, jung und erfolgreich, Börsianer eben. So der ganze Zug, mit Ausnahme des Tambourmajors: Der geht lieber in statt an die «Börse», und so hat er keinen Kopf, sondern einen Beizentisch mit dem Tagesmenu der «Börse» drauf. Gut gemacht!
Blau durchgestylt sodann die jubilierende Gundeli-Clique als E-Police, besondere Gendarmerie auf geheimer Hagenbutten-Mission, was mit Doping zu tun hat. In der Sujet-Hitparade weit oben, dieses Thema; auch beliebt sind der bevorstehende Weltuntergang von/mit/wegen Uriella, der Bär im Glaibasel und die Werkstadt Basel. Einen Riesenharst weisse Uriellas schicken die Rhygwäggi auf die Piste gruuselig-schön, diese Ur-Rhyella-Gwäggi.
Den Kontrast dazu bietet die Pierrot-Clique, ganz in Rot sind gefrustete Eidgenossen, die rot sehen wegen fast allem und über die sich der Tambourmajor als Helvetia saumässig ärgert. Sechs Wochen vorausblickend, das heisst konkret bis zu den kommenden Ostertagen, geben sich die Naarebaschi: Grüne Vögel mit einem Osternest auf dem Kopf, dazu ein währschafter Osterhase als Tambourmajor.
«Fiat schnux» das sind die Schnurebegge (so richtig, Roger?) auch sie im Banne von Uriella, unmittelbar vor dem grossen Untergang. Und den Nagel auf den Kopf respektive das Sujet im Kern getroffen hat der Dupf-Club: «D Aendzyt isch nimme wyt», heisst es. Abgelöschte Gestalten, mit Gasmasken vor dem Gesicht, marschieren in Endzeitstimmung vorbei. Sogar die Trommeln tönen sehr dumpf das Ende naht. Hervorragend!
Dem Doping nimmt sich die J.B.-Clique Santihans an, der Expo.01 die Alte Glaibasler, um «bâl-kan» geht es den Schnooggekerzli, und der Seibi-Clique darum, dass Basel seit 23 Jahren keine Miss Schweiz mehr stellen durfte. Entsprechend wird ein Haufen Hexen ausgeführt. Die Basler Dybli, schöne rote Teufel, sorgen sich um die saubere Stadt Basel. Die Opti-Mischte sind die Grössten, mit «XXXXL» als Sujet und entsprechend hohen Figuren. Wetten, dass sie solche Goschdym nicht so bald wieder tragen?
Mit der Werkstadt Basel hat es sodann die Olympia nach dem Motto «dr Letscht löscht s Liecht». Der Tambourmajor ist der Rattenfänger von Ammel und will verhindern, dass immer mehr Ratten (die Pfeifer und Tambouren) das sinkende Schiff verlassen. Die Werkstadt wird auch von den Versoffene Deecht abgehandelt. Der Central-Club Basel kommt diesmal als Calcium-Club Basel «die Alte, vorwärts, marsch!» heisst es da. Bei der Rätz-Clique rollt der Rubel, das heisst die Russen-Mafia läuft ein. Und um den schwarzen Glaibasler Bär geht es bei den Alte Glaibasler - wunderschön.



