Stubete 2000: Gemütliche Stubete am Spalenberg

19. Februar 2000 | Von | Kategorie: Nachrichten

Am 18. Februar lud Werner F. Vögelin zur fünften Stubete ins Tabourettli, und «tout Bâle» folgte der Einladung. Die Idee, in familiärem Rahmen eine Vorfasnachtsveranstaltung mit eher leisen Tönen zu machen, ist Vögelin auch sehr gut gelungen. Und der intime Rahmen des von Calatrava gestalteten «schönsten Kleinkunst-Theaters Europas» trug das Seine dazu bei.

Den Premieren-Auftakt machte die Jungi Rätz mit dem «Morgestraich» und dem «Arabi». Und sie machten ihre Sache gut, auch wenn man das Lampenfieber vor dem ersten grossen Auftritt spürte. An den folgenden Abenden werden dann abwechselnd die Jungen Garden und Bingis von Seibi, Wettstai, Junteressli, Dupf Club, Alti Stainlemer, Märtplatz und Basler Rolli ihren Platz einnehmen. Mit diesem Auftritt war die «traditionelle» Fasnachtsmusik abgehakt. Die Bloodie Marys (vier junge Spitzenpfeiferinnen) wussten mit ihren zwei Vorträgen gut zu gefallen. Ebenso die Tambourengruppe STEEP. Trotz einem «déjà-vu» (Top Secret) waren ihre beiden Auftritte sowohl musikalisch als auch optisch einwandfrei. Zur Pause (mit Ueli-Freibier) wurde das Publikum durch die Stadt-Strycher entlassen.

Auch die «Raamestiggli» wurden sehr gut aufgenommen. Marcel Dogor (bekannt als Frau Roggenmoser) begeisterte – wie könnte es am Spalenberg auch anders sein – als «Läppli». Mit seinen träfen Sprüchen wie «klatschen ist gesund für die Leber, denn dann kann man nicht trinken» oder «Unsere Regierung ist nicht bestechlich. Sie nimmt nichts an. Nicht einmal Vernunft», hatte er die Lacher auf seiner Seite. Und auch Almi (Patrick Allmandinger) mit der Direktübertragung einer Cliquensitzung durch Tele 24 wurde stürmisch beklatscht. Der männliche Beifall für Fatal dö hatte dagegen etwas masochistisches, lasen ihnen die spottlustigen Westernfrauen Rosetta Lopardo und Ursula Portmann doch ganz gehörig die Leviten.

Die junge Steptanzgruppe beat the tap (unter anderem Schweizer Meister 1998/99) gefiel mit zwei Auftritten. Besonders originell war die Idee, am Fasnachtsmontag in den Skiferien erst mit Skis, dann in Skischuhen Trommelmärsche zu steppen. Ein Bangg darf an einem solchen Abend natürlich nicht fehlen: An der Premiere wusste der Schwoobekäfer zu gefallen. Sein sehr guter Vortrag begeisterte dank guten Versen und herrlichen Pointen. Als Spitzenbangg galten auch lange Jahre d Pfäfferschoote. Durch die Wahl von Corina Christen als erste Frau ins Comité wäre ihr Ehemann beinahe «arbeitlos» geworden. Doch ein angefressener Bänggler weiss sich zu helfen, und so steht er nun als Schuufle Buur auf der Bühne. Und auch solo weiss er mit guten Versen zu gefallen. Jeder im Saale weiss, wer mit seiner Buurereegel: «E Frau im Comité isch guet, nur s Hauptprobleem isch d Farb vom Huet» gemeint ist. Die anwesende Comitédame bekam darauf die erste Stubete-CD überreicht.

Spiritus Rector Vögelin leitete nicht nur gekonnt durchs Programm, sondern trat auch noch in zwei Solonummern auf. In «Sion 2006» durfte das Publikum mit Mini-Olympiafähnchen winken, als er die Walliser tröstete: «Jetzt wartet mer halt no fufzig Joor. Vive le sport!». Und als kleiner Golfer mit grossem Handy verriet er: «Ogi hat ein Handicap von 2006!». Den krönenden Abschluss eines gemütlichen, unterhaltsamen Abends machte «Madame Spaalebäärg» Colette Greder, welche schon vor fünf Jahren bei der ersten Stubete mitwirkte. Als Stargast angekündigt, wehrte sie bescheiden ab: «Ich bin Gast, kein Star». Dass sie es doch ist, bewies sie mit ihren begeisternden Chansons. Abschliessend natürlich die Spalenberg-Nationalhymmne «dr Spaalebäärg druff» und «es isch kai groossi Stadt». Der lang anhaltende Schlussapplaus des begeisterten Premierenpublikums war dementsprechend herzlich.