Es war ein bunter, fasnächtlicher Räppliregen, welcher am 21. Januar auf das Premierenpublikum im Saalbau Rhypark niederging. Die Idee der Räppli-Serenaade ist, qualitativ hochstehende Fasnachtsmusik mit einem kleinen Rahmenprogramm darzubieten. Die Umsetzung ist den organisierenden Harlekin bei der Ausgabe 2001 voll gelungen.
«Festival». Mit diesem Marsch begrüssten die Tambouren und Pfeifer der Harlekin ihr Publikum. Und sowohl ein musikalisches als auch optisches Festival ist das neue Räppli auch geworden. Der «Yankee» im Helloween-Look mit Kürbissen auf dem Kopf, sowie der «Sousa» – in Uniformen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg – wurden von den Harlekin perfekt dargeboten.
Wenn die Junge Naarebaschi das Niveau junger Garden repräsentieren, so muss einem um den Fasnachtsnachwuchs nicht Bange sein. Weder beim Pfeifervortrag «Verhäxt», noch beim «Teenager» der Tambourengruppe war gross etwas von Premierenfieber zu merken. Die Showidee mit fluoreszierenden Köstümen und Trommelsticks bei den «Happy Hours» ist zwar nicht neu, aber immer wieder eindrücklich – zumal der Vortrag genau so sauber war wie der «Unggle Säm». Herrlich jubilierten hier die Piccolos vor der grossen USA-Flagge, bei der die Sterne durch einen Zählrahmen ersetzt waren.
Zwei BWUUFs (Basler Welt-Uraufführungen) hatte die Bajass-Clique auf dem Programm. Während das «Und ab» beim Publikum nicht so gut ankam, erntete ihr «Und tschüss», ein Potpourri aus Schlagern, Volksmusik und Fasnachtsmärschen, starken Beifall. Die zusammen mit den Mihlireedli vorgetragenen «Neye Glaibasler» waren sowohl optisch als auch musikalisch ein Hit. Die Pfeifer standen neben einem Kebapstand. Die Männer mit schwarzen Haaren und mächtigem Schnauz, die Frauen mit Kopftuch und langem Mantel. Pauke und Tambourin liessen die Piccolos immer wieder vom Originalton in orientalische Töne wechseln.
Perfekt präsentierte sich das Mihlireedli auch bei seinen beiden Solo-Auftritten. Beim «Gorilla», von vier Zolliwärtern vorgetragen, störten die Tiergeräusche im Hintergrund etwas. Als Gag seien sie aber akzeptiert. Das im Halbdunkel vorgetragene «Furioso» machte seinem Nahmen alle Ehre. Schlichtweg grossartig.
Auch die Barfiessler wollten nicht auf zwei BWUUFs verzichten. Preussisch-zackig intonierten sie, in braunen Mönchskutten und natürlich barfuss, die «Biggelhuube». (Wie lange musste jener Mönch wohl üben, welcher mit einer grossen Zehe den Takt mitklopfte?) Stürmisch applaudiert wurde der optisch lustig inszenierte «Alpe-Pfiff», vorgetragen von zwölf Antons aus Tirol in zünftiger Tracht.
Einmal mehr bewies die Schotte-Clique, dass sie zu den allerbesten Guggen gehört. «Schottische Träume», im schottischen Nebel von drei Dudelsäcken und der zu spät kommenden Pauke und Snarrdrum vorgetragen, versetzte die Zuschauer in Gedanken auf die britische Insel. Erste Sahne auch die «Stars and Stripes», gespielt im traditionellen Schotten-Look, sowie der «Flash dance». Nachdem alle Teilnehmer sich mit allerlei Instrumenten wie Kindertrompeten, Serviertabletts oder Papprohren, zusammen mit den Schotten musikalisch verabschiedet hatten, wurden letztere noch zu einer Zugabe gezwungen.
Wer sich auf das Duo Flex gefreut hatte, wurde etwas enttäuscht. Die DJ-Solo-duo-Nummer mit einer Mischung aus Disco-Sound, Schnitzelbänken und Fasnachtsmusik erreichte das Niveau vom letzten Mal bei weitem nicht.
Lari und Fari lockerten das musikalische Programm textlich auf. Aus hundert Bewerbern wurden sie im Big-Brother-Wettbewerb per Ted-Umfrage ausgewählt, der BSE (Basler Schnitzelbank-Elite) anzugehören. Und dies, obwohl Lari (Walo Niedermann) nie eine Pointe zustande bringt, und Fari (Heinz Margot) in jedem Vers seine verehrte Gigi (Oeri) unterbringen muss, selbst wenn er dafür einen Gigi-Doro-Kaffee erfinden muss. In weiteren fünf Nummern persiflieren sie alles, was zu den diesjährigen Fasnachtsthemen gehören wird. Ein spezieller Glanzpunkt ist Margot als Dölf Ogi. Eine Nummer, welche sicher in den Fasnachts-Rückblicken Aufnahme finden wird.



