«Alli myni Äntli schwimme uff em…» Nein, das ist keine Anspielung auf die heftigen Regengüsse in der Nacht auf den Morgestraich und deren Folgen. Vielmehr sind es dieVorstadt-Glunggi, der erste Waggis-Wagen, der bei strahlendem Sonnenschein beim Comité am Steinenberg vorbeirollt. Und sie bringen mit ihrem Sujet auf den Punkt, was gerade so gut das Motto des Nachmittags sein könnte. Denn auch die erste Gugge, die Gugge-Zwärgli, feiern «s Äntlischwimmfescht uff em Rhy», und lediglich eine Stunde später zählen wir bereits etwa die zehnte Fasnachts-»Einheit», die sich diesem leichten und meist mit wenig Aufwand in die Praxis umzusetzenden Thema beschäftigt. Es geht um das Enten-Rennen, das im Sommer letzten Jahres von der Messe Basel zugunsten kranker Kinder auf dem Rhein durchgeführt worden ist.
Und noch einmal ist Gugge-time, bevor die Reihe an weiteren Wagen ist. Türkis-farbene Elche, alias Sonate-Schlyffer, führen als Requisit mühevoll die Ikea den Steinenberg hoch, während im Kontermarsch die in vornehmstes Schwarz-Violett gekleideten Fuege-Fäger das Sujet «Au e Waggiswaage mecht emool e Comité-Hietli draage» ausspielen. Der nächste Wagen, Rätzebälle, haben sich einem in der Hitliste ebenfalls weit oben rangierenden Thema angenommen: dem Joggeli-Bahnhof. Die Gugge Ueli-Schränzer ihrerseits hat es wiederum mit dem schwedischen Möbel-Riesen, der in Pratteln eine Niederlassung eröffnet hat und präsentiert als Guggemajor eine blonde schwedische Schönheit.
Schwarz gelockt dagegen sind die acht «supermegagaile Kätzli» auf dem Wagen der Privé-Waggis. Ausgespielt wird, dass in der Steinen jede zweite «Hütte» zum Puff werden soll.
Ebenfalls Katzen, aber viel sympathischere, paradieren stolz erhobenen Hauptes vor dem Comité: die Schänzli-Fäger als prächtige Leuen, die im Sommer im Zolli ein neues Zuhause erhalten sollen.
A propos Haus – die Zapfeschlugger-Waggis reden von einer «schallernde Oorfyyge an Basler Daig»; ihr Wagen ist ein riesiges Haus, wohl das Kunstmuseum, dessen Direktorenwahl ja viel zu reden gegeben hat.
Auf der Gegenseite zieht eine herrliche Einzelmaske die Aufmerksamkeit der in Viererreihe Spalier stehenden Zuschauer auf sich. «Ogi wird Super-Botschafter», steht auf einem Schild, und die Einzelmaske kommt auf Skiern den Steinenberg herunter. Selbstverständlich in voller Skiwander-Ausrüstung. Ein glänzender Einfall!
Einmal mehr sind Äntli das Thema, ausgespielt von der Wagenclique Buure-Lümmel mit acht Neptunfiguren unter der Mittleren Brücke an Bord.
Just als die Sonne für kurze Momente hinter dunkeln Wolken verschwindet, weht wehmütiger Sound vom Theater her: Die Pumperniggel als rot-schwarze Ueli sind im Anmarsch. Im aufwendigen «Schlössliexpress» fährt die Schnäderänte-Clique vor, meint dazu «Original aadie!», und verteilt sinnigerweise (oder schnapsideenmässig) – Schnapsfläschchen…Während sie immerhin bei den Getränken Geist beweisen, vermissen wir ihn bei den Versen an den Wagenwänden der Däfilutscher. «500 Joor het s bruucht, bis Basel e richtig Stadion bikunnt», spielen sie aus (und hoffentlich gehts nicht noch einmal so lange, bis sie zu einem Hof-Dichter kommen…).
Mit einer anderen Sportstätte, der künftigen Eissporthalle, befassen sich die Räppli-Wamser. Als Eishockeyspieler der Basler «Dragons» wollen sie ihrem Cliquennamen alle Ehre machen, sind dagegen mit ihren Wurfgeschossen ebenso wenig zielsicher wie die Basler Eishockeyaner.
Wie auch immer, nach einem glänzenden Auftritt der Schränzgritte, setzen die Wartebärg-Rueche quasi den Schlusspunkt unter den ersten Cortège-Nachmittag und das persiflierte Dauerthema: «Äntli guet – alle guet!»



