Ein riesiger Zug Guggemusikanten, 25 Schränz-Korps der Gugge IG und der FG Gugge, zieht von der Messe Basel über den Claraplatz und die Mittlere Brücke. Am Claraplatz kommen sie an der Bühne vorbei, auf der wenig später die «wilden» Guggen ihr Konzert geben werden.
Die Pfeiler der Mittleren Brücke beben, wie die teils weit über 40 Mann (und im Falle der Rätsch-Beeri Frau) starken Guggen-Harste die Brücke schränzend passieren. Auf Grossbasler Seite trennen sich die Guggen. Die FG steuert den Marktplatz an, die IG den Barfi, und zehn vor acht beginnen die beiden traditionellen Konzerte.
Wir sind dieses Mal auf dem Seibi dabei, weil die IG Gugge dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Die FG Guggen mögen’s uns nachsehen…
Das gut zweistündige Gala-Konzert eröffnen die Stachelbeeri. Ihr mächtiger Major bringt mit einer filmreifen Darbietung das vieltausendköpfige Publikum gleich in beste Stimmung. Nach ihnen betreten die Seibi-Schränzer die Bühne. Aus Sicherheitsgründen, aber auch aus Platzmangel (die guten Guggen werden von Jahr zu Jahr mitgliedstärker) wurde die alte dieses Jahr durch eine neue ersetzt. Und die IG Guggen, so auch die Orginal Chnulleri, danken es mit durchwegs bemerkenswert starken Auftritten. Ihnen wollen natürlich die 40 stolzen Leuen der Schänzli-Fäger, die als FG Gugge zu Gast sind, in nichts nachstehen.
Beim Vortrag der Pumperniggel, die auch mit rassigen Samba-Rhythmen aufwarten, ist das Publikum mittlerweile in Schunkel-Laune. Sie steigert sich kontinuierlich, als die orange-schwarzen Dante der Schränz-Gritte die Bühne herrlich schränzend bevölkern.
Beim Einmarsch der nächsten Grossformation sind Trommeln und Piccolos zu hören: Mitglieder der ehrwürdigen Olympia-Clique haben auf eigenen Wunsch (!) die Negro-Rhygass verstärkt. So viel zur oft beschworenen Rivalität zwischen Guggemusikanten und Trommlern und Pfeifern…
Und schon wieder ist Schunkeln angesagt: Die 54-jährige Baggemugge intoniert die «Kleine Kneipe». Nach ihnen marschieren mit feinem Glockenspiel und sanftem Paukenschlag die Rätsch-Beeri zur Bühne. Auf dem Podium angekommen, beweisen sie jedoch, was Frau an Trompete, Posaune, Tuba und dergleichen imstande ist. Das Publikum (nicht nur das männliche) ist jedenfalls begeistert und für die letzten beiden Auftritte in Hochstimmung.
Diese gehören den Messing Käfer, die was das Kostüm betrifft, stets für eine Überraschung gut sind. Heuer setzen sie auf «Big brother». Den Abschluss macht mit etwa zehn Minuten Rückstand auf die «Marschtabelle» die Gugge Mohrekopf. Die Guggefans sind sich einig: Das Jubiläums-Konzert hätte durchaus noch einige Zeit länger dauern dürfen.



