«Dr Schuss isch duss!» – fir d BSG isch jetz au Schluss

11. März 2001 | Von | Kategorie: Nachrichten

Für die Bänggler endet die Fasnacht traditionsgemäss erst mit ihrem Schlussabend. So auch für die Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG). Beim «81. Schlussoobe» am 10. März sangen 18 Bängg zum letzten Mal eine Auswahl ihrer Verse, wobei nicht mehr alle Stimmen so glockenrein wie noch am Montagabend klangen. Das gutgelaunte Publikum im Charivarisaal des Volkshauses sollte dies aber nicht stören – es genoss die fröhlichen dreieinhalb Stunden.

Eröffnet wurde der Abend durch die Basler Bebbi. Im bunten Charivari gefielen sie mit einem sauberen «Saggodo», sowie dem «Glopfgaischt». Als erster Bangg sangen die Weggli-Buebe unter anderem vom Feldschlösschen-Verkauf:

Fäldschlössli goht in fremdi Hand,

me reggt sich uff im ganze Land.

Worum isch me denn so betroffe –

vo Carlsbärg wirsch genau so bsoffe!!!

Die Miggeli mussten im Charivari auftreten, da am Morgen ihre Kostüme plötzlich verschwunden waren. Zum Herbstmesse-Abschied vom –minu meinten sie:

Wenn dis Johr uff e Petersplatz an d Herbschtmäss wotsch, bass uff,

legg langi Unterhose-n-a und no e Päärli druff,

zwai Kappe und e Niereschooner, neetig isch es halt,

so ohni –minu-Öfeli, wird s gottvergässe kalt.

Der Gyzgraage machte seinem Namen Ehre und erschien ohne Helgenträger. Als Geburtstagsgeschenk erhielt er eine rote Rose. Er machte sich Sorgen ums überfremdete Kleinbasel:

Big Brother isch allgemain e Hit,

s Volgg isch dumm.

Die Sändig bruuchsch im Glaibasel nidd,

waisch worum?

Die wuurde scheen im Schyssdrägg hange,

dr letschti Schwyzer isch geschter gange.

Die Schreggschruube freuen sich, dass sie nicht allein sind:

Schreggschruube, so dien mir haisse,

öppis duet-is zämmeschwaisse:

Schreggschruube gits au immer mee

Joor fir Joor – bim Comité.

Ein Kulturstolperi ging anscheinend verloren. So sangen eben nur zwei:

E huffe gääli Äntli schwimme, zämme-n-uffem Rhyy,

Sy pfludere und schnädere, häns luschtig, sin dr byy.

Aim Äntli aber gohts nit guet, es isch em zimmlig myyslig,

Es schwimmt elai dr Bach durab und Schalleret ganz lyyslig.

André Auderset blickte als «e alte Schwyzer» auf die vergangenen 500 Jahre, in welchen Basel bei der Eidgenossenschaft ist. Beim Zeitungslesen fiel ihm auf, dass, wenn heutzutage von Niederlagen die Rede ist, es sich nicht um Schlachten, sondern um EHC und FCB handelt. Auch versteht er nicht, dass Frauen in der Regierung sind, und zwischen der Stadt und denen jenseits der Hülftenschanze nur über Geld geredet wird. Abschliessend meinte er:

«Zem Schluss han ych e spezielli Bitt:

Gehnd Sorg zur Fasnacht, nundefahne

Ass es au in 500 Joor no aini gitt»

Die Staubwolgge blickte über die Grenze ins Elsass:

S sin unsri Frind uus Franggrych massehaft zue uns koo.

Hän unsre Moscht in ihri Roscht-Karosse yynegloo.

S maint ain vo ihne: Jetzt simmer ändlig, ändlig quitt,

Ihr suffet unsre Wyy und unsri Auti eyre Spryt.

Drei Bäddler erwiesen am Schluss ihres Vortrags Frau Fasnacht ihre Reverenz mit einem Text zur Melodie «Unter der Laterne». Vorher aber bemerkten sie bissig:

Mir fynf Asylanti – hän vieli Verwanti,

mir dien gärn kassiere – uff dr Stroos demonstriere,

ihr uns integriere – das uns imponiere,

wenn Wahlrächt mir hänn – mir euch nimme wänn.

Der Gluggsi, mit Handörgeli und Banjo, mokiert sich über Ausländer, die neuerdings bei der Basler Polizei angestellt werden:

E neye Schugger sait verglemmt,

wo är mir e Buess an d Schyybe glemmt –

ich ka iin gar nit rächt verstoo:

Du machen falsches Parken doo.

Den Rätschbääse, mit Rätschen ihre Verse untermahlend, ist folgendes passiert:

Do letschti stehn mir butzt und gstrählt vor em «Bruune Mutz».

Pletzlich haut ys aine aa: «Hesch mer nit e Stutz?»

Wo dä Penner wyterzieht, do driffts ys wie dr Blitz.

Das isch dr Rayonlaiter vo dr Migros am Dreispitz.

Begeistert aufgenommen wurden die «Basler Elschtere» alias Barbara «Kurtli» Kleiner und Werner Vögelin. Sie besangen den «Fäärimaa», sowie «Basel By Night», und erzählten von einer Strasse, die immer wieder aufgerissen wird. Schön das Lied «Sälber gmacht», das für einmal dem Cliquen-Vortrab ein Kränzlein windet. Und im «Drämm-glängg-glängg» beklagt sich ein Schyssdräggziigli – Kleiner mit Trommel, Vögelin mit Pauke – dass es von den grossen Cliquen vom Cortège verdrängt wird. Immer wieder herausgeklatscht, sangen sie als erste Zugabe das besinnliche «Martinsgleggli», als zweite eine «Hommage an Babbe Rhy».

Mit schaurig-schönem Guggensound eröffneten die Schrumpfkepf den zweiten Teil. Das Spiel als Schorsch vom Haafebeggi zwai, der Tambourmajor als Helgenträger, auf dessen Rücken «50 Johr uf dr Gass!» stand.

Als FCB-Fan outete sich der Aigebreetler:

Toyota als Sponsor bim FCB,

«Nichts ist unmööglich» – so muesch daas jetzt gseh.

Wenn dä Slogan stimmt, denn fäält numme weenig,

und dr Massimo Ceccaroni wird Torschützekeenig.
wenn dr Cecca alauft, schiggsch dr Gooli go Keegle.

Die Schuggi Family – mit Waschbrett – lästert über die USA:

Furchbar bi Gott und zimlig prüd

sin in America halt d’Lüt.

Drby gitt’s dert – scho fascht normal

Ex Presidänte Sex – oral.

Syt neyschtem aber – s’isch abschtruus

bim Schlammschlachts Kampf im Wysse Huus

mache sy’s im ganze Land

plötzlig nur no mit dr Hand.

Eine lustige Idee hatten die Näschthogger mit ihrem abschliessenden Bebbi-Rap «s’ isch gail, e Basler z sy». Sie beklagten sich als Kleinkunden einer Grossbank:

Als Glaikund vo dr UBS hämmer nyt me z’lache,

willsch Gäld go hoole zaalsch zwai Frangge, sinn die nit ganz bache?

s’kunnt no so wyt as miir mien frooge am ne scheene Morge:

exgyysi, kenne miir doo ooni Speese s Gäld entsorge.

Der Schreck liegt den Saifi Blooddere immer noch in den Knochen:

Uff dr Hauptposcht sygi schreggligs bassiert,

me hett vor em Schalter e Skelett eruiert,

bim neecher luege sygs schyynts gsii e Maa,

dää haig in dr Hand no e Nummere gha.

Rinder in allen Variationen hatte der Muffty auf allen Helgen. Dazu passte der Abschlussvers:

Rinderwahn – e Skandal – wo s numme so gracht.

Tschüss Frau Schaller und denn e Museumsnacht.

E Theaterdiräggter vo dr Stasi – das isch doch glatt.

Gäll, Basel isch e tolli Stadt.

Als «Gewürz von Basel» wurde die Trommelgruppe Bâsilikum angekündigt. Sechs Tambouren – einer wechselte zwischendurch in übertriebener Nussgipfelhaltung an die Pauke – imponierten durch ihre exakten Vorträge. Die Idee mit den fluoriszierenden Fäden an den Schlegeln war originell. Grossen Anklang fand ihr Feuerzauber mit brennenden Schlegeln und abgedecktem Fell.

Die Gsalzene, als drei Köche auftretend, liessen das Publikum zur Lockerung erst einmal Turnübungen machen. Zu den Wahlen in den USA und der Schweiz gaben sie ihr Salz dazu:

Horrorszenarie – Terror und Schregge,

Ich schwitz und ha Alpdräum – wär tuet mi wegge?

I wach uff, schnuuf dure – zem Gligg hänn mir das nid,

Mir wähle fair die Beschte – und use kunnt dr Sämi Schmid.

Guete n’Obe, guet Nacht,

Dr Sämi Schmid isch an dr Macht.

Findsch bim Yschloofe kai Rue,

Losisch imm e Bitzi zue.

Wenig Schtil, fascht kai Farb, kai Profil, ruggschtändig,

Är macht mied, beweggt nyt, «Freude herrscht» unbändig!

Für 10 Jahre als Bänggler erhielt der Batzeglemmer Blumen und einen Sonderapplaus. Ergehört zur Spezies der Zeitungsleser:

«Baslerstab» und «Metropol»,

«20 Minute» findsch du das toll?

Und s’Niveau under jeder Krytig,

fascht esoo wie d «Basler Zytig».

Rote Schnecken als Kostüme, auch auf allen Helgen Schnecken, so präsentierten sich die Schnäggedyssi. Doch technisch scheinen sie schandbar schnell zu sein:

Will mir Schnäggedyssi schambar modäärn sinn,

Und Eych nooch wänn syy, au wenn mir fäärn sinn,

Bikemmed Ihr s näggschti Joor, ganz ohni Stress

Unseri Värs scho am Silveschter per SMS.

Wie erwartet gehörte der letzte Auftritt des Abends dem Flaggschiff der BSG: dem Schorsch. Dementsprechend herzlich wurde er und seine beiden Musiker auch empfangen. Man kann es kaum glauben, aber er singt bereits seit 50 Jahren! Dass dabei allerlei passiert sein muss, zeigt folgender Vers:

ich sett dä Booge für d Volggszellig no ussfiülle,

ich due dye längschti Zyt scho Bleyschtift umme drülle,
d
d Froog, wye viel Kinder dass y züggt ha, duet my blooge,
s miecht sich doch blööd, wenn ich jetz jeedi gieng go frooge.

Nachdem er gebührend geehrt wurde, gab auch er noch eine Zugabe. Sein Vers aus dem Jahre 1996 handelt von einem seiner Lieblingsthemen, dem Papst:

My hett e Audiänz uff Rom zum Babba gfiehrt

und dört im Dom do isch mr folgendes passiert

vor ihm do rutsch y uss bi voll uff d Schnuure gheyt

wo yych so do liig hett är my zum Bischof gweiht