Sollte die ARI, wie Fasnachtsclique Alti Richtig kurz genannt wird, auch noch ein Fasnachtsbuch auf den Markt werfen, «nur» weil sie eben 75 Jahre alt geworden ist? Diese Frage stellte man sich bei der jubilierenden Clique tatsächlich, aber zum Glück nur kurz. Zum einen wollte man die Geschichte der ARI für die Nachwelt festhalten, zum anderen sah man die Chance, am einen oder anderen Ort ein besseres Verständnis für die Eigenheiten der ARI zu wecken. Von diesen Eigenheiten gibt es bei der ARI eben eine ganze Menge.
Da ist zunächst ihr Gründer zu erwähnen, der legendäre «Trommeldoktor» Fritz «Frutz» Berger, der in den Jahren 1917-25 die Basler Fasnachtsmärsche und Tagwachten in Musiknotenschrift niederschrieb. «Frutz» war bei der Lälli-Clique grossgeworden und dort auch eine dominierende Figur, fühlte sich indessen nicht immer ganz verstanden. Im Jahr 1926 machte er an der Fasnacht mit einigen Kollegen unter dem Namen Wäntele-Clique mit – daraus entstand die neue Clique Alti Richtig. Den endgültigen Absprung von der Lälli-Clique vollzog Frutz Berger erst im Jahr 1930.
Berger prägte die Trommelkunst der ARI (bei dieser Clique ist immer von Trommlern die Rede, nie von Tambouren) auf Dauer. Im Jubiläumsbuch wird die ARI-Schlagart mit zwei Sätzen definiert: «Wir bemühen uns um ganz exakte Rhythmik und um lebendige Dynamik. Beide Anliegen werden sozusagen automatisch erreicht, wenn man sich genau an die Notenfassungen von Fritz Berger hält.»
Die Clique gedieh, erlebte aber von 1946 bis 1963 eine lange Zeit der Spannungen und Spaltungen. So bildeten sich nach den Spaltungswirren von 1946 die Schnooggekerzli, später verliessen die Revoluzzer die ARI (1956), ebenso die Verschnuuffer (1957). Als geradezu sensationell wirkte sich hingegen im Jahr 1960 die Gründung einer reinen Frauenclique, der Junte, die bis dato bei den Schnuffer und Schnoogge, dem ARI-Nachwuchs, hatten mitlaufen müssen.
Im lesenswerten und reich illustrierten Buch, das von alt Obmann Peter Gengenbach verfasst wurde, findet sich sodann manche Schilderung von cliqueninternem Brauchtum, von Anekdoten rund um die Fasnacht, aber auch vom Cliquenleben das Jahr über. Detailliert geschildert werden im Chronikteil die Auftritte an der Strassenfasnacht. So ist nachzulesen, wie die ARI 1978 das Werk «Feuerstätte» von Joseph Beuys ausspielte, notabene mit tatkräftiger Mitwirkung des Künstlers. Die «Feuerstätte II», wie das Fasnachtskunstwerk getauft worden war, wurde anschliessend im Guggenheim-Museum von New York ausgestellt und später dem Basler Kunstmuseum geschenkt.



