Im Foyer des Theater Basel feierte das diesjährige Kinder-Charivari heute Nachmittag eine begeisternde Premiere. Wie sein grosser Bruder, das «Glaibasler Charivari», erzählt es dieses Jahr eine spannende Geschichte. Es geht um ein «Fasnachtsgeheimnis». Sehr gute kleine und grosse Schauspieler, die mit den Herzen bei der Sache sind, wunderschöne Fasnachtsmelodien und herrlich schräger Guggensound sorgen für einen guten, kurzweiligen Nachmittag.
Die Langen Erlen sind für viele Fasnächtler ein idealer Ort für ihre Marschübungen. Pfeifer- und Tambourengruppen kreuzen sich auf den engen Wegen. Und Guggen schränzen, dass die Bäume bis in die Wurzeln vibrieren. Alle Aktiven sind mit viel Spass und Vorfreude bei der Sache. Wie aber gefällt den «Bewohnern» der alljährliche Rummel? Eine 100-jährige Erle und eine 500 Jahre alte Trauerweide fühlen sich durch den Lärm in ihrem Winterschlaf gestört. Alle Tiere dagegen lässt das Musizieren mehr oder weniger kalt. Alle? Nein, ein kleines, quirliges Kapuzineräffchen findet das abendliche Treiben laut und schön. Die Laute erinnern es an Papageienrufe und Buschtrommeln. Es bekommt Heimweh.
Doch dann obsiegt die Neugierde. Was hat es mit dem auf sich, was die Menschen Fasnacht nennen? Warum laufen sie so langsam wie ein Faultier und machen dazu ein ernstes Gesicht wie eine Trauerweide? Es belauscht die Geschwister Baschi und Laura, wie sie beim Käfigreinigen über Larven, Kostüme und Laternen reden. Jetzt ist es vom Fasnachtsfieber gepackt. Es überredet die anderen Tiere, zusammen in Kostüm und Larve am Morgestraich mitzumachen. Was nicht einfach ist, denn bisher wussten viele nur, dass Larven etwas zum Fressen sind.
Da Kinder mit dem Herzen die Sprache der Tiere verstehen, überredet das Äffchen Baschi und Laura, ihm zu helfen. Alles scheint wunderbar zu klappen. Doch dann tauchen Probleme auf. Die Mutter möchte an der Fasnacht unbedingt mit der Familie in die Skiferien. Und Morgenstern, ein griesgrämiger Nachbar, schleicht ihnen heimlich nach und kommt so hinter das Geheimnis. Zwar verspricht er den beiden Kindern, ihnen beim Transport der Tiere zum Mogestraich zu helfen. In Wirklichkeit aber trachtet er danach, das Ganze zu verhindern. Ob ihm sein hinterhältiger Plan gelingt? Oder findet der Morgestraich doch mit den Erlentieren statt? Müssen Baschi und Laura mit den Eltern in die Skiferien fahren? Dieses «Fasnachtsgeheimnis» soll aber hier nicht verraten werden.
Ein dickes Lob den Schauspielern Lena Einsele, Marc Pancera, Pauline Pivot, Patrice Ullrich und Reinhard Stehle. Voller Hingabe dabei sind auch die Schüler der Klasse 4b vom Bläsi-Schulhaus. Die Trommelgruppe «Los Promillos» besteht erst seit ein paar Monaten, hatte aber einen tollen Auftritt. Der Comitébangg «Gluggersegg» erfreute nicht mit einer Bangg, sondern mit zum Stück passenden Texten und Melodien. Bei der Marschübung zu Beginn und einem ergreifend schönen Morgestraich begeisterte die Junge Garde der «Rätz-Clique». Den Abschluss machten die «Schänzli-Fäger» mit herrlich echtem Gugge-Sound. Beim Ausgang erhalten die Kinder einen Gutschein für einen Pony-Ritt in den Langen Erlen und ein mimosengelbes Jojo.



