Der Käse und die Beere – und deren Liebe zum Piccolo

10. Februar 2002 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eine neue CD mit dem Titel «Die Fasnachts-Kompositionen». Auf den ersten Blick nur etwas für Fasnachts-Hardcore-Fans – doch weit gefehlt. Wer auf dem von Christoph Gloor wunderschön gestalteten Cover auf die Suche nach den Details geht, wird rasch wunderfitzig: «1958 bis 2001» steht da etwa, und tatsächlich haben Lukas «Cheese» Burckhardt und Bernhard «Beery» Batschelet tief im Fundus gegraben. «Beide haben die Fasnachtmusik nachhaltig geprägt», schwärmt Alex Fischer, Obmann des Fasnachts-Comités. Und weiter: «Diese CD ist eine Bereichung für alle diejenigen, die sich für unsere Fasnachtsmusik interessieren.»

Insgesamt 13 Märsche aus den Federn von Burckhardt und Batschelet sind auf dem Silberling, der dieser Tage der Öffentlichkeit vorgestellt wird, vereint. Für Abwechslung ist gesorgt: Live-Mitschnitte von den legendären «Museumskonzärtli» sind ebenso zu hören wie aktuelle Studio-Produktionen und… Aufnahmen von einer Kuttlebutzer-Platte aus dem Jahr 1969!

Cheese Burckhardt war es, der 1958 von einer Schottland-Reise britische Melodien nach Basel heimbrachte – und daraufhin den «Whisky Soda» komponierte. Einen Marsch also, der bis 1999 rund 13’000 Mal verkauft worden ist. Nur wenige Jahre später entstanden der «Gin & Tonic» und «Die letzten Schweizermärsche» – wobei jene auf ein Noten-Manuskript aus dem Jahr 1850 zurückgehen. «Dort waren die Grundmelodien der Alten und Neuen Schweizermärsche niedergeschrieben – aber siehe da, es gab noch einen dritten, bisher nicht bekannten Teil», erzählt Burckhardt im informativen CD-Booklet.

Seit knapp zwei Jahrzehnten prägen auch die Kompositionen Batschelets die Fasnachtsmusik. Einen grösseren Bekanntheitsgrad hat bisher allerdings erst der wunderschöne «Lumpensammler» mit Melodien aus der klassischen Musik erlangt. Zu Unrecht, wie die weiteren Märsche wie etwa der «Bonaparte» oder «Samba» beweisen. Zu Ehren kommt Beery Batschelet am Drummeli 2002: Die Lälli-Clique hat (nach dem «Gazpacho») aus Anlass des 100. Geburtstags den Jubiläums-Marsch «Lälli» bei ihm in Auftrag gegeben: «In dieser Komposition sind einige Neuigkeiten punkto Harmonie, Melodie und Rhythmus eingeführt, aber, um es einer Clique nicht allzu schwierig zu machen, in kleinen, quasi homöopatischen Dosen», erklärt Batschelet.