Genug lang haben wirs mit den Wetterprognosen vorgehalten bekommen, dass es am Dienstagabend in Strömen regnen werde. Drum, was ein guter Fasnächtler ist, der kehrt eben das Nötige vor, und so haben wir uns entschieden, unserem letztjährigen Besuch des Gugge-Konzertes auf dem Seibi eine zweite Auflage folgen zu lassen. Dies darum, weil dort laut Dätschmeister und IG-Obmann Peter Aeschbacher erstmals eine gedeckte Tribüne zur Verfügung steht.
Also, wir kommen gerade zur rechten Zeit, wie die imposanten Messingkäfer, die den rund 1000-guggeköpfigen Sternmarsch angeführt haben, die grosse Treppenbühne vor der Barfüsserkirche in Beschlag nehmen. Unten auf dem Platz drängt sich eine vieltausendköpfige Menschenmenge und harrt der schränzenden Dinge, die in den nächsten zwei Stunden auf sie zukommen werden. Jeder Gugge stehen inklusive Auf- und Abmarsch zwölf Minuten zu, um mit ihren schaurig schrägen Tönen die Herzen der Guggefans zu gewinnen. Das machen die Stachelbeeri, die nach ihrem Auftritt den Märtplatz anpeilen, um dort als Gastgugge Ehre für die IG einzulegen, dann die Pumperniggel in ihrem Standardkostüm des alten Kriegers und die Orginal Chnulleri auf bewährte Weise.
Die Guggenseele kocht mittlerweile, das Publikum unterhält sich glänzend. Der rund 55 Musikanten starke Mohrekopf folgt der beinahe unüberblickbare 100(!)-Kopf starke Harst der traditionell als orange Alti Dante auftretenden Schränzgritte. Sie lassen am Dienstagabend in ihren Reihen auch die Ehemaligen mitwirken. Eine sympathische Geste! Bei «I have a dream» von ABBA schunkelt das Publikum guggeselig mit und negiert darob, dass nun der lang erwartete, aber nie erhoffte Regen einsetzt. Die Negro-Rhygass lassen sich’s aber nicht verdriessen und fäge, was das Zeug hält. Nach ihnen ist die Reihe an der Baggemugge, die wie die meisten anderen in ihren Stammkostümen spielt. Gut sehen sie aus, die gelben Pumperniggelhosen und das rote Oberteil mit Puffärmeln.
Und dann ist Frauen-Power angesagt: Die Bühne gehört den Rätsch-Beeri, der einzigen Frauen-Gugge. In nächster Zeit müssen sie übrigens auch den Mann stellen, denn wie bereits am Cortège dem Fasnachts-Publikum bekannt gemacht, suchen sie Nachwuchs. Die zweitletzte Gugge auf dem mit indirekter Beleuchtung beschienenen Podium sind die Seibi-Schränzer, und die Ehre, das IG-Konzert beschliessen zu dürfen, fällt der FG-Gastgugge zu. Dieses Jahr sind es die Rhyschwalbe, die mit guggenschränzerischer Verve ans Werk gehen und die IG-Guggefans ein letztes Mal zu tosendem Applaus herausfordern.



