Am Schlussabend versammelte die Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG) alle angeschlossenen Bängge zur grossen Derniere. Erstmals fand dieser Anlass – statt im Casino oder im Volkshaus – auf drei Schiffen der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft statt. Ein durchaus gelungener Rahmen, um die besten BSG-Bängg Revue passieren zu lassen.
«Als „Brätter, wo d Wält bedytte“ bezaichnet dr Schauspiiler d Bihni, wo-n-är uffträtte duet», so André Auderset in seinem präsidialen Vorwort: «Und well mir Bänggler is jo au e weeneli als Kinschtler versteen, sinn unseri „Brätter“ ebbe die vo de Bihne in de Glaytheater an dr Fasnacht und vom Volggshuus bim Schlussoobe.» Aber: «Das Joor isch es ebbe ganz andersch. In däm Johr hänn mir is uff s Wasser gwoggt, au wenn scho d Matrose gwisst hänn, as Wasser kaini Balgge hett.»
«Dr Aigebreetler» eröffnete dann auch gleich den Abend mit Kostproben seines Könnens:
D Schwyzer Abfahrer sueche s Zyyl no wie wild
do wird derte scho die eschtryychisch Hymne gspilt
kai Wunder sinn die so drnääbe
mit Swisair als Sponsor blybsch am Boode glääbe
Wenn s d Schi-Nati s näggsht Johr iberhaupt no git
denn nämme die als Sponsor sicher Araldit
Unserer Ski-Nati hätte wohl auch kein Ogi im Olympischen Komitee geholfen, wie «d Kulturstolperi» zu berichten wissen:
Es hett däm arme Ogi Dölf, jee wär hät das dänggt
Ins Olympisch Komitee, aifach nit yyne glänggt
Drumm Liebe loos, vergiss Du das fäggs doch glatt vom Tisch
Die wänn in der Mafia, e kain wo ehrlig isch
Im Laufe des Abends gaben alle 18 Bängge der BSG ihre besten Verse zum Besten. Beweis dafür, dass wir das Jahr 2002 zu den besseren Bangg-Jahrgängen zählen dürfen. Einige Auszüge aus dem herrvoragenden Programm:
Als Velorennfahrer isch dr Beat Breu wirgglig flott
Mit sym Puff goht är aber jetze schyynts banggrott
Das ka jo scho passiere, do muesch Verständniss haa
Bim Rennvelo hett s laider gar kai Ständer dra
(Rätschbääse)
Dr FCB hett s Spitzespiil und s Stadion uusverkauft
Aber d Sitzblätz sinn halb leer obwohl die zwaiti Halbzyt lauft
Wo sinn die Fans – vo uns kasch grad en Antwort haa
Die steen syt Matchbeginn bim Byyswaar und dr Wiirschtlibuude aa
(Die Gsalzene)
Der FCB und sein neues Stadion mussten sich über mangelnde Erwähnung wirklich nicht beklagen:
E Buur klagt, kaa s bald nimme gsee
my Kueh hett albott s Ranzewee
Druff maint ain, mach e jeedi Wett
as sy Gras vom Joggeli gfrässe hett
(Saifi Blooddere)
Dass Wasser keine Balken hat, musste auch ein Fähri-Fahrgast merken, der im vergangenen Jahr für die Überfahrt nicht zahlen wollte und deshalb vom Fährimaa kurzerhand über Bord geworfen wurde:
Wotsch ins mindere Basel goo
ischs mit dr Fääri e Risiko
Hesch zem Styyrmaa e Sprichli fail,
denn hänggsch du scho am Fääriseil
(Gluggsi)
Wer Bängge liebt, kam an diesem Abend vollends auf sein Kosten. Die Darbietungen, die zwischen den Schnitzelbänken ihren Auftritt hatten, waren sorgfältig ausgesucht und vermochten das Programm zu komplettieren. So bleibt nur zu hoffen, dass das nächte Jahr wieder ereignisreich verlaufen wird, damit der folgende BSG-Schlussobe genauso zu überzeugen vermag.



